Bußfeier Advent 2003
 
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Stand
27.08.06

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Bußfeier im Advent mit einem Faltblatt

Weihnachten 2003
(für Jugendliche und Erwachsene)


Vorbemerkung

Das Faltblatt, von einer Büroklammer zusammengehalten, wird erst nach dem „Gebet“ ausgeteilt, damit es aus Neugierde nicht schon vorher konsumiert wird.

 

 

 

    5)  DIN A4

 

Das brennende Herz

 3) DIN A6

Die Leiter
in den Himmel

 

 

4) DIN A5

 

Der lächelnde

Engel

1) DIN A7

Thema:
Mache dich auf!

2) DIN A7

 Die
offene
Tür

6) Die gesamt Rückseite = DIN A 3
Dienen wie ein Esel

Vorbereitung

Für jeden ein Faltblatt gemäß oben stehender Zeichnung. 

6) DIN A 3

Dienen wie ein Esel

4) DIN A 5

Der lächelnde Engel

3) DIN A 6

Die Leiter in den Himmel

1) DIN A 7 + 
2) DIN A 7

1) Mache dich auf
2 )Die offene Tür

Die Bilder zum Vergrößern anklicken

Abkürzungen

L.                       =  Gottesdienstleiter oder Gottesdienstleiterin
GL                      =  Gotteslob
Spr.:                   =  Sprecherin oder Sprecher
                          =  Es folgen Gewissensfragen
„Troubadour“     = Liederbuch „Troubadour für Gott“,                                                          Kolping-Bildungswerk, Sedanstr. 25, D-97082 Würzburg 

Lied

Meine engen Grenzen ... „Troubadour“ 115

Hinführung

Sie haben beim Hereinkommen sicherlich vermisst, dass Ihnen - wie sonst gewohnt - ein Gegenstand überreicht wurde, der als roter Faden bei der Bußfeier und als Erinnerung dient.  Er kommt noch in Gestalt eines Faltblattes. Zuerst aber lasst uns beten!

Gebet

Herr, unser Gott. Wir sind hier, weil wir spüren: Unser Wohlstandsdenken ist überentwickelt, unsere Nächstenliebe unterentwickelt, die Kinderfreude ist weg-entwickelt, die Alten werden fort-entwickelt, unser Christentum ist rück-entwickelt. Vielleicht kannst du uns noch retten aus dieser äußerst verwickelten Lage. Darum bitten wir durch Christus, unseren Herrn.

(Nach Christa Peikert-Flaspöhler)

Aktion

Das Faltblatt wird ausgeteilt - mit der Bitte, es noch nicht zu öffnen. Entsprechend langes Orgelspiel.

GEWISSENSERFORSCHUNG - MEDITATION

(Bitte auswählen und durch Lieder unterbrechen)

1. Mache dich auf!

Wir sehen das Hinweisschild am Beginn einer Straße, die in einem hellen Licht mündet. Sie haben sich schon äußerlich aufgemacht und sind hierher gekommen. Jetzt kommt es noch darauf an, auch innerlich bereit zu sein, aufzubrechen.

1. Spr.: Sich aufmachen heißt zuerst, sich einzugestehen, dass ich in vielem genauso bin wie die anderen Leute, die ich ablehne. Auch ich bin oft oberflächlich, lieblos und kalt.

2. Spr.: Ich bin wie die anderen Leute mit meinen Gedanken und Plänen hauptsächlich dabei, wie ich an genügend Knete komme. Ich weiß mir meine Vorteile zu verschaffen! Hauptsache, mir geht es gut! Wenn es nötig ist, kann ich auch schon einmal einen faulen Trick anwenden. Nach außen gebe ich mich natürlich gewissenhaft und seriös.

1. Spr.: Ich bin wie die anderen Leute: leicht verführbar; lege mich abends vor die Glotze; bin empfänglich für Reize aller Art. Habe manchmal Gedanken, für die ich mich schämen müsste.

2. Spr.: Ich bin wie die anderen Leute: Unpolitisch! Ich schimpfe über das, was die „da oben“ machen. Ich lasse es zu, dass durch eine falsche Politik der Jugend die Zukunft gestohlen wird. Den Tod verhungernder Kinder nehme ich nur zur Kenntnis. Aber mich am Ort irgendwo engagieren? Hauptsache: Ich komme über die Runden. Und kann mir alles leisten.

1. Spr.: Wenn ich ehrlich bin, muss ich auch vor dir, Gott, bekennen, dass ich bin wie die anderen Leute: Im Glauben gleichgültiger geworden. Ich kämpfe auch nicht mehr für die Kirche. Eine Alternative habe ich nicht gefunden. Eigentlich frage ich nichts mehr diesbezüglich, bewege nichts und ersehne nichts.

