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27.08.06

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Das Kind gehört in die Mitte

Übertragung eines Gottesdienstes
aus St. Cosmas und Damianus in Bergheim-Glesch
im Domradio am Sonntag, 21.9.2003, 25. So. i J. B


Wichtig: Keine akustischen Löcher entstehen lassen!

Eine Minute vor Beginn: Orgel

Festliche Orgelmusik zum Einzug.

Bevor das Lied intoniert wird: Ansage des Liedes aus dem Gotteslob – in der Regel durch
Z = Zelebrant

Thema: Das Kind gehört in die Mitte

Lied zu Beginn

GL 644, 1. – 3. Str.:    Sonne der Gerechtigkeit

Hinführung

Wir stellen uns in den Schutz des Kreuzes und beginnen: Im Namen des Vaters …
Der Herr sei mit euch!

Heute dürfen wir auch die Hörerinnen und Hörer des Domradios in unserer Mitte wissen, die diesen Gottesdienst mitfeiern.

Die meisten jungen Eltern legen abends nicht mehr ihre großen Hände um die kleinen ihrer Kinder oder zeichnen ihnen ein Kreuz auf die Stirn. Ja, sie wissen oft nicht einmal mehr für sich, was das heißt: Mit Gott sprechen und auf ihn vertrauen. Es geschieht meistens unbewusst, aber eigentlich betrügen sie ihre Kinder um Gott.

Wenn dann nur der Glaube an das Diesseits bleibt, steigt die Angst, dass man am Ende leer ausgeht. So wachsen in unserer schwieriger werdenden Zeit Gewaltbereitschaft und Giftigkeit im Miteinander.

Wir sind hier, um Gott zu danken und zu loben und uns seiner Hilfe zu versichern, auf dieser Welle nicht mitzureiten.

Kyrieruf

Jesus Christus. Du hast uns die gute Nachricht von einem barmherzigen Gott gebracht. –
Herr, erbarme dich.                A.: Herr, erbarme dich.

Du willst uns Geborgenheit schenken. – Christus, erbarme dich.              A.: Christus, erbarme dich.

Dir dürfen wir auf all unseren Wegen vertrauen. – Herr, erbarme dich.      A.: Herr, erbarme dich.

Der mächtige Gott erbarme sich unser…

Glorialied
Gloria, Ehre sei Gott, 1. + 2. Str.:      Heft 18                        oder Kanon: Gloria, gloria

Tagesgebet

Guter Gott. Wir glauben, du bist da. Deine Gegenwart durchdringe uns wie die Luft, die wir atmen. Sie mache uns stark, dein Gebot der Liebe zu dir und zu unserem Nächsten zu erfüllen. Darum bitten wir – durch Christus, unseren Herrn.

2.Lesung aus dem Jakobusbrief  

Einleitung: Die Weisheit von oben macht friedlich und freundlich.

Lesung aus dem Jakobusbrief!

Liebe Schwestern und Brüder!

Jetzt wie im Lektionar (Jak 3,16 - 4,3)

Am Ende nach 4 Sek. Stille:  Lasst uns danken für Gottes Wort.

Zwischengesang
GL 520, 1.+2. Str.       Liebster Jesu, wir sind hier…

Halleluja-Ruf

Evangelium nach Markus
Einleitung
: Was stellen wir in unserem Leben in die Mitte?

(Mk 9,33-37) 

Predigt

Liebe Christen jung und alt, nah und fern!

Er stellte ein Kind in ihre Mitte

Ein Kind geht zum Vater, der von der Arbeit kommt, und fragt: „Papa wie viel Geld bekommst du für eine Stunde Arbeit?“ Erstaunt sagt der Vater: „So um die 20 Euro.“ Das Kind überlegt, dann sagt es: „Papa, kannst du mir fünf Euro geben?“ „Ach, du weißt doch, dass das Geld nicht mehr so locker sitzt. Fünf Euro!“ „Ach, Papa!“ Später besinnt sich der Vater und gibt ihm doch die fünf Euro. Da holt das Kind freudestrahlend aus seiner Spardose weiteres Geld hervor und sagt: „Jetzt habe ich 20 Euro zusammen. Kann ich eine Stunde von dir kaufen?“

Wahrscheinlich ist der Vater innerlich rot geworden. Da legt er sich krumm, dass die Familie gut rund kommt und dann diese Ohrfeige: Du hast keine Zeit für mich! Er braucht ja nur ins Kinderzimmer zu schauen: Welche Werte liegen da herum! Auch die kleinen Sprengsätze, damit meine ich all die verlockenden Medien, die ein Kind innerlich besetzen und verrohen lasssen können, wenn es davon zu viele Stunden in sich hineinschütten darf. Wie war das bei dem Amokläufer in Erfurt?: Die Eltern waren froh, dass der Jugendliche immer problemlos und stumm in seinem Zimmer verschwand. Aber wie sah es in ihm aus!? Mahatma Gandhi sagte einmal: „Wenn wir den wahren Frieden in der Welt erlangen wollen, müssen wir die Kinder in die Mitte stellen!“ Ob die jungen Leute auf dem richtigen Weg sind, die da sagen: „Zusammenziehen ja, aber Kinder? Nee!“ Aber bei den Steuern, im Beruf oder in der Rente – unsere Gesellschaft belohnt und fördert ja Kinderlosigkeit.

