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01.06.08

Pfarrer Pfarrkirche Anekdoten und mehr Historische Ansichten Hl. Antonius


Paffendorfer Persönlichkeit                  zu den Anekdoten             


Wilh. Molitor, Pfaffendorf Juliac;

Theologe, Professor und Rektor der Universität zu Köln

Wilhelmus Molitor Paffendorpius SS. Th Ltus Colleg. Ecclarum S. AndreÆ B.M.V in Capitolio et Parochia S. Martini min. Canonicus Caplaris et respective Pastor. Alme Univers. Col. Rector Magn. Gymn. Montaniannis Pluribus Human. ?????? et Phille Prof. 4 Sacrorum Fundator et Professorua Benefactor. Obiit Anno 1668 27 bris [1]

Ende des 16. Jahrhundert wurde in Paffendorf ein Mann geboren, der später für einige Jahre Rektor der alten Kölner Universität war: Wilhelm Molitor. Das genaue Geburtsdatum ist nicht bekannt.

In den Jahren 1389 - 1798 besuchten insgesamt 47 Studenten aus Paffendorf die Kölner Universität.[2] Drei von ihnen traten später in den Lehrkörper der Universität ein. Neben Wilh. Heinr. Rutgers und Wilh. Henr. Overbach ist besonders Wilhelm  Molitor zu erwähnen, der am 17. Februar 1662 Rektor der Universität wurde. Wilhelm Molitor ist im Matrikelbuch des Rektors der Universität mit folgendem Eintrag erwähnt:

731, 160  1618 31.10. Wilh. Molitor, Pfaffendorf Juliac; (Mont.)“.

Stadtarchivar Prof. Hermann Keussen schreibt über Molitor: "...Er wurde Professor an dieser Anstalt [Montanergymnasium]. Ende 1623 übertrug ihm die Artistenfakultät eine stiftungsmäßige Fakultätsmesse; er war also damals schon Priester. Am 9. November wurde er Licentiat in der Theologie; den Doktorgrad hat er nicht erlangt. 1635 finden wir ihn als Stiftsherrn von S. Andreas, später auch von St. Maria in Capitolo. Als am 25. Juli 1647 der Pfarrer Joh. Goer von Klein S. Martin starb, wählten die Pfarrgenossen, denen die Wahl zustand, einen Monat später Molitoris zum Pfarrer dieses großen Kirchspiels. Seitdem scheint er seine Lehrtätigkeit niedergelegt zu haben, blieb aber in enger Verbindung mit seiner Fakultät und der Universität. Diese verlieh ihm am 17. Februar 1662 ihr höchstes Ehrenamt, das Rektorat, das er bis zum 24. März 1664, also über 2 Jahre bekleidete. Gelegentlich der Amtsniederlegung wird er als alterschwach bezeichnet und ist 4 Jahre später, am 2. September 1668 gestorben... Ueber seine literarische Tätigkeit berichtet Jos. Hartzheim in seiner Bibliotheca Coloniensis, (S. 319) der ihn in irriger Weise in 2 Personen zerlegt, Wilh. Molitoris und Wilh. Molitor. Letzterem schreibt er Predigten zu: Sermones de tempore et sanctis paratiores, ersterem eine Ausgabe des Marchant´schen Katechismus: Catechismus novus R.D. Jacobi Marchanti, patris et decani Couviniensis... Außerdem war Molitoris der Hauptherausgeber der Concordantia Bibliorum ad antiquos et novos codies collecta opera et studio theologorum Coloniensium. "

Das Ölgemälde von Wilhelm Molitor befindet sich heute im Besitz des Kölner Gymnasial- und Stiftungsfonds in Köln-Lindenthal. [3]                                                           Helmut Schrön

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[1]    Text in der linken oberen Bildecke.

[2]    Hermann Keussen, Studierende aus Paffendorf auf der Universität Köln 1408 – 1785, in: Erftland IV, S. 76.

