Bußfeier Ostern 2003
 
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27.08.06

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Das Empfangene weitergeben
Bußfeier im Symbol einer Brunnenschale
Ostern 2003


Vorbereitungen

Die Grafik ist entsprechend vergrößert im Altarraum gut zu sehen oder auf das Liedblatt kopiert.

Lied zu Beginn

Freu dich über jede Stunde…  Heft 237, 1. -3. Str.

Hinführung

Sie haben eine Karte erhalten, die schon das Auge entspannen lässt. Wer hat nicht schon die Wohltat genossen, nach einer anstrengenden Wanderung an solch einer Stelle Rast zu machen und sich am köstlichen Nass zu erfrischen? Dieser Vorgang soll uns eine Betrachtung wert sein, weil er uns in die Geheimnisse des Lebens führt.

Gebet

Herr, unser Gott. Ohne Wasser kein Leben. Wir danken dir für all die lebendigen Quellen dieser Welt, aber auch für die in dir, die unsere Lebenskraft erneuert, wenn wir sie empfangen. So sei jetzt die heilende Quelle, die über unser verwundetes Leben fließt. Stille den Durst unserer Sehnsucht – durch Christus, unseren Herrn.

Gewissenserforschung – Meditation

1. Unser Leben – von Quellen gespeist

Wir schauen auf den Zufluss, der die Brunnenschale immer wieder neu füllt. Das Wesentliche im Leben bekommen wir in unsere Brunnenschale geschenkt: von den Eltern, vom Partner, von den Kindern, der Gesellschaft und natürlich zuletzt und zu allererst von Gott. Wer das erkennt, durchschaut das Lebensgeheimnis und findet zur ersten und richtigen Antwort eines Geschöpfes: Zum Danken.
Das Wort „Danke“ darf darum öfter in unserem Leben vorkommen. Es wäre auch das richtige kurze Morgengebet auf der Bettkante: Danke!
Der evangelische Theologe Dietrich Bonhoeffer hat den Teufelskreis, in dem wir und unser Land steht, schon vor über einem halben Jahrhundert deutlich aufgezeigt. Er schreibt:
„Undankbarkeit beginnt mit dem Vergessen, aus dem Vergessen folgt Gleichgültigkeit, aus der Gleichgültigkeit Unzufriedenheit, aus der Unzufriedenheit Verzweiflung, aus der Verzweiflung der Fluch. (Mit dem Wort „Fluch“ umschreibt er wohl die Absicht, sich selbst das Leben nehmen zu wollen: Das geschieht zehnmal öfter in reichen als in den bitterarmen Ländern). Lass dich fragen, ob dein Herz durch Undank so mürrisch, so träge, so müde, so verzagt geworden ist.“
 

Also: Uns wachsen dann nicht die Augen zu, wenn wir danke sagen für alles, was uns letztlich geschenkt wird.

1. Spr.:    Gott, ich danke dir für das Wasser,
                das wie ein Quell aus der Tiefe aufbrechen kann, um zu heilen.
                –  wie der Kranke am Teich Bethesda sich beschenkt fühlte.
                Ich danke dir für das Wasser,
                das die Tränen der Wut und des Schmerzes in mir abwischen kann.
 

2. Spr. :   Ich danke dir, der du kommen kannst
                wie der Tau aus der Höhe oder wie das Grundwasser,
                zu dem Wurzeln sich ausstrecken, um das Wasser des Lebens zu finden.
                Ich danke dir, der sich spiegeln kann
                im Wasser der Brunnenschale,
                aber sich auch nicht zu schade ist,
                eine Pfütze aufleuchten zu lassen.

1. Spr.:     Ich danke dir für das Wasser, das nicht verschlingen,
sondern stärken will;
das Jesus trug, als er auf die Jünger im Boot zuging. –
 
Du bist wie ein kostbarer Trank
für den dürstenden Körper
und für eine enttäuschte Seele.

2. Spr.:   Du kennst den Weg zum Brunnen Gottes,
                der auch uns und alle einlädt:
                „Kommt alle zu mir, die ihr Durst habt!
                Ich kann euren Lebensdurst stillen!“

·         Wir fragen uns: Welche Menschen sind für mich Quelle des Lebens? Danke ich ihnen schon einmal dafür, dass sie mir Kraft zum Leben geben? Bin ich auch für die kleinen Freuden des Alltags dankbar? Gibt es Worte aus der Hl. Schrift, die mir zum Lebensbrunnen geworden sind? Glaube ich an die erlösende Liebe Gottes? Dass seine Barmherzigkeit wie ein Strahl Wasser auch den Schmutz und die Schuld von meiner Seele wegspült? Nehme ich mir sonntags für die große Dankfeier der Gemeinschaft gegenüber Gott, der hl. Messe, immer die Zeit? (Stille)

Diakon:

