Vorbereitung
Für alle
Teilnehmer/innen eine Erdnuss.
Hinweis
Abkürzungen: GL =
Gotteslob, Tr = Liederbuch „Troubadour für Gott“
Lied zu Beginn
Kündet allen in
der Not ... GL 106
O Heiland, reiß die Himmel auf ... GL 105
Persönliche
Begrüßung und Hinführung
(Nehmen Sie
bitte Platz!)
Die kostbaren Erdnüsse
-
hoffentlich hat jeder eine erhalten
-
kommen ursprünglich aus Südamerika. Sie hatten es mir angetan, weil
man an dieser Kostbarkeit vorbeilaufen kann, ohne sie zu sehen. Wie
ihr Name sagt: Sie liegen unsichtbar in der Erde, d.h. nach dem
Blühen krümmen sich die Fruchtknoten nach unten und drücken sich 5
bis 8 cm tief in das Erdreich ein. In der Erde reift dann die
eigentliche Erdnuss.
Interessant ist, dass in den
Königsgräbern in Peru Halsketten aus goldenen und silbernen
Erdnüssen gefunden wurden: Der Körper des toten Königs wurde von
Süden nach Norden ausgerichtet, so dass die rechte Körperhälfte zur
aufgehenden Sonne, die linke zur untergehenden Sonne gebettet war;
das Gold also mit der Sonne und das Silber mit dem Mond in
Verbindung gebracht wurde.
In der heutigen Bußfeier soll die
Erdnuss uns helfen, einen Blick unter die Oberfläche, hinter die
Schale, also ins Unsichtbare zu werfen.
Gebet
Herr, unser Gott.
Du rufst uns zur Umkehr. Du möchtest, dass wir zum Kern, zur
Herzmitte vorstoßen. So hilf uns jetzt, dass uns ein Schritt dahin
gelingt -
durch Christus, unseren Herrn.
Gewissenserforschung
-
Meditation
I. Der Blick
fürs Unsichtbare
Im Leben sehen
wir so oft nur die Oberfläche
-
wie wir auch jetzt nur das Äußere der Erdnuss sehen können
-,
das Eigentliche bleibt uns verborgen: die Nuss liegt ja unter der
Erde. Wer nicht tiefer schaut, steht in Gefahr, die Welt
oberflächlich zu beurteilen und Wesentliches, ja Geheimnisse zu
übersehen. Wir hören ein paar Beispiele:
1. Spr.: Unterhalb der Oberfläche,
unterhalb des dicken Baumes
gibt es eine starke Wurzel,
die saugt Nahrung aus dem Boden,
die schickt Wasser in die Zweige,
die gibt Halt, wenn Stürme wehen.
Und wir sehen nichts davon.
2. Spr.: Unterhalb der Oberfläche,
unterhalb in Stadt und Land,
gibt es Gullys, gibt es Rohre,
liegen Kabel und Kanäle
für den Strom und für das Wasser,
für das frische und verbrauchte.
Und wir merken nichts davon.
1. Spr.: Unterhalb der Oberfläche,
unter unserer dünnen Haut
geht ein Netz von feinen Adern,
liegen Nerven, liegen Sehnen,
kämpfen Viren, wachsen Zellen,
pulst das Leben, kreist das Blut.
Und wir spüren nichts davon.
2. Spr.: Unterhalb der Oberfläche,
unterhalb der Schädeldecke
nisten Träume und Gefühle,
wohnt Erinnern und Vergessen,
lebt Bewusstes und Verdrängtes,
das uns prägt und das uns steuert.
Und wir wissen nichts davon.
(Hermann Josef Coenen, Meine
Jakobsleiter, Patmos)
·
Habe ich noch den Blick, der tiefer
sieht, der das soziale Netz zu schätzen weiß, z.B.
- Wasser im Keller und die Feuerwehr kommt es abpumpen!
- Das Kind blutet fürchterlich und der Notarztwagen steht gleich
vor der Tür!
- Der Nachbar, der im Urlaub meine Post annimmt oder das Haus mit
beobachtet!
- Die Zeitung
-
wie selbstverständlich täglich im Briefkasten!
-
Bin ich für
all das dankbar oder sehe ich das als selbstverständlich an
- ich zahle
ja schließlich!?
Liebe
Jugendliche! Ist euer Zuhause nur noch Ess- und Schlafstelle? Merkst
du noch, wenn du spät aus der Disco kommst, dass sich, wenn unten
die Tür geht, Mutter oben dann erst in den Tiefschlaf verabschiedet?
Oder wenn du mit Frust aus der Schule kommst, jemand da ist, der dir
zuhört? Ist dir bewusst, dass deine Eltern all dein Tun und Lassen
mit Hoffnung und Sorge verfolgen
-
vielleicht sogar mit ihrem Gebet begleiten, auch wenn dich das
manchmal nervt?
-
Sehen wir alle
noch mit dem Herzen gut, denn das Wesentliche ist unsichtbar!
Lied: Ein Funke, aus Stein
geschlagen ... Text und Noten siehe ...