[3]    Abdruckgenehmigung durch Rheinisches Bildarchiv Köln; RBA-Nr. 102288 vom 13.05.2003


Anekdote Nummer 1

Im Jahre 1840 kam der Paffendorfer Pfarrer Franz Clasen (1835 - 1855) in Konflikt mit der staatlichen Obrigkeit. Er hatte „sich unter vielen Vorwänden dem Trauergeläut" für den am 7. Juni 1840 in Berlin verstorbenen König Friedrich Wilhelm III. widersetzt. Der Kölner Regierungspräsident Carl Johann Heinrich Eduard von Gerlach schrieb dazu an den preußischen Innenminister Gustav Adolf von Rochow: „Der Pastor Claesen zu Paffendorf (Kreis Bergheim) ist wegen Renitenz bei dem Trauergeläute für des verstorbenen Königs Majestät von der Regierung in eine Ordnungsstrafe von 10 Thalern genommen worden.“

Die Verweigerung des Totengeläuts war sicher Ausdruck eines Protestes gegen die vom Verstorbenen vertretene antikatholische Haltung, die ihren Höhenpunkt in der Verhaftung des Kölner Erzbischofs Spiegel Clemens August Freiherr Droste zu Vischering am 20. November 1837 fand und unter dem Begriff „Kölner Kirchenstreit“ in die Geschichte eingegangen ist.

Übrigens: 1845 wurde auf dem Aachener Getreidemarkt der Zentner Weizen mit 2 Talern gehandelt. Demzufolge hatte die Strafe einen Wert von 5 Zentnern Weizen.

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Anekdote Nummer 2

Ab dem Jahre 1913 bis zum Ende des I. Weltkrieges betrug das Gehalt eines Pfarrers in Paffendorf, je nach Dienstzeit rund 3.500 Mark. Im Juni 1923 war es inflationsbedingt schon auf 1.719.900 Reichsmark angewachsen. Der Inflationshöhepunkt wurde Ende 1923 erreicht. Für die Monate Oktober bis Dezember wäre eine Summe von 39.490.687.500.000 Reichsmark auszuzahlen gewesen. (Quelle: Kirchlicher Anzeiger für die Erzdiözese Köln, S. 108/1923)

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Anekdote Nummer 3

Als die Franzosen im Jahre 1794 das Rheinland und somit auch Paffendorf besetzten, war Franz Huthmacher Pfarrer von Paffendorf und Dechant der Christianität [heute: Dekanat]. Huthmacher schien sich mit den Besatzern angelegt zuhaben, denn sie sahen in ihm einen "Konterrevolutionär". In einem Schreiben des Bergheimer Kommissärs Rick vom 22. Prairial (10. Juni) 1799 an den Kölner Kommissär Dorsch teilt er mit, dass er den Mittelpunkt der antirepublikanischen Gesellschaft in der Geistlichkeit sehen würde. „All diese versammeln sich täglich mit dem Pfarrer, dem Rektor, dem Vikar, die ihre Bemühungen vereinen, um den Geist des Volkes zu vergiften und es zu ängstigen. Wenn ich drei ausnehme, so sind alle Priester im Kanton dieser Art, und besonders der frühere Dechant Huthmacher von Paffendorf.“

Die Spannungen müssen sich aber gelegt haben, denn 1803 berief der Aachener Bischof Berdolet Franz Huthmacher zum Domkapitular an die Bischofskirche zu Aachen.

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Anekdote Nummer 4

Am 15. Juni 1936 fand die Visitation der Pfarrei und der Klosterkapelle in Paffendorf durch den Kölner Weihbischof statt. An diesem Tag, dem Schützenfestmontag, wurde auch die hl. Firmung gespendet. Wie die Bergheimer Zeitung in der nächsten Ausgabe berichtet, fand das 514. Stiftungsfest unter großen Anteilnahme der Bevölkerung statt. In einer Vorankündigung teilt die Schützenbruderschaft mit, dass auch der bekannte Schlagerdichter Willi Ostermann mit seinen neuesten Schlagern in Paffendorf zu Gast sein werde.

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Anekdote Nummer 5

Matthias Heinrich Althausen - ein Priester aus Zieverich.

