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Paffendorfer Persönlichkeit zu den Anekdoten
Wilh. Molitor, Pfaffendorf Juliac;
Theologe,
Professor und Rektor der Universität zu Köln
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Wilhelmus Molitor Paffendorpius SS. Th Ltus Colleg.
Ecclarum S. AndreÆ B.M.V in Capitolio et Parochia S. Martini min.
Canonicus Caplaris et respective Pastor. Alme Univers. Col. Rector
Magn. Gymn. Montaniannis Pluribus Human. ?????? et Phille Prof. 4
Sacrorum Fundator et Professorua Benefactor.
Obiit Anno 1668 27 bris
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Ende des 16. Jahrhundert wurde in Paffendorf
ein Mann geboren, der später für einige Jahre Rektor der alten Kölner
Universität war: Wilhelm Molitor. Das genaue Geburtsdatum ist nicht
bekannt.
In den Jahren 1389 - 1798 besuchten insgesamt
47 Studenten aus Paffendorf die Kölner Universität.
Drei von ihnen traten später in den Lehrkörper der Universität ein.
Neben Wilh. Heinr. Rutgers und Wilh. Henr. Overbach ist besonders
Wilhelm Molitor zu
erwähnen, der am 17. Februar 1662 Rektor der Universität wurde. Wilhelm
Molitor ist im Matrikelbuch des Rektors der Universität mit folgendem
Eintrag erwähnt:
731, 160 1618 31.10. Wilh. Molitor, Pfaffendorf Juliac; (Mont.)“.
Stadtarchivar Prof. Hermann Keussen schreibt
über Molitor: "...Er wurde Professor an dieser Anstalt [Montanergymnasium].
Ende 1623 übertrug ihm die Artistenfakultät eine stiftungsmäßige
Fakultätsmesse; er war also damals schon Priester. Am 9. November wurde
er Licentiat in der Theologie; den Doktorgrad hat er nicht erlangt. 1635
finden wir ihn als Stiftsherrn von S. Andreas, später auch von St. Maria
in Capitolo. Als am 25. Juli 1647 der Pfarrer Joh. Goer von Klein S.
Martin starb, wählten die Pfarrgenossen, denen die Wahl zustand, einen
Monat später Molitoris zum Pfarrer dieses großen Kirchspiels. Seitdem
scheint er seine Lehrtätigkeit niedergelegt zu haben, blieb aber in
enger Verbindung mit seiner Fakultät und der Universität. Diese verlieh
ihm am 17. Februar 1662 ihr höchstes Ehrenamt, das Rektorat, das er bis
zum 24. März 1664, also über 2 Jahre bekleidete. Gelegentlich der
Amtsniederlegung wird er als alterschwach bezeichnet und ist 4 Jahre
später, am 2. September 1668 gestorben... Ueber seine literarische
Tätigkeit berichtet Jos. Hartzheim in seiner Bibliotheca Coloniensis,
(S. 319) der ihn in irriger Weise in 2 Personen zerlegt, Wilh. Molitoris
und Wilh. Molitor. Letzterem schreibt er Predigten zu: Sermones de
tempore et sanctis paratiores, ersterem eine Ausgabe des Marchant´schen
Katechismus: Catechismus novus R.D. Jacobi Marchanti, patris et decani
Couviniensis... Außerdem war Molitoris der Hauptherausgeber der
Concordantia Bibliorum ad antiquos et novos codies collecta opera et
studio theologorum Coloniensium. "
Das Ölgemälde von Wilhelm
Molitor befindet sich heute im Besitz des Kölner Gymnasial- und
Stiftungsfonds in Köln-Lindenthal.