Weg, den ein Stern erhellt, Licht in der Schattenwelt ... Tr
500, alle Strophen:
II. Den
eigenen Dunkelheiten vertrauen
Erdnüsse haben
eine große Widerstandsfähigkeit, sind lange haltbar und weisen einen
hohen Nährwert auf. Die Samen enthalten 40 bis 50 Prozent Öl und
etwa 20 bis 30 Prozent Proteine. Sie sind zudem eine hervorragende
Quelle von Vitamin B. Treffliche Eigenschaften auch für die Schätze,
die wir innen tragen, von denen wir aber
-
wie bei einem Eisberg
-
nur ein Siebtel kontrollieren können, d.h. wir tragen Dunkelheiten
in uns, die uns stark machen, die uns aber auch herunterziehen
können. Wissenschaftler, ja Dichter, sagen: „Die Welt hat eine Tag-
und eine Nachtseite.“
Auch wir tragen eine Tag- und eine Nachtseite in uns. Die Tagseite
ist meist mit dem Verstand zu kontrollieren. Um aber die
Nachtseite zu erspüren, muss ich ins Abseits gehen, Stille und
Schweigen suchen, um die leisen Töne in mir zu vernehmen; um die
feinen Energien und Kraft-felder in mir aufzuspüren. (Nach Jörg
Zink)
·
Nehme ich mir noch genügend Zeit zum Nachdenken oder lasse ich mich
abends von den Massenmedien zuschütten? Kanalisiere ich noch meine
Kräfte oder verpulvere ich sie in zu viele Aktivitäten, die mich
langsam auffressen? Was wäre abzuwählen, wenn ich an meine Mitte,
meine Familie und meine Gesundheit denke?
Orgelspiel
Die leisen Kräfte
sind es, die mich tragen. Wie verhalte ich mich aber, wenn ich
spüre, dass die negativen Dunkelheiten in meinem Inneren mir zu
schaffen machen?
1. Spr.: Ein Mann sah sich von
einer großen gefährlichen Schlange bedroht. Er tat, was ihm nützlich
erschien: Er begann gegen sie zu kämpfen. Doch die Schlange war
über-mächtig. Der Mann erkannte das und versuchte zu fliehen. Aber
die Schlange folgte ihm und der Kampf begann von Neuem. Der Mann
fand nie mehr Ruhe. Seine Kräfte verzehrten sich in der Abwehr der
Schlange; er vermochte nichts anderes mehr zu leisten.
2. Spr.: Eines Tages sah ein
Weiser das vergebliche Bemühen des Mannes und sagte:
„Gib es auf zu fliehen und gib es auf zu kämpfen.“
„Aber“, rief der Mann, „dann frisst mich doch das Ungetüm!“
„Folge meinem Rat“, sagte der Weise, „und du wirst Ruhe haben.
Schlüpfe neben die Schlange, leg dich an ihre Seite, passe dich
ihren Windungen an, so wird sie niemals mehr dich angreifen und du
bist gerettet.“
Der Mann tat so und fand Frieden.
(Indische Legende)
Es ist wie mit
dem Sohn des Rabbi, der in einer anderen Gemeinde den Sabbat
verbracht hatte. Als er zurückkam, fragten sie ihn neugierig: „Haben
sie irgendetwas anders gemacht als wir?“
„Ja“, sagte er. „Und worin bestand die Lehre?“ Da lachte er: „Liebe
deinen Feind wie dich selbst!“
„Aber“, meinten sie, „das sagen wir hier doch auch! Wieso hast du
etwas anderes gelernt?“
Da antwortete er: „Sie lehrten mich, den Feind in mir selbst
zu lieben!“
·
Wie sehen die Schatten in mir aus, mit denen ich kämpfe?:
- Fühle ich mich nicht genug anerkannt, wenig begabt oder nicht
schön genug?
- Schätze ich mich manchmal als taube Nuss ein?
- Ist meine Ehe doch kein Paradies und sind meine Kinder nicht zum
Vorzeigen geeignet?
- Zerbrachen meine Träume und guten Vorsätze?
- Möchte ich wie eine Mimose behandelt werden, aber anderen begegne
ich mit der Brechstange?
Stille
·
Warum gleiche ich mich nicht den Windungen der Schlange in mir an?
- Kann ich mich manchmal ihrer Übermacht nicht erwehren?
Es gibt
„Scherben“, die kannst du mit noch so großer Anstrengung und mit
aller Liebe nicht heilen, die musst du liegen lassen. Erst wer seine
Schwächen versteht und annimmt, kann mit ihnen arbeiten und sie in
Stärken verwandeln. Die verborgenen Kräfte der Erdnuss, ihre große
Widerstandskraft, ihr hoher Nährwert und ihre lange Haltbarkeit: All
das steckt auch in meinen Dunkelheiten!
Stille
·
Diese Dunkelheiten kannst du auch Gott in die Hände legen. Jesus kam
doch, um mit zutragen, um stark zu machen. Warum hänge ich mich
nicht bei ihm ein? Spüre ich, dass mein Vertrauen auf ihn schwindet,
auch weil ich mir zu wenig Zeit für diesen Wegbegleiter lasse?
Lesung
Paulus schreibt
im 2. Korintherbrief: Liebe Schwestern und Brüder!
Gott sprach: Aus Finsternis soll euch Licht aufleuchten. Jesus
Christus ist in unseren Herzen aufgeleuchtet ... Diesen Schatz
tragen wir in zerbrechlichen Gefäßen. So wird deutlich, dass
das Übermaß der Kraft von Gott und nicht von uns kommt. Von
allen Seiten werden wir in die Enge getrieben und
-
finden doch noch Raum; wir wissen weder ein noch aus und
-
verzweifeln dennoch nicht; wir werden gehetzt und
-
sind doch nicht verlassen; wir werden niedergestreckt und
-
doch nicht vernichtet (2 Kor 4,6-9)
Lied: Dir bringen
wir die ungelebten Träume ... Heft 232, 1.
-
4. Str.
III. Vertrauen
auf den unsichtbaren Gott
Schuldbekenntnis
-
Vergebungsbitte
-
Segen
Aktion
Erdnuss essen
oder zur Erinnerung an den Christbaum hängen?
Schlusslied
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