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Haiti: Schweres Erdbeben

Caritas-Nothilfe und Perspektiven für die Zukunft

Noch immer läuft in Haiti fieberhaft die akute Katastrophenhilfe von Caritas international.  Die Mitarbeiter/innen verteilen Lebensmittel und Trinkwasser, behandeln Verletzte in Notfall-Ambulanzen und organisieren Hilfsgütertransporte.  Doch bereits jetzt arbeitet die weltweite Caritas an mittel- und langfristigen Perspektiven für das Leben nach der Katastrophe.

Karte Haiti

29. Januar 2010.  Unter Hochdruck leisten die Caritasmitarbeitenden in Haiti Nothilfe. Derzeit wird ein zweiter Hilfsgüterflug nach Haiti vorbereitet. Er bringt für weitere 4.000 Menschen Hygienekits, Küchensets, Werkzeug und Planen ins Katastrophengebiet. Ein gemeinsamer Hilfsgüterflug von Caritas international und Diakonie Katastrophenhilfe hatte bereits am Mittwoch, den 20. Januar Haitis Hauptstadt Port-au-Prince erreicht. An Bord der Maschine: 4,5 Tonnen Nahrungsmittel, 30 Großraumzelte, Plastikplanen für großflächige Abdeckungen, 2.200 Decken, 18.000 Wasserkanister und vier Millionen Chlortabletten zur Wasserreinigung.

Caritas-Mitarbeitende haben einen Teil der Hilfsgüter gleich nach der Ankunft in die vom Erdbeben schwer zerstörte Stadt Léogâne, 30 Kilometer westlich von Port-au-Prince, gebracht und an die Betroffenen verteilt. Ein Filmteam vom ZDF hat die Caritasmitarbeiter bei der Verteilung der Hilfsgüter begleitet. Der Beitrag wurde am Sonntag, den 24. Januar 2010 ausgestrahlt.

Medizinische Hilfe der Caritas

Acht so genannte WHO Health Kits hat Caritas international in der ersten Woche nach dem Erdbeben nach Port-au-Prince eingeflogen. Mit den Health Kits gewährleistet die Caritas die dreimonatige medizinische Grundversorgung von 80.000 Menschen. Caritas-Mitarbeiter richten heute die zweite von drei bis vier Notfall-Ambulanzen in Léogâne ein. Der Arzt und Katastrophenhilfespezialist Dr. Joost Butenop begleitet gemeinsam mit der Caritas-Krankenschwester Katja Holmberg den Aufbau der Zentren. Frau Holmberg leitet den Aufbau und die Organisation der weiteren Ambulanzen mit haitianischen Ärzte- und Pflegeteams, die inzwischen Einsatzbereit sind. Täglich werden in jeder der Ambulanzen 150 - 250 Patienten behandelt.

Heute, am Freitag, den 29. Januar, verteilt ein Caritas international-Team Hilfsgüter in einem Alten- sowie einem Behindertenheim in der Nähe der Stadt Léogâne. Bereits gestern haben die Mitarbeiter/innen die beiden Heime besucht, die vollständig zerstört sind. Seit dem Erdbeben leben die 133 Überlebenden alten und behinderten Menschen im Hof der Heime, ohne Dach über dem Kopf, ohne ausreichende Wasser- und Lebensmittelversorgung. Der Arzt für die beiden Heime ist seit der Katastrophe verschwunden. Vermutlich wird Caritas international die beiden Heimen längerfristig versorgen.

Wasserversorgung
Schlangestehen bei der Ausgabe von Trinkwasser
Foto: Caritas international

Die Hilfe der Caritas Haiti läuft seit den ersten Stunden auf Hochtouren. Aufgrund der häufigen Hurrikans verfügt sie über reiche Erfahrung auf dem Gebiet der Nothilfe. So konnte sie Hilfsgüter aus drei bestehenden Lagern sofort nach dem Erdbeben verteilen, darunter Wasseraufbereitungstabletten, Nahrungsmittel, Hygieneartikel, Decken, Zelte und Werkzeuge. Die Caritas Haiti ist dank ihrer lokalen Struktur gut im Land verankert. Sie besteht seit 1975 und betreibt 200 Gesundheitsposten und Krankenhäuser.