Die Ortschaft Zieverich hat im Laufe der letzten 250 Jahre 2 Priester hervorgebracht.  Am 20. Mai 1780 wurde Johann Anton Mertens zum Priester und am 31.03.1900 Matthias Heinrich Althausen, der am 11.04.1877 als Sohn des Gastwirtes Peter Michael Althausen und seiner Ehefrau Maria Sibilla Deuster in Zieverich geboren wurde, ebenfalls zum Priester geweiht. Über die Primiz schreibt das Intelligenzblatt für den Kreis Bergheim und den Landkreis Köln am 4. April 1900:
 "Zieverich, 2. April. Der am Samstag im hohen Dome zu Köln geweihte Priester Herr Heinrich Althausen von hier feierte gestern in der Pfarrkirche zu Paffendorf sein erstes hl. Meßopfer. Für unsere Gemeinde war dieser Tag ein Ehrentag wie wir ihn noch nicht erlebt haben. In überaus prachtvoller Dekoration prangt das ganze Dorf : Triumphbogen an Triumphbogen und Fahne an Fahne, selbst in Paffendorf war kaum ein Haus zu finden welches nicht zu Ehren des allbeliebten jungen Priesters geflaggt hatte. In feierlicher Prozession wurde der Herr Primiziant um 9 Uhr an seiner Wohnung abgeholt, von wo er nach einer deklamatorischen Begrüßung seitens mehrerer Schulkinder, zur Kirche geleitet wurde um in einem feierlichen Hochamt zum ersten Male dem Herren zu opfern. die Kirche war hübsch geschmückt und zur Aufnahme der vielen gläubigen reichte der Raum kaum aus.  Die Predigt hielt Herr Pfarrer Stein. Anknüpfend an den Lobgesang Maria: "Hochpreise meine Seele den Herrn und frohlocke in Gott meinem Heile, denn der Herr hat großes an mir gethan" schilderte Herr Pfarrer in schönen ergreifenden Worten den Ursprung und die Bedeutung des Priestertums. Nachdem das Hochamt beendet war bewegte sich die Prozession in derselben Ordnung zur Wohnung des Herrn Primizianten, wo nach einer weiteren sinnreichen Deklamation einiger Schulkinder seitens des Festkomitees die Begrüßung und Ueberreichung eines prachtvollen Geschenkes der Gemeinde Zieverich stattfand. Die Gemeinde Paffendorf schenkte ein schönes Bild der Muttergottes. Mit bewegten Worten dankte der Gefeierte für all die Ehre die ihm an diesem Freuedentage erwiesen. Nachmittags 4 Uhr hielt der Neopresbyter eine feierliche Komplet zum Danke zu Gott für den hohen Tag. In dieser wie auch in dem Hochamt verherrlichte der Kirchenchor die Feier durch seine schönen Gesänge. Den Schluß des seltenen Tages bildete ein imposanter Fackelzug, Feuerwerk vor der Wohnung des Herrn Althausen und allgemeine Beleuchtung der Häuser. Der Fackelzug durchzog das ganze Dorf unter Begleitung einer Musikkapelle. An der Wohnung des neuen Priesters brachte dann die Musik in Abwechslung mit dem Gesangverein "Concordia" von Paffendorf eine Serenade dar. Herr G. Schumacher drückte darauf in kurzen Worten die hohe Freude der Dorfbewohner für diesen schönen Tag aus und widmete dem Gefeierten ein dreifaches Hoch. Mit lauthin schallender Stimme dankte dieser dann abermals für all die Ehre die ihm sein Heimatdorf angethan, er nehme dieselbe aber nicht für dich in Anspruch sondern solle dem gelten, dessen Amt er auf seine Schultern genommen, Jesus Christus. So endete die für uns unvergeßliche Feier, begünstigt durch herrliches Wetter in bester Weise. Wir wünschen dem jungen Priester eine recht lange segensreiche Thätigkeit zum Heile der Seelen.."
Die seelsorgerischen Stationen waren dann: Assistent am Coll. Marianum, Neuß. Kaplanstellen an St. Marien Neuß, St. Gereon Köln. Pfarrer in Solingen-Ohligs, Königshoven (9. September 1917) und Düsseldorf (St. Adolfus)

Quelle: Archiv des Erftkreises, Intelligenzblatt für den Kreis Bergheim und den Landkreis Köln, Nr. 27 vom 4.4.1900.


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