Mahatma Gandhi
 
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13.01.08

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Hl. Messe zum Thema: 
(ab 5. Schuljahr und Familien)


 Vorbereitungen 

 1.      Eventuell steht die indische Flagge zur Verfügung, die im mittleren weißen Feld ein Rad = Spinnrad zeigt.

2.      Es kann ein altes Spinnrad gut sichtbar aufgestellt sein.

3.      Suchen Sie einen geeigneten älteren Mann, der die Rolle des Gandhi gut rüberbringen kann: siehe Interview Predigt.

Hinweise

1.      Gewaltlosigkeit kann nicht immer das Allheilmittel sein. Für Despoten wie Hussein wäre das eine Einladung, ganze Völker zu überrennen.

2.      Tr = „Troubadour für Gott“, ein Liederbuch mit 1098 neuen geistlichen Liedern, zu bestellen: Kolping-Bildungswerk Würzburg, Sedanstr. 25, D-970882 Würzburg, 14,30 €. Staffelpreise.

Lied zu Beginn

Meine engen Grenzen    Tr 115
Wie viele Straßen    Tr 685A

Hinführung

Gottes Geist weht auch außerhalb der Landebahnen der Kirche. Wir schauen heute auf einen heiligmäßigen Menschen, auf Mahatma Gandhi, und fragen nach seinem Geheimnis.

Im Namen des Vaters … Der Gott des Friedens und der Versöhnung sei mit euch!
A.: Und mit deinem Geiste.

Der Inder Mahatma Gandhi trat an, um den Teufelskreis der Gewalt zu durchbrechen. Gewaltloser Widerstand ist keine feige Leisetreterei: Es gehört Mut, ja Tapferkeit dazu.

Das können wir schon dem Morgengebet Gandhis entnehmen. Er betete:

Spr.: Ich will heute bei der Wahrheit bleiben. –

                                   Ich will mich heute keiner Ungerechtigkeit beugen. –
                                   Ich will heute frei sein von Furcht.
                                   Ich will heute keine Gewalt anwenden.
                                   Ich will heute guten Willens sein gegen jedermann.

Bußakt

Auch wir stehen noch in Konflikten und erleben in Bürgerkriegen weltweit, wie Gewalt immer neue Gewalt herausfordert. Weil wir der unbewaffneten Liebe immer noch zu wenig vertrauen, rufen wir:

Herr, erbarme dich…

Lossprechungsbitte: … und mache uns fähiger, Gegner nicht als Feinde zu sehen.

Glorialied

Ich lobe meinen Gott    Tr 129

Tagesgebet

Herr, unser Gott. In dir liegt eine Kraft, die den trägt, der sich ihr anvertraut. Es ist dein Heiliger Geist, der Konflikte ohne Angst und Feindseligkeit angeht. Schenke auch uns diesen Geist, der eher etwas ertragen als anderen Leid zufügen will. So wie Jesus lebte, der mit dir liebt in alle Ewigkeit.

Kurzgeschichten aus dem Leben Gandhis.

1. Spr.:   Wenn es nur die Bergpredigt gäbe, wäre Gandhi vielleicht Christ geworden. Ihn störte, dass zwischen der Theorie der Lehre Christi und dem tatsächlichen Handeln der Christen so eine Lücke klaffte.
Als Gandhi einmal von christlichen Missionaren gefragt wurde, was sie tun müssten, damit die Hindus die Bergpredigt annähmen, gab er zur Antwort: „Denken Sie an das Geheimnis der Rose. Alle mögen sie, weil sie duftet. Also duften Sie, meine Herren!“

2. Spr.:   Gandhi ging einmal in Südafrika in ein Restaurant zweiter Klasse und bestellte ein Mittagessen. Nachher bezahlte er die Rechnung und sagte zu dem schwarzen Kellner: „Ich danke Ihnen für Ihre freundliche Bedienung“. „Sir“, antwortete der Kellner ganz überwältigt, „ich werde Sie nie vergessen. In meinen 25 Dienstjahren habe ich noch nie ein Dankeswort gehört.“

3. Spr.:   In seinem 79. Lebensjahr will Gandhi zum Friedensgebet auf den Marktplatz gehen, wo schon rund 500 Anhänger warten. Da treffen ihn die tödlichen Schüsse eines Fanatikers, der gegen die Friedensbemühungen Gandhis ist, Muslime und Hindus miteinander zu versöhnen. Schon sterbend zieht Gandhi die fast kraftlose Hand über seine Brust, über sein Gesicht und legt sie auf seine Stirn: Das Zeichen der Versöhnung. Alle verstanden: Er verzeiht seinem Mörder.