Sie können in jedem Erziehungsbuch nachlesen: Ein Kind, das die Nähe der Eltern hautnah und im Schmusen erleben darf, entwickelt in sich seelische Sicherheit, ja Geborgenheit. Wahre Reife und innere Freiheit wachsen nur da, wo Bindung und Liebe erfahren wurde. Bindungslosigkeit äußert sich später in mangelndem Selbstvertrauen, in fehlender Geduld – die flippen sofort aus – und sie werden unfähig, Verantwortung zu übernehmen. Wo die Zuwendung der Eltern nur durch kaltes technisches Gerät ersetzt wird, zitiert die Drogenberatung einen Abhängigen, der als Prototyp gelten könnte: „Vater erwerbstätig, Mutter erwerbstätig, Lebensstandard hoch, aber kein richtiger Kontakt, kein Gespräch, kein wirkliches Interesse für den anderen.“ Und jetzt dürfen die Kinder besonders gut zuhören: weiter heißt es: „Kaufen kannst du dir alles, denn Geld ist genug da, aber Zuneigung und Geborgenheit erfährst du nicht. Das Einzige, was interessiert, sind die Noten. Was machst du, wenn die Noten nicht stimmen? Du fängst an zu lügen, fälschst Unterschriften, und schon beginnt das Lügengespinst. Du bist nicht stark genug, der Wahrheit ins Gesicht zu sehen und flüchtest dich in die Drogenwelt. Die Welt um dich herum macht dir Angst. Sogar, wenn ich nur Zigaretten aus dem Automaten ziehen wollte, konnte ich es nicht, ohne vorher Drogen zu nehmen.“ So weit dieses arme Produkt unserer verführerischen Konsumwelt.

Natürlich können Eltern nicht perfekt sein. Auch das darf ein Kind lernen. Wie oft mussten Sie schon Ihrer Familie ‚Nein’ sagen wegen Ihres Berufes? Aber müssten Sie nicht schon einmal dem Chef ‚Nein’ sagen wegen der Familie? Da lächeln Sie: Das geht nicht! Gibt es eine bessere Entspannung für Väter, wenn sie ausgelaugt von der Arbeit kommen, als mit dem Kind auf dem Boden zu liegen und wer weiß was zu bauen? Bei all den verpassten Gelegenheiten, denken Sie daran, das Kind will höchstens zehn Jahre lang bewusst in ihre Arme! Und wenn der Vater sich abends einmal Zeit ließe, seine großen Hände um die kleinen zu legen und den Augenaufschlag „nach oben“ zu versuchen, das kann genauso viel wert sein wie ein Jahr Religionsunterricht.

Er stellte ein Kind in ihre Mitte

Hoffentlich sind auch die Jünger rot geworden, als Jesus ihnen indirekt diese Ohrfeige verpasst. Da sprechen sie darüber, wer von ihnen der „König“ ist, der Schlauste, der Schönste, der Kräftigste, wer die besten Ideen hat, das bisschen Geld in der Kasse richtig anzulegen. Da träumen sie von Macht und Einfluss. Und das alles, obwohl Jesus laufend davon spricht, dass das Innere wichtiger ist als das Äußere, das Herz über dem Gesetz stehen muss und es vor allem auf die Barmherzigkeit ankommt, die Gott uns vorbehaltlos schenkt und die wir an der Gestalt Jesu ablesen können: Besonders am Kreuz zeigt er sich dann als Diener der Menschen, der seine Arme ausbreitet, um alle an sich zu ziehen, allen Geborgenheit zu schenken. Und sich auf diese Haltung festnageln lässt! Darum vertrauen wir ihm ja schon in der Taufe die Kinder an; geben sie ihm sozusagen an die Hand.

Er stellte ein Kind in ihre Mitte 

In jedem Erwachsenen sollte noch der Brückenkopf eines Kindes sein, wenn er in seinem Verhalten gesund bleiben will. Darum fragen wir uns, wenn uns die kalte Konsumwelt noch nicht eingeholt hat:

Vertraue ich Gott noch so radikal wie ein Kind den Eltern vertraut?
Glaube ich fest, niemals aus der Umarmung Gottes fallen zu können, egal, was geschieht?
Bin ich noch ehrlich und anspruchslos wie ein Kind?
Offen für alles, ohne Verstellung? Lebe ich ganz den Augenblick?
Schäme ich mich der Tränen im Gesicht?
Kann ich mit einfachen Dingen glücklich sein?
Ist mein Lachen noch ansteckend?
Gehe ich ohne Vorurteile auf andere zu – wie das ein Kind kann?
Genieße ich eine Umarmung?