Jesus sagte am Jakobsbrunnen zu der Samariterin: „Wer von dem Wasser dieses Brunnens trinkt, wird wieder Durst bekommen. Wer aber von dem Wasser trinkt, das ich ihm geben werde, wird niemals mehr Durst haben. Vielmehr wird das Wasser, das ich ihm gebe, in ihm zur sprudelnden Quelle werden, deren Wasser ewiges Leben schenkt“. Da sagte die Frau zu ihm: „Herr, dann gib mir dieses Wasser!“ (Joh 4,13-15a)

Lied

Geh, geh, geh zum Fels… Heft 71, alle Strophen

2. Sich Zeit lassen für das Füllen der Brunnenschale

In einem alten Brunnenspruch heißt es – ähnlich wie auf unserer Karte: 

Der alte Brunnen spendet leise
sein Wasser täglich gleicherweise.
Ich möchte diesem Brunnen gleichen
und leben, um anderen darzureichen.
„Doch geben, geben alle Tage,
Brunnen, wird dies nicht zur Plage?“
Da sagt er mir als Jochgeselle:
„Ich bin ja Brunnen nur, nicht Quelle!
Mir fließt es zu – ich geb es weiter,
das macht das Leben froh und heiter!“ –
Nun leb ich nach der Brunnenweise,
zieh freudig meine Segenskreise:
Was mir von Christus fließt ins Leben,
das kann ich ruhig weitergeben.
(Textrechte: Schäfer-Verlag Plauen i. V.)

Genau hier hat aber die christliche Verkündigung etwas zu kurz gegriffen. Das Hauptgebot: „Du sollst Gott lieben und den Nächsten wie dich selbst“ wurde immer schnell auf „Immer nur geben, immer nur geben!“ gedeutet. Nach den heutigen Erkenntnissen der Psychologie wissen wir:
Für das Lieben „wie dich selbst“ darf ich mir auch Zeit lassen, denn wer immer nur gibt, teilt irgendwann auch Schlamm aus der Brunnenschale aus.
Lieben wir uns selbst noch genug? Denn nur wer froh und begeistert ist, kann auch anderen Freude vermitteln und begeistern.
Umgekehrt: „Wer sich selbst nicht riechen kann, der stinkt auch anderen.“ Hier überfordern wir auch manchmal unsere Jugendlichen! Wir meinen: „So, jetzt habt ihr jahrelang empfangen, jetzt teilt mal endlich aus!“ Aber sie sehen sich selbst noch mit leerer Brunnenschale. Und solange einer „Nein“ zu sich selber sagt, sozusagen die Pickel seines Gesichts im Spiegel zählt, solange kann er auch noch nicht vorbehaltlos „Ja“ sagen zu einem anderen Menschen; klammert sich eher nur an. Auch das Ja zu Gott fällt dann schwer.
Also erst, wer zu sich selbst gefunden hat, der kann den Spruch auf der Karte akzeptieren: Wenn ich die Liebe, die ich empfangen habe, liebend an andere weitergebe, dann kommt so viel zurück, dass ich erfüllt leben kann.
Ich muss mir also auch Zeit für die Selbstliebe lassen, in der sich meine innere Brunnenschale füllen kann. Der heilige Franz von Sales drückte das einmal so aus: „Der Mensch braucht, um glücklich zu sein, täglich eine halbe Stunde nur für sich. Mit einer Ausnahme: Wenn es ein besonders hektischer Tag ist, dann braucht er eine Stunde – nur für sich!“
Oder ein Meister der Meditation, Elmar Gruber, sagt in seinen Vorträgen: „Wissen Sie, worauf es im Leben ankommt?: Dass es mir gut geht!“ Das klingt nach Egoismus und Eigenliebe, meint aber eben diese angesprochene Selbstliebe.

·         Teile ich manchmal nur Schlamm aus? Fühle ich mich leer? Schütte ich meine innere Brunnenschale mit zu viel Fernsehen, Computer und Musik zu? Verdunsten meine Freundschaften, weil ich sie nicht mehr pflege? Nehme ich mir genug Zeit für den Partner und die Kinder? Plätschere ich zu viel im Reden hin – im Reden auch über andere? Spüre ich noch Sehnsucht im Herzen? Nehme ich mir noch feste Zeiten für ein Gespräch mit Gott – oder ein Hören auf Gott? (Stille)

1. Spr.:   Sag ja zu dir, so wie du bist,
nur wer barmherzig mit sich ist,
ist’s auch zum andern neben sich.
Gott will, dass du ihn liebst wie dich.

2. Spr.:   Sei gut zu dir und nimm dich an.
Nur wer sich selber lieben kann,
liebt auch den anderen neben sich.
Gott will, dass du ihn liebst wie dich.

1. Spr.:   Entdecke dich und deinen Wert.
Nur wer die eigenen Gaben ehrt,
ehrt auch den anderen neben sich.
Gott will, dass du ihn liebst wie dich.

2. Spr.:   Vergib dir Fehler und Fragment.
Nur wer die eignen Grenzen kennt,
vergibt dem anderen neben sich.
Gott will, dass du ihn liebst wie dich. 