Zwischengesang

Unsere Hoffnung bezwingt die schwarze Angst    Tr 711
Frieden soll mit euch sein   Tr 290
Was ihr dem geringsten Menschen tut   GL 619

Evangelium nach Lukas

Hinführung: Gandhi hatte alle heiligen Bücher der Weltreligionen genau studiert. Er lernte auch aus
dem Neuen Testament viele Verse auswendig, schrieb sie auf Zettel und steckte sie an den Spiegel, um sie immer wieder vor Augen zu haben.

Folgende Sätze liebte er besonders:

Jesus sagte: Euch, die ihr mir zuhört, trage ich auf: Liebt eure Feinde; tut denen Gutes, die euch hassen. Segnet die, die euch verfluchen; betet für die, die euch misshandeln. (Dem, der dich auf die eine Wange schlägt, halt auch die andre hin, und)* Dem, der dir den Mantel wegnimmt, lass auch das Hemd. Gib jedem, der dich bittet; und wenn dir jemand etwas wegnimmt, verlang es nicht zurück. Was ihr von anderen erwartet, das tut ebenso auch ihnen. Wenn ihr nur die liebt, die euch lieben, welchen Dank erwartet ihr dafür? Auch die Sünder lieben die, von denen sie geliebt werden. Und wenn ihr nur denen Gutes tut, die euch Gutes tun, welchen Dank erwartet ihr dafür? Das tun auch die Sünder. Und wenn ihr nur denen etwas leiht, von denen ihr es zurückzubekommen hofft, welchen  Dank erwartet ihr dafür? Auch die Sünder leihen Sündern in der Hoffnung, alles zurückzubekommen. Ihr aber sollt eure Feinde lieben und sollt Gutes tun und leihen, auch wo ihr nichts dafür erhoffen könnt. Dann wird euer Lohn groß sein, und ihr werdet Töchter und Söhne des Höchsten sein; denn auch er ist gütig gegen die Undankbaren und Bösen. Seid barmherzig, wie es auch euer Vater ist!          (Lk 6,27-36)

*) Diesen Satz sollte man nicht unkommentiert vorlesen, weil er politisch missverstanden werden kann.

Nachwort: Herr, durch diese Worte lass uns menschlich, ja christlich handeln!

Predigt als Interview (bitte unbedingt kürzen)

I = InterviewerIn                      G = Gandhi

I.:   In unserer Welt toben noch Bürgerkriege, die fast immer aufgrund sozialer Ungerechtigkeiten entstehen. Und es gibt auch bei uns genug Teufelskreise des Bösen. Darum haben wir heute einen Mann in unsere Mitte geholt, der uns eine Menge dazu sagen kann: Mahatma Gandhi lebte von 1869 - 1948. Er wurde also fast 80 Jahre alt. Danke, dass Sie, N.N., sich zur Verfügung gestellt haben, in seine Rolle zu schlüpfen.

G.:  Ich danke auch für Ihre Einladung. Es ist ja nicht selbstverständlich, dass einer, der einer anderen Weltreligion angehört, in einer christlichen Kirche zu Wort kommen darf.

I.:    Was war denn das Besondere an Ihnen, dem unscheinbaren hageren bebrillten Mann mit riesengroßen Segelohren, von dem berichtet wird, dass der damalige Kolonialminister Sir Winston Churchill über diesen „halbnackten Fakir“ vor Wut schäumte?

G.:  Ich war für den gewaltlosen Widerstand. Vergebung ist viel anstrengender und männlicher als Vergelten. Ich habe lieber gelitten als anderen Leid zugefügt. Ich habe auch nie einen Engländer gehasst, wohl ihr ausbeuterisches System. Es ging mir darum, ans Herz zu appellieren: Es waren nicht nur die Unterdrückten zu befreien, sondern auch die Unterdrücker.

I.:    Um Sie richtig zu verstehen, muss man wissen, dass in Ihrem Elternhaus Mönche verkehrten, die so viel Achtung vor der Schöpfung Gottes hatten, dass sie mit einem Besen pausenlos den Weg vor ihren Füßen fegten, um kein Insekt zu verletzen. Für unsere Verhältnisse doch sehr übertrieben.

G.: Wir haben das Fasten von ihnen gelernt, benutzten nie Fahrzeuge und ich habe im Leben nie Fleisch gegessen, weil ich nicht wollte, dass Tiere für mich sterben müssen.