In kürzester Zeit hat die Caritas in der Stadt elf Verteilungszentren aufgebaut. Von hier aus versorgen die Mitarbeiter/innen die Not leidende Bevölkerung mit Wasser und Nahrungsmitteln. Die Nahrungsmittel für 50.000 Menschen werden in der Dominikanischen Republik bereitgestellt und fortlaufend mit Lastwagen nach Haiti gebracht. Weitere Hilfstransporte mit Nahrungsmitteln, Hygieneartikeln, Ess- und Kochgeschirr sowie Werkzeug zum Wiederaufbau der Hütten und Häuser sind verteilt. Insgesamt sind 500 Mitarbeitende der Caritas Haiti und der weltweiten Caritas im Hilfseinsatz. Drei weitere Mitarbeitende von Caritas international sind als Unterstützung unterwegs in die Erdbebenregion. 

Caritas Rettungsteam
Caritas Rettungsteam: Glücklich und erschöpft nach der Rettung einer Frau aus den Trümmern

Auch bei den Rettungs- und Bergungseinsätzen sind Caritas-Teams beteiligt. Am 19. Januar, eine Woche nach dem Erdbeben, konnten sie eine Frau lebend aus den Trümmern der Kathedrale bergen.

Bei einem Rettungseinsatz am 16. Januar, an dem Caritasmitarbeiter beteiligt waren, konnten in Port-au-Prince 50 Überlebende aus den Trümmern geborgen werden. "Solange immer noch Menschen lebend geborgen werden, arbeiten die Trupps fieberhaft weiter", berichtet der Caritas-Mitarbeiter Alexander Bühler aus Haiti. Selbst noch am neunten Tag nach dem Erdbeben retteten Caritas-Mitarbeiter einen fünfjährigen Jungen, der in den Trümmern eines Hauses gefangen war.

Das Zentralbüro der Caritas Haiti lag direkt neben der eingestürzten Kathedrale und ist ebenso wie diese zusammengebrochen. Der Erzbischof von Port-au-Prince, Joseph Serge Miot, der gleichzeitig der Direktor der lokalen Caritas Haiti war, und sein Generalvikar befinden sich unter den Todesopfern. "Viele Menschen fliehen aufs Land, weil die Lage in Port-au-Prince kaum zu ertragen ist. Auf dem Land sind die Schäden aber ebenfalls immens und die Aufnahme von Flüchtlingen aus der Stadt ist schwierig", sagt Alexander Bühler. In der Region um Léogâne, etwa 30 Kilometer westlich von Port-au-Prince, sind etwa 80 Prozent der Gebäude zerstört. Weitere 20 Kilometer westlich, in dem Ort Petit Goave, sind viele der alten Holzhäuser dagegen bewohnbar. Schwierig sei für die Bergungskräfte, dass Hangrutsche und Steinschläge manche Straßen unpassierbar gemacht haben.

Fieberhaft bereiten die Caritasmitarbeitenden zur Zeit auch die Hilfe nach der Katastrophe vor. Vermutlich wird sich die perspektivische Hilfe von Caritas international auf die Region um die zu 80 Prozent zerstörte Stadt Léogâne konzentrieren. Hier soll der Schwerpunkt der Wiederaufbauhilfen liegen.

Caritas international ruft dringend zu Spenden für die Opfer des Erdbebens auf:

Kto-Nr. 202
Bank für Sozialwirtschaft Karlsruhe
BLZ 660 205 00

Stichwort: Erdbebenhilfe Haiti

oder online

oder per SMS

Helfen Sie jetzt! Ganz einfach per Charity-SMS.

Unterstützen Sie die Menschen auf Haiti mit 5 Euro!

Senden Sie bitte das Stichwort CARITAS per SMS an die Telefonnummer 8 11 90.

Der Betrag von 5 Euro zzgl. SMS-Gebühr wird Ihnen einmalig über Ihre Telefonrechnung oder Ihr Prepaid-Guthaben abgebucht. 4,83 Euro gehen direkt an Caritas international und kommen den Erdbebenopfern auf Haiti zugute.

Dieser Betrag kann nicht steuerlich geltend gemacht werden.

Caritas international nutzt den Service der spendino GmbH.

Im Namen der Menschen auf Haiti danken wir Ihnen herzlich!


Weitere Informationen finden Sie hier: http://www.caritas-international.de/haiti

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