Helmut Schrön
Anekdote Nummer 1
Im Jahre 1840 kam der Paffendorfer Pfarrer Franz
Clasen (1835 - 1855) in Konflikt mit der staatlichen Obrigkeit. Er hatte
„sich unter vielen Vorwänden dem Trauergeläut" für den am 7. Juni
1840 in Berlin verstorbenen König Friedrich Wilhelm III. widersetzt. Der
Kölner Regierungspräsident Carl Johann Heinrich Eduard von
Gerlach schrieb dazu an den preußischen Innenminister Gustav Adolf von
Rochow: „Der Pastor Claesen zu Paffendorf (Kreis Bergheim) ist wegen
Renitenz bei dem Trauergeläute für des verstorbenen Königs
Majestät von der Regierung in eine Ordnungsstrafe von 10 Thalern
genommen worden.“
Die Verweigerung des Totengeläuts war sicher
Ausdruck eines Protestes gegen die vom Verstorbenen vertretene
antikatholische Haltung, die ihren Höhenpunkt in der Verhaftung des
Kölner Erzbischofs Spiegel Clemens August Freiherr Droste zu Vischering
am 20. November 1837 fand und unter dem Begriff „Kölner Kirchenstreit“
in die Geschichte eingegangen ist.
Übrigens: 1845 wurde auf dem Aachener Getreidemarkt
der Zentner Weizen mit 2 Talern gehandelt. Demzufolge hatte die Strafe
einen Wert von 5 Zentnern Weizen.
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Anekdote Nummer 2
Ab dem Jahre 1913 bis zum Ende des I. Weltkrieges
betrug das Gehalt eines Pfarrers in Paffendorf, je nach Dienstzeit rund
3.500 Mark. Im Juni 1923 war es inflationsbedingt schon auf 1.719.900
Reichsmark angewachsen. Der Inflationshöhepunkt wurde Ende 1923
erreicht. Für die Monate Oktober bis Dezember wäre eine Summe von
39.490.687.500.000 Reichsmark auszuzahlen gewesen. (Quelle: Kirchlicher
Anzeiger für die Erzdiözese Köln, S. 108/1923)
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Anekdote Nummer 3
Als die Franzosen im Jahre 1794 das Rheinland und
somit auch Paffendorf besetzten, war Franz Huthmacher Pfarrer von
Paffendorf und Dechant der Christianität [heute: Dekanat]. Huthmacher
schien sich mit den Besatzern angelegt zuhaben, denn sie sahen in ihm
einen "Konterrevolutionär". In einem Schreiben des Bergheimer Kommissärs
Rick vom 22. Prairial (10. Juni) 1799 an den Kölner Kommissär Dorsch
teilt er mit, dass er den Mittelpunkt der antirepublikanischen
Gesellschaft in der Geistlichkeit sehen würde. „All diese versammeln
sich täglich mit dem Pfarrer, dem Rektor, dem Vikar, die ihre Bemühungen
vereinen, um den Geist des Volkes zu vergiften und es zu ängstigen. Wenn
ich drei ausnehme, so sind alle Priester im Kanton dieser Art, und
besonders der frühere Dechant Huthmacher von Paffendorf.“
Die Spannungen müssen sich aber gelegt haben, denn
1803 berief der Aachener Bischof Berdolet Franz Huthmacher zum
Domkapitular an die Bischofskirche zu Aachen.
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Anekdote Nummer 4
Am 15. Juni 1936 fand die Visitation der Pfarrei
und der Klosterkapelle in Paffendorf durch den Kölner Weihbischof statt.
An diesem Tag, dem Schützenfestmontag, wurde auch die hl. Firmung
gespendet. Wie die Bergheimer Zeitung in der nächsten Ausgabe berichtet,
fand das 514. Stiftungsfest unter großen Anteilnahme der Bevölkerung
statt. In einer Vorankündigung teilt die Schützenbruderschaft mit, dass
auch der bekannte Schlagerdichter Willi Ostermann mit seinen neuesten
Schlagern in Paffendorf zu Gast sein werde.
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Anekdote Nummer 5
Matthias Heinrich Althausen - ein
Priester aus Zieverich.
Die Ortschaft Zieverich hat im Laufe
der letzten 250 Jahre 2 Priester hervorgebracht. Am 20. Mai 1780 wurde
Johann Anton Mertens zum Priester und am 31.03.1900 Matthias Heinrich
Althausen, der am 11.04.1877 als Sohn des Gastwirtes Peter Michael
Althausen und seiner Ehefrau Maria Sibilla Deuster in Zieverich geboren
wurde, ebenfalls zum Priester geweiht. Über die Primiz schreibt das
Intelligenzblatt für den Kreis Bergheim und den Landkreis Köln am 4.