I.:    Sie haben achtmal im Gefängnis gesessen. Erzählen Sie uns etwas aus Ihrer bewegten Geschichte.

G.:  Mit 19 ging ich nach England, dem damals mächtigsten Staat der Erde, um Rechtswissenschaften zu studieren. Mit 23 Jahren eröffnete ich in Südafrika eine Praxis, erlebte aber dort brutal, wie die Engländer als Kolonialherren auftraten: Die zahlreichen Inder dort, verächtlich „Kulis“ genannt, hatten nicht einmal ein Wahlrecht. Tag und Nacht schrillte die Türglocke in meinem Anwaltsbüro, das ich schließlich nur noch für Arme geöffnet hielt.

I.:    Sie forderten mit Erfolg zu zivilem Ungehorsam auf, aber erreichten ohne Waffen und Terror in 25 Jahren Afrika nichts Nennenswertes, außer, dass die Engländer alle Demonstranten ins Gefängnis warfen und Sie fast gelyncht wurden.

G.:  Ich gab eines Tages die Praxis auf, legte wie ein Mönch das feierliche Gelübde der absoluten Armut ab und gründete mit Gleichgesinnten die Tolstoi-Farm. Hier hatten wir alles gemeinsam und lebten nach der Benediktinerregel „Bete und arbeite!“ Jeder war uns willkommen – gleich welcher Religion, die im Kern ja dasselbe wollen. Ich unterrichtete selbst Rechnen, Schreiben und Lesen.

I.:    Aber Sie sahen dort als Hauptfächer an: Bildung des Charakters, Verwirklichung der Nächstenliebe, religiöse Toleranz und bedingungslose gegenseitige Hilfe. Den Erwachsenen prägten Sie ein: Erzieht und nörgelt nicht so sehr an euren Kindern herum, sondern versucht, selbst immer vollkommener zu werden. - Das sage ich auch einmal bewusst in Richtung unserer Schulen, die nur noch reine Wissensvermittlung betreiben, aber schon merken, dass sie mit dem Standpunkt bereits am Abgrund stehen.

G.:  Zum Beginn des ersten Weltkrieges ging ich 1914 mit meiner Familie nach Indien zurück. 44 Jahre war ich alt. Ich gründete auch dort eine Farm, die „der Wahrheit und Gerechtigkeit“ und machte das Spinnrad zum Sinnbild für ein unabhängiges Indien.

I.:    Dieser Weg war so revolutionär und erfolgreich, dass das Spinnrad immer noch auf der indischen Flagge zu sehen ist.

G.:  Ja, ich hatte folgendes durchschaut: Die Engländer kauften unsere Baumwolle spottbillig auf und verarbeiteten sie in England zu Textilien, die dann in Indien wieder mit großem Profit verkauft wurden. Wir zogen also mit dem Spinnrad durch die Dörfer und lehrten die Menschen das Spinnen, weil sie ja außerhalb der Regenzeit fast alle sechs Monate arbeitslos sind. Das Spinnrad wurde zum Zeichen für Handarbeit und Selbstversorgung, für Menschenwürde und Freiheit.

I.:    Schon nach einem Jahr hatten Sie Millionen Anhänger. Die Engländer merkten, dass sie nicht mehr so viel absetzen konnten und versuchten mit harten Gesetzen, Angst einzujagen.

G.:  Dagegen propagierte ich 1919 einen Generalstreik. Die ganze indische Nation blieb Zuhause. England erstarrte vor Schrecken. Sie verloren bei einer Demonstration die Nerven, schossen ohne Vorwarnung mit Maschinenpistolen in die Menge. Es gab 400 Tote, über 1000 Verletzte. Ich wurde zu 6 Jahren Gefängnis verurteilt, weil ich zum Streik aufgewiegelt haben soll.

I.:    In England wären sie deshalb beinahe gelyncht worden. Denn weil die Inder weniger kauften, wurden in England Hunderttausende Weber arbeitslos. Wissen Sie noch, was Sie den Wutentbrannten in England damals gesagt haben?

G.:  Ja, ich bat sie, einen Moment zuzuhören und führte dann aus: „Sie sagen, drei Millionen seien hier arbeitslos und das schon seit Monaten. In meinem Land sind mindestens 300 Millionen für jeweils sechs Monate im Jahr arbeitslos. - Sie sagen: Es gibt Tage, da haben sie bloß Brot und Butter zum Mittagessen. Bei uns aber sind diese Leute manchmal tagelang ohne jede Nahrung.“

I.:    Die Auseinandersetzungen eskalierten 1930 im Salzsteuerstreik. Jeder Inder musste für jede Prise Salz an England Steuern bezahlen. Wissen Sie noch, was Sie damals dem englischen Vizekönig schrieben?