1. Spr.:   Gott nimmt dich an und ist dir gut.
Gib weiter, was er Gutes tut,
an deinen Nächsten neben dir.
Dann wird aus ich und du ein Wir. 

(Aus Detlev Block, In Deinen Schutz genommen. Geistliche Lieder, Verlag Vandenhoeck & Ruprecht, Göttingen 1980)

Lied:

GL 165, Refrain mit Orgel, jeweils die Strophen abwechselnd – Männer/Frauen – beten.

3. Das Empfangene vorbehaltlos weitergeben

Wir schauen wieder einmal auf die Karte: Jeder, der vorbei kommt, darf trinken. Hier liegt das Geheimnis unseres Lebens: Wenn ich vorbehaltlos weitergebe, was ich letztlich geschenkt bekommen habe, kommt so viel zurück, dass es mich erfüllt und dankbar macht. Auf den ersten Blick ist der reicher, der alles anhäuft und hortet. Aber erst die Freude verdoppelt sich, die ich weitergebe. Empfangen und Geben, Geben und Empfangen, das hält unsere Welt in Bewegung und bereichert unser Miteinander.

·         Ist Gutheit wirklich Dummheit? Kann ich ein Geschenk dankbar annehmen oder überlege ich mir sofort, was ich zurückschenken könnte? Möchte ich auf Kosten anderer ganz groß herauskommen? Sind mir manche ganz egal? Interessiere ich mich für die Probleme anderer - oder glaube ich, selbst genug um die Ohren zu haben? Ist es mir bewusst, dass ich Gott besonders in notleidenden Menschen begegne? Ist meine Abgabe an sie – auch in der Kollekte – engherzig oder großzügig? (Nach dem Maß, mit dem wir andere messen und zuteilen, werden wir einmal zugeteilt bekommen! [Mt 7,2 b] (Stille)

1. Spr.:     Unsere Welt geht nicht zugrunde aus Mangel an Wissen, Sachverstand und Können, sondern aus Mangel an Bereitschaft, seine Begabungen und Talente selbstlos in die Gesellschaft einzubringen – auch über den Weg der ehrenamtlichen Arbeit.

2. Spr.:     Aus der Brunnenschale „Staat“ wollen alle trinken: Kinderreiche und Arbeitslose, Asylbewerber und Obdachlose, Studenten und Vorruheständler. – –
Aber geben wir genügend „Wasser“ in die Schale?

1. Spr.:     Aus der Brunnenschale „Kirche“ wollen alle trinken. Gottesdienst am Ort zur passenden Zeit, Jugendmesse und Kleinkindergottesdienst, Tischmesse und Mozartmesse, Bibelkreis und Gruppenstunde, schöne Trauung und Kindergarten. – –
Aber geben wir genügend „Wasser“ in die Schale?

2. Spr.:     Jede Partnerschaft, jede Familie ist wie eine Brunnenschale:
Gib mir Nähe! Gib mir Wärme!
Kratz mir mal den Rücken!
Hab mich lieb und mach mich glücklich.
Ist das Hemd noch nicht gebügelt? – –
Doch geben wir genügend „Wasser“ in die Schale?

1. Spr.:     Darum glücklich der Mensch, der wie eine Quelle ständig frisches Wasser hervorbringt und deren Vorratskräfte nie versiegen. Er erfrischt alle, die ihm begegnen. Und dieser Mensch selbst fühlt sich frei und zufrieden.

2. Spr.:     Darum glücklich der Mensch, der um die Quellen in Gott weiß, wenn die Kräfte schwinden, die Ansprüche ins Unendliche wachsen oder die Undankbarkeit und Gleichgültigkeit wehtun. Er ist nicht wie Konfetti, das vom Winde verweht wird.
Er weiß sich vielmehr geborgen in dem, der ihn hält und neue Quellen fließen lässt.

Orgelmusik (ca. 3 Minuten)

Lied

Wo Menschen sich vergessen… Heft 176

Schuldbekenntnis – Lossprechungsbitte

Hinführung.

Die Vergebung Gottes setzt voraus, dass wir auf seine Barmherzigkeit vertrauen. Selbst wenn wir uns wie im Eimer fühlen, aus dessen Löcher all das herausläuft, was wir geschenkt bekommen, warum macht uns das hoffnungslos traurig, wenn wir ihn in das Meer der Barmherzigkeit Gottes tauchen können?
Von unserer inneren Haltung her genügt es, wenn wir uns eingestehen, dass wir hinter unseren Möglichkeiten geblieben sind.
Darum wollen wir jetzt sprechen:
Ich bekenne … (weiter GL 353,4)

Aktion

Nehmen Sie die Karte mit und stellen Sie sie irgendwie gut sichtbar hin, um sich zu erinnern…

Schlusslied

Heb die Augen… GL 854, 1.-3. Str.

Segen

(Willi Hoffsümmer)

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