2. Spr.: Wenn ich ehrlich bin, muss ich sagen: Gott sei mir Sünder gnädig!

(Nach Manfred Fischer)

Kanon: Mache dich auf ... „Troubadour“ 507 (Kanon)

2. Die offene Tür

Wir schauen auf die Rückseite. Wie sehen eine geöffnete Tür. Wer seine Herzenstür nicht öffnet und keinen Schritt aus sich heraus tut, dem fällt Jahr für Jahr eine Tür nach der anderen zu. Wenn es meine Herzenstür ist, die ich da sehe, frage ich mich:

     Bin ich ein offener oder eher verschlossener Mensch? Kann ich meine Gefühle nicht aus­drücken? Habe ich mich selbst eingesperrt hinter eine Tür des Schweigens und des Scheins, des Misstrauens und der Angst? Öffne ich mich noch für die schönen Dinge des Lebens? Blocke ich im Gespräch mit den Kindern oder dem Partner ab? Wem habe ich voller Zorn die Tür zugeschlagen? Trage ich eine Schuld des anderen sehr lange nach? Kann sich bei mir einer sein Herz ausschütten? Lass deine Herzenstür doch wenigstens einen Spalt offen, damit sie aufgestoßen werden kann!

     Und umgekehrt: Wie gehe ich mit einem verschlossenen Menschen um? Versuche ich, mit Geduld und Liebe Zugang zu finden und ihm zu helfen, sich zu öffnen? Welche verschlos­sene Tür tut mir besonders weh? Was müsste ich ändern, um für andere eine „Tür zu Gott“ zu sein?

     Gott klopft besonders im Advent an meine Herzenstür. Gebe ich ihm eine Chance - im Gebet, im Gottesdienst, im Lesen der Bibel? Oder dröhne ich mich zu durch Enttäuschung, Zweifel, tausend Termine?

Lied: Macht hoch die Tür ... GL 107,1. + 5. Str.

3.  Die Leiter in den Himmel

(Wir falten das Blatt einmal auf.)
Die Spitze der Leiter berührt den Himmel. Sie erinnert an die Jakobsleiter.
Jakob war auf der Flucht vor seinem zornigen Bruder: vor Esau, von dem er mit einer List den väterlichen Erstgeburtssegen erschlichen hatte. Der bedeutete damals fast alles. Jetzt ließ er eine zerstörte Familie zurück und floh in eine ungewisse Zukunft, sozusagen in die Wüste. Dann die Sensation: Diesem Egoisten, dieser Ich-AG, sagt Gott im Traum von der Himmels­leiter: „Ich bin mit dir. Ich behüte dich, wohin du auch gehst!“ (Gen 28,15).
Dieser Sünder, dieser Jakob, wird sogar eingereiht in die Kette der Verheißungsträger. Auch in der Sünde reißt die Verbindung mit Gott nicht ab!

Darum sind wir alle hier genau richtig, die etwas auf dem Kerbholz haben; die unter ihrer Schuld leiden; die spüren, wie ihr Ich zu breit geworden ist: Gott will trotzdem mit uns gehen! ---
Schauen wir auf die Leiter: Sie berührt den Himmel. Es gibt einen Aufstieg des Menschen zum Himmel, weil es einen Gott gibt, der in Jesus herabgestiegen ist. ---
Wann dieser Himmel sich öffnet, das erfahren wir in folgendem Lied.

Lied:        Wo Menschen sich vergessen ... „Troubadour“ 790
       ( ... da berühren sich Himmel und Erde ... )

Oder:       O Heiland, reiß die Himmel auf ... GL 105

4.  Der lächelnde Engel

(Wir falten einmal weiter auf.)

Kann so der Engel Gabriel ausgesehen haben, der zuerst Maria angelächelt hat, bevor er sagte: „Fürchte dich nicht!? - Kann so der Engel Rafael ausgeschaut haben, der den jungen Tobias in ein fernes Land begleitet hat und später den alten Tobit von seiner Blindheit heilte? -

Kann so der Engel auf den Feldern Bethlehems ausgesehen haben, der unter dem Jubel der Heerscharen denen den Retter verkündete, die im Dreck lagen und die sogar ohne Blume in der Hand des Engels die gute Nachricht verstanden!? -

Kann so mein Schutzengel aussehen? Und ich spreche nicht mit ihm über meine Freude oder über meine Sorgen? Und ich nehme den Kindern abends nicht die Angst, weil ich ihnen den Schutzengel vorenthalte? -

Schauen wir genau in sein Gesicht. Dieses leise Lächeln ist ein Hauch von Heiterkeit. Da ist eine Gelöstheit, die sicherlich in den Tonfall und die Klangfarbe seiner Botschaft einfließt. Solche Engel braucht die Kirche! Wenn ihr das Lächeln vergeht, wird die Frohe Botschaft nicht mehr verstanden. Denn verbissene Mienen verschließen. Uns allen tut diese Gelöstheit gut.