G.:  Ja, da hieß es: „Ich halte die englische Herrschaft für einen Fluch, weil sie Millionen Inder durch planmäßige Ausbeutung an den Bettelstab gebracht hat. Ein Arbeiter muss drei volle Tage dafür arbeiten, um allein die jährliche Salzsteuer zu bezahlen. Salz, das an der Meeresküste für jeden liegt. Sie, Herr Vizekönig, verdienen pro Tag fünftausendmal mehr Geld als ein indischer Arbeiter. Damit tragen sie selbst erheblich zum System der Ausbeutung bei!“

I.:    Das war starker Tobak, auf den der Vizekönig nicht reagierte. So kam es zum legendären Salzmarsch. Sie zogen mit 2500 unbewaffneten Männern zur Küste, zu den mittlerweile eingezäumten Salzpfannen. Da stürmten Polizisten heran und schlugen mit Knüppeln ihre Männer zusammen. Aber sobald einer niedergeschlagen wurde, stellte sich ein anderer an die Stelle. So ging das stundenlang. Schließlich lagen 2500 mit zerschlagenen Schädeln tot oder schwerverletzt auf dem blutbesudelten Strand.

G.:  Damit hatte sich England aber den eigenen Todesstoß versetzt. Über tausend Zeitungen berichteten in aller Welt von diesem schändlichen Massaker. Ein Aufschrei der Empörung ging um den Erdball. Die stolze englische Nation erlitt vor den Augen der Welt eine beschämende moralische Niederlage. Der Druck wurde immer größer: Schließlich wurde eine Kongress-Partei erlaubt, die bei den Wahlen sofort neun von elf Provinzen gewann. Im Sommer 1947 wurde Indien endlich für unabhängig erklärt. 33 Jahre hatte Ihr gewaltloser Freiheitskampf gedauert.

I.:    Warum waren Sie so überzeugend?

G.:  Das müssen Sie andere fragen!

I.:    Weil Sie das gelebt haben, was Sie predigten: Sie schliefen nur wenige Stunden, standen zwischen drei und vier Uhr morgens auf, beteten und frühstückten dann warmes Wasser mit etwas Honig; dann schrieben Sie beim Schein einer Petroleumlampe. Bis zu vier Stunden pro Tag drehten Sie emsig und fröhlich Ihr zusammenklappbares Spinnrad - auch bei politischen Empfängen und Interviews. Wir wissen, was Herrscher auf ihren Konten in der Schweiz deponieren, Sie hinterließen nach Ihrem Tod im Großen und Ganzen nur zwei hölzerne Essnäpfe, ein Essbesteck, eine Brille, ein paar Sandalen, eine Taschenuhr und billiges Schreibgerät.
Bei all Ihrer Verehrung im Volk gab es auch schmerzhafte Tiefpunkte?

G.:  Ja, genug. Die Steinhagel, die Fußmärsche über gelegte Dornen, die Gefahr, gelyncht zu werden, das alles hat nicht so geschmerzt, wie die Teilung des Landes nach der Befreiung in Pakistan und Indien. Stellen Sie sich vor, 90 Millionen wanderten aus: In Indien blieben die landbesitzenden 700 Millionen Hindus, in Pakistan die ausgesaugten moslemischen Pächter.

I.:    Also auch hier ein Bürgerkrieg wegen der sozialen Unterschiede, der bis heute erklärt, warum dort die Unruhen nicht kleiner werden. Auch hat Ihnen sehr wehgetan, spöttisch „Mohammed Gandhi“ genannt zu werden, nur weil Sie als Hindu sich auch für die Muslime einsetzten.

G.:  Schon lange hatte ich den Draht zu den jungen Abgeordneten in meiner Kongresspartei verloren, deren gewählter Präsident ich einst war. Ihnen ging alles zu langsam; sie waren für Gewalt. Schließlich bin ich aus der eigenen Partei ausgetreten. Wenn ich wieder zu einem Hungerstreik antrat, hatten die Engländer mehr Angst davor als manche Abgeordneten. Ich sah neben aller Verehrung durch die Mehrheit des Volkes auch die schwarzen Fahnen, auf denen stand: „Lasst ihn doch endlich im Hungerstreik sterben!“

I.:    Vielleicht haben Sie auch bei all Ihrer Arbeit zu wenig Zeit für die eigene Familie gehabt. Es hat Sie sicherlich bis in die Seele getroffen, dass Ihr Ältester zum Trinker und deshalb sogar zum Muslim wurde, weil die ihm versprochen hatten, seine Spielschulden zu bezahlen. –
Zum Schluss, Herr Gandhi, möchten Sie uns noch etwas mit auf den Weg geben – so etwas wie eine Botschaft?