April 1900:
"Zieverich, 2. April. Der am Samstag im hohen Dome zu Köln geweihte
Priester Herr Heinrich Althausen von hier feierte gestern in der
Pfarrkirche zu Paffendorf sein erstes hl. Meßopfer. Für unsere Gemeinde
war dieser Tag ein Ehrentag wie wir ihn noch nicht erlebt haben. In
überaus prachtvoller Dekoration prangt das ganze Dorf : Triumphbogen an
Triumphbogen und Fahne an Fahne, selbst in Paffendorf war kaum ein Haus
zu finden welches nicht zu Ehren des allbeliebten jungen Priesters
geflaggt hatte. In feierlicher Prozession wurde der Herr Primiziant um 9
Uhr an seiner Wohnung abgeholt, von wo er nach einer deklamatorischen
Begrüßung seitens mehrerer Schulkinder, zur Kirche geleitet wurde um in
einem feierlichen Hochamt zum ersten Male dem Herren zu opfern. die
Kirche war hübsch geschmückt und zur Aufnahme der vielen gläubigen
reichte der Raum kaum aus. Die Predigt hielt Herr Pfarrer Stein.
Anknüpfend an den Lobgesang Maria: "Hochpreise meine Seele den Herrn und
frohlocke in Gott meinem Heile, denn der Herr hat großes an mir gethan"
schilderte Herr Pfarrer in schönen ergreifenden Worten den Ursprung und
die Bedeutung des Priestertums. Nachdem das Hochamt beendet war bewegte
sich die Prozession in derselben Ordnung zur Wohnung des Herrn
Primizianten, wo nach einer weiteren sinnreichen Deklamation einiger
Schulkinder seitens des Festkomitees die Begrüßung und Ueberreichung
eines prachtvollen Geschenkes der Gemeinde Zieverich stattfand. Die
Gemeinde Paffendorf schenkte ein schönes Bild der Muttergottes. Mit
bewegten Worten dankte der Gefeierte für all die Ehre die ihm an diesem
Freuedentage erwiesen. Nachmittags 4 Uhr hielt der Neopresbyter eine
feierliche Komplet zum Danke zu Gott für den hohen Tag. In dieser wie
auch in dem Hochamt verherrlichte der Kirchenchor die Feier durch seine
schönen Gesänge. Den Schluß des seltenen Tages bildete ein imposanter
Fackelzug, Feuerwerk vor der Wohnung des Herrn Althausen und allgemeine
Beleuchtung der Häuser. Der Fackelzug durchzog das ganze Dorf unter
Begleitung einer Musikkapelle. An der Wohnung des neuen Priesters
brachte dann die Musik in Abwechslung mit dem Gesangverein "Concordia"
von Paffendorf eine Serenade dar. Herr G. Schumacher drückte darauf in
kurzen Worten die hohe Freude der Dorfbewohner für diesen schönen Tag
aus und widmete dem Gefeierten ein dreifaches Hoch. Mit lauthin
schallender Stimme dankte dieser dann abermals für all die Ehre die ihm
sein Heimatdorf angethan, er nehme dieselbe aber nicht für dich in
Anspruch sondern solle dem gelten, dessen Amt er auf seine Schultern
genommen, Jesus Christus. So endete die für uns unvergeßliche Feier,
begünstigt durch herrliches Wetter in bester Weise. Wir wünschen dem
jungen Priester eine recht lange segensreiche Thätigkeit zum Heile der
Seelen.."
Die seelsorgerischen Stationen waren dann: Assistent am Coll. Marianum,
Neuß. Kaplanstellen an St. Marien Neuß, St. Gereon Köln. Pfarrer in
Solingen-Ohligs, Königshoven (9. September 1917) und Düsseldorf (St.
Adolfus)
Quelle: Archiv des Erftkreises, Intelligenzblatt für den
Kreis Bergheim und den Landkreis Köln, Nr. 27 vom 4.4.1900.

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