Bin ich so ein Engel? Solche Engel braucht besonders die Kirche!

1. Spr.: Manche Menschen wissen nicht,
wie wichtig es ist, dass sie einfach da sind.
Wie gut es tut, sie nur zu sehen.
Manche Menschen wissen nicht,
wie wohltuend ihre Nähe ist,
wie viel ärmer wir ohne sie wären.

2. Spr.: Manche Menschen sind wie Geschenke des Himmels.
Engel in Menschengestalt.
Engel, die uns Mut machen.
Uns zum Lachen bringen.
Uns ein Stück weit an die Hand nehmen. -
Sie wüssten es, würden wir es ihnen sagen!
(sehr leise wiederholen:)
Sie wüssten es, würden wir es ihnen sagen!

(Nach Paul Celan)

1. Spr.: Komm, Heiliger Geist, und erfülle unsere Augen,
damit unsere Blicke ermutigen und stärken.
Komm, Heiliger Geist, und segne unsere Ohren,
damit wir Lob und Anerkennung heraushören
und uns darüber freuen.

2. Spr.: Komm, Heiliger Geist, und bewege unsere Lippen,
damit wir fröhlich und unbefangen lächeln können.
Komm, Heiliger Geist, und stärke unsere Hände,
damit sie Trost und Nähe schenken können.

(Nach Dorothea Schwarzbauer-Haupt)

Lied: Bewahre uns Gott ... „Troubadour“ 335

5.  Das brennende Herz

(Wir falten einmal weiter auf.)
Wir sehen ein Herz aus Eisen geschmiedet, widerstandsfähig und stabil, aber hart und unbeweglich. Es kann leicht vereisen und erfrieren lassen. Erst muss es von Feuerflammen so lange durchglüht werden, bis es biegsam wird und sich formen lässt.

Schon der Prophet Ezechiel spricht zu seinem Volk die Botschaft eines befreienden und gegen­wärtigen Gottes:

„Ich nehme das Herz von Stein aus eurer Brust und gebe euch ein Herz von Fleisch ...                     Ich befreie euch von allem, womit ihr euch unrein gemacht habt“ (Ez 36,26b.29a).

Das Herz ist unser Zentrum. Wir fragen uns:

     Wo bleibt mein Herz hart und will keine Entschuldigung annehmen? Wo zeige ich nur ein kaltes, verächtliches Lächeln? Wo bin ich in Lüge oder Untreue verstockt? Kenne ich noch Mut und Begeisterung? Kann ich etwas verschenken, woran mein Herz hängt? Bin ich fähig, über meinen Schatten des nur menschlich Verständlichen zu springen und im Geiste Gottes den ersten Schritt zu einer Versöhnung zu wagen?

      Wir hören eine Kurzgeschichte, die uns zeigen kann, wie viel mehr ein Mensch vermag, wenn er sich auf das Feuer des Geistes Gottes einlässt:

1. Spr.: Einst kam ein junger Mann nach Bethel zu Vater Bodelschwingh mit dem Wunsch, als Missionar nach Übersee zu gehen. Begeistert erzählte er, dass er sich dazu berufen fühle.

2. Spr.: Bodelschwingh war zunächst sehr zurückhaltend, denn er wusste, wie oft menschliche Begeisterung einen solchen Lebenswunsch auslösen konnte. So schickte er den jun­gen Mann erst einmal in das tropenmedizinische Institut, um seine Tropentauglichkeit feststellen zu lassen.

1. Spr.: Der Arzt hatte für den jungen Mann nach der umfangreichen Untersuchung eine nieder­schmetternde Nachricht: Höchstens ein Jahr werde er den Strapazen der Tropen standhalten können. Sein ärztliches Urteil: Nicht tropentauglich.