Im Urlaub las ich einen Kommentar, in dem ein Mann das Loblied auf eine Steckdose sang: Wir haben ja beim Stromausfall in Amerika gehört, was dann alles nicht mehr funktioniert. Zählen wir mal die Anzahl der Steckdosen in unserer Wohnung und was wir ihnen an Annehmlichkeiten verdanken. Und doch: Das alleine ist zu wenig und nicht entscheidend für das innere Glück. Am ende der Lobeshymne stand: „Dann hat diese Steckdose Konkurrenz bekommen!“ Der Mann war krank geworden. Er wurde in den OP geschoben. Kurz vor der Vollnarkose sagte die Krankenschwester: „Wenn Sie Angst haben, dann nehmen Sie meine Hand.“ Und dann schreibt er: „Als ich ihre Hand ergriff, war es, als hätte ich in alle Steckdosen der Welt gegriffen!“

Nähe und Geborgenheit können wir nicht kaufen. Aber davon lebt ein Kind, davon leben auch wir.  

Credolied
GL 472, 1.+2. : O Jesu, all mein Leben

Fürbitten

Gott, du Quelle des Lebens, wie ein Vater, wie eine Mutter für uns.

Wir bitten dich:

1.      Für die Mächtigen in Staat und Kirche:
Lass sie in den jungen Familien die wichtigsten Zielgruppen sehen und durch familienfreundliche Lebensbedingungen fördern. – Liedruf.

2.      Für die Eltern: Lass sie neben Arbeit und Mühen, die Kinder mit sich bringen,
auch die Freude und das Glück einer Elternschaft genießen. – Liedruf.

1.      Für alle Kinder und Jugendlichen, denen man den Glauben an einen barmherzigen Gott vorenthält; die vor dem Video verkommen, aber nicht geliebt, sondern nur geduldet werden.
– Liedruf.

2.      Für alle Kinder, die zu Opfern ihrer Eltern werden; die mit Konsumartikeln überhäuft und verwöhnt werden, deren Sehnsucht nach Geborgenheit aber nicht gestillt wird. – Liedruf.

1.      Für alle Miterzieher und Alleinerziehenden: Lass sie über Gelderwerb und Leistungsdruck hinaus dem Hunger nach Vertrauen und Liebe gerecht werden. – Liedruf.

2.      Für alle jungen, alten und kranken Menschen, die sich ausgegrenzt, unerwünscht und abgeschoben vorkommen: Lass sie Menschen begegnen, die ihnen zuhören und Liebe schenken. – Liedruf.

L.:  Damit, Herr, dein Reich sichtbarer und spürbarer werden kann – besonders durch Christus, unseren Herrn. 

Gabenlied
Heft 80,1.+2. Str.: Wenn das Brot, das wir teilen

Gabengebet
Barmherziger Gott. Nimm unsere Gaben von Brot und Wein an. Verwandle sie, damit sie uns zu Quellen werden, aus denen aller Segen fließt – durch Christus, unseren Herrn.

Präfation
Nr. IV gesungen.

Sanctus
GL 257, 2.+3. Str.: Alles, was dich preisen kann

Vaterunser '
Gesungen „Janssens unten“

Friedensgruß
Kanon zum Friedensgruß: Herr, gib uns deinen Frieden

Agnus dei
gesprochen

Kommunion
Orgelmusik

Lied zur Kommunion
Heft 50, 1. - 4. Str.      Bewahre uns, Gott

Meditation nach der Kommunion

1.      Herr, Kinder will ich achten wie mich selbst.
Alles will ich mit ihnen teilen, was ich habe und kann.
Alles will ich ihnen schenken, was unser Leben erfüllt macht.
Alles will ich fern von ihnen halten,
was sie verroht und gewaltbereit macht.

2.      Herr, alles will ich mit ihnen besprechen,
auch das Unwahre und Gemeine.
Manches will ich ihnen ersparen,
aber nicht alle Hürden, Trauer und Schmerzen.
Alles will ich in ihnen wecken,
auch Fantasie, Staunen und Freude.

1.   Herr, nichts will ich von ihnen zurückweisen,
mir Zeit für Zärtlichkeit, Schmusen und Geborgenheit nehmen.
Alles will ich von ihnen anzunehmen versuchen,
ganz ehrlich; auch ihre Freunde und Ansichten.

2.   Herr, nichts will ich ihnen vorspielen,
was Lüge, Theater und Fassade ist.
Nichts will ich an der Welt verändern,
was ihre Zukunft gefährden könnte.

(nach Immanuel Jacobs)

Schlussgebet
Guter Gott! Was wir hier empfangen haben, stärke uns an Leib und Seele. Dieses Sakrament mache uns auch bereit, mit Christus zu leiden, um auch mit ihm zur Herrlichkeit zu gelangen. Das erbitten wir durch Christus, der mit dir lebt und liebt in alle Ewigkeit.

Segen-Entlassgruß

Danke an …

Wir wünschen allen, besonders den Hörerinnen und Hörern des Domradios, den Mut zum Dienen, einigermaßen gelungene Kinder und Enkel und die Zufriedenheit des Herzens.

Schlusslied
Nun danket alle Gott              GL 266,1. - 3. Str.

Auszug
Langes festliches Orgelspiel

(Willi Hoffsümmer)

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