2. Spr.: Traurig zeigte der junge Mann Bodelschwingh den Arztbericht. Der fragt ihn unver­blümt: „Wären Sie denn nun bereit, für ein Jahr hinauszugehen und das unter          Umständen mit Ihrem Leben zu bezahlen?“

1. Spr.: „Ja“, sagte der junge Mann, ohne zu zögern, „ich bin bereit!“

2. Spr.: „So gehen Sie in Gottes Namen hinaus!“

1. Spr:  So wurde der junge Mann Missionar der Bethel-Mission und blieb über fünfzig Jahre auf dem Missionsfeld.

(Aus Axel Kühner, Zuversicht für jeden Tag, Aussaat Verlag 2002², S. 93)

     Warum hat bei uns heutzutage die Kirche so wenig Anziehungskraft? Zeige ich in ihr ein brennendes Herz? Wie war das mit dem Lehrer der Weisheit, zu dem ein Mensch kam, der bekannte, so richtig schön mittelmäßig in allem zu sein? Der Weise erhob sich und streckte die Hände zum Himmel empor. Da glichen seine Finger zehn lodernden Fackeln. Und er sprach: „Wenn ihr wollt, dann könnt Ihr ganz zur Flamme werden.“

(Nach Yushi Nomura)

Lied: Komm, Schöpfer Geist … GL 245, 1. + 2. Str.

6.  Dienen wie ein Esel

(Wir falten das Blatt ganz auf.)

Dieses Bild zeigt uns den Schlüssel für ein geändertes Klima in unserem unzufriedenen Land. Der Schlüssel ist der - Esel. Wir brauchen wieder Esel, d.h. Menschen, die bewusst und gerne ihren Dienst tun, auch wenn sie unter Umständen zu hören bekommen: „Du bist ein Esel!“

Beleidigt Sie der Kommentar zu Ihrem ehrenamtlichen Dienst in der Kirche: „Da muss man schon ein Esel sein, sich heutzutage in der Kirche zu engagieren!“?

Nicht ohne Grund steht der Esel so nahe an der Krippe, denn dort liegt einer, der hinabgestiegen ist aus Würde und Glanz, um bis unters Kreuz zu dienen. - Wir fragen uns

·    Wo muss ich vom hohen Ross herunter - schon in der Familie? Möchte ich herrschen, kommandieren, abkassieren; wenn’s geht, auch beim Finanzamt, d.h. an der Allgemeinheit vorbei? Bin ich bereit - wie Maria - im Vertrauen auf Gott auch zu Aufgaben ja zu sagen, deren Schwere ich noch nicht erkennen kann? (Stille)

Meditation

1. Spr.: Unser Wohlstand und unsere Gier nach immer mehr
zeigen manchmal schlimme Folgen:
Wir haben das Haus voll mit tausend Dingen,
aber haben uns nichts mehr zu sagen.
In geistiger Verarmung wird in Fernsehprogrammen herumgezappt,
mit Reisen geglänzt, aber oft ist jede Fantasie
und Spontaneität abhanden gekommen.

2. Spr.: Wir müssen vom hohen Ross wieder herunter;
uns nicht länger zu Automaten machen,
die von außen manipuliert, innen aber tot sind.
Freude und Glück fangen immer von innen an zu wachsen,
niemals von außen.

1. Spr.  Der Esel gehört aus dem Stall geholt,
der bereit ist, für andere da zu sein;
der mehr gibt als er besitzt;
der sich zur Not durch Verachtung verprügeln lässt.

2. Spr.: Denn am Ende werden wir nicht gefragt:
Was haben wir gespart und besessen,
sondern: Was hast du verschenkt - um meinetwillen?

1. Spr.: Am Ende werden wir nicht gefragt,
welches kleine oder große Imperium hast du beherrscht?
Seine Frage wird lauten: Wem hast du gedient,
wen hast du umarmt - um meinetwillen?

2. Spr.: Der Herr wird nicht fragen:
Was hast du bereist, was hast du dir leisten können?
Seine Frage wird lauten: Was hast du gewagt,
wen hast du befreit - um meinetwillen?

(Nach Phil Bosmans und Alois Albrecht)

Orgelmusik

Zusammenfassung

Machen wir uns auf den Weg!
Gehen wir durch die geöffnete Tür!
Benutzen wir die angebotene Leiter!
Versuchen wir das heitere Lächeln des Engels!
Lassen wir das Herz erglühen!
Fassen wir den Entschluss zu dienen
und machen uns voll Zuversicht auf den Weg!
Dann werden wir das Kind in der Krippe finden.

Schuldbekenntnis  -   Vergebungsbitte  -   Segen

Entlassung

Nehmen Sie das Faltblatt mit. Es gibt auch - wie nach der Beichte - eine Buße: Die wesentlichen Gedanken dieser Bußfeier anhand der Grafiken wenigstens einer oder einem weitererzählen. 

Schlusslied

Tauet, Himmel, den Gerechten ... GL 830, 1. + 2. Str.
Jetzt ist die Zeit ... „Troubadour“ 758
O komm, o komm, Immanuel ... GL 829, 1. + 2. Str.

Willi Hoffsümmer


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