G.:  Ich habe gelernt, dass Proteste auf dem Papier nichts bringen, höchstens abgeheftet werden. Darum musste ich zu gewaltlosen Taten greifen. Ich sah in den anderen keine Feinde, sondern nur Gegner, die mit mir auf dem Weg zur Wahrheit waren. Dabei waren meine „Waffen“ das Gebet und das Fasten aus Liebe, die Verhärtungen beim Gegner lösen können und Fanatiker zum ruhigen Nachdenken bringen.
Diese Macht scheint der Westen verlernt zu haben: Das Gebet und das Hungern für eine gerechte Sache können stärker sein als die Macht von Maschinenpistolen.

I.:    Danke, Herr Gandhi, Herr N.N., für dieses Gespräch

Meditationsmusik 

Credolied

Gott ist dreifaltig einer   GL 489
Gott liebt diese Welt      GL 297, 4. – 8. Str.

Fürbitten

L.:         Wir rufen zum Herrn aller Völker:

1.Spr.:    Lass die Mächtigen in den Weltreligionen und Konfessionen für Frieden und Gerechtigkeit in der Welt eintreten. – Liedruf

2. Spr.:   Hilf den Staaten dieser Erde, durch Verhandlungen und nicht durch Kriege die Völkergruppen einander näher zu bringen. – Liedruf

1.Spr.:    Rüttle vor allem die christlichen Gemeinschaften wach, in Solidarität für alle einzutreten, die benachteiligt sind. – Liedruf

2. Spr.:   Bewege unsere Herzen, uns für die Ausgebeuteten und Ausgegrenzten, für die Lächerlich-gemachten und Entrechteten zu engagieren. – Liedruf

1. Spr.:   Zeige uns Wege des aktiven Widerstandes, um Wahrheit durchzusetzen, ohne in den Teufelskreis der Gewalt zu geraten.

L.:          Das bitten wir durch den, der in die Welt kam, uns alle miteinander zu versöhnen – durch Christus, unseren Herrn.

Gabenlied 

Gottes Schöpfung, gute Erde Tr 53

Brich mit den Hungrigen dein Brot   GL 618

Gabengebet

Herr, unser Gott, diese Gaben von Brot und Wein sind der Erde abgerungen. Sie gehören eigentlich allen Menschen, die wir doch auch einen gemeinsamen Ursprung haben. Wenn du sie uns verwandelst, lass uns ihr Empfang bewegen, in geschwisterlicher Lebe für die eine Familie der Menschheit einzutreten – durch Christus, unseren Herrn.

Präfation

… Ja, es ist richtig, dir zu danken. Denn in deinem Sohn hast du uns einen Gewaltlosen an die Seite gestellt, er in seinem Schweigen vor Pilatus stärker war als es eine Verteidigungsrede sein konnte; der sich ohne Gegenwehr ans Kreuz schlagen ließ – so vermeintlich unterlag, uns in Wirklichkeit aber alle Türen öffnete. Darum preisen wir dich mit allen Engeln und Heiligen und singen vielleicht einmal mit allen Völkern und Rassen das Lob deiner Herrlichkeit: Heilig …

Vaterunser

Einleitung: Wir sprechen das Gebet, das so ähnlich von vielen Menschen in den Weltreligionen gesprochen wird: Vater unser …

Der Friedensgruß

Hinführung: Hier in der besonderen Nähe Gottes kann ein Frieden wirken, der ausstrahlt in die ganze Welt: Der Friede des Herrn sei allezeit mit euch!

Lied zur Kommunion

Wo Menschen sich vergessen   Tr 790

Meditation nach der Kommunion

1.Spr.: Ich will nicht glauben an das Recht des Stärkeren. An die Sprache der Waffen. An die Macht der Mächtigen. Ich will glauben an die Rechte des Menschen, an die Macht der Gewaltlosigkeit und die unbezwingbare Kraft einer geöffneten Hand.

2. Spr.:  Ich will nicht glauben an Rasse oder Reichtum. An geborene Vorrechte. An etablierte Ordnungen. Ich will daran glauben, dass ich mich schuldig mache, wenn ich ein Unrecht bestehen lasse und einer Unterdrückung tatenlos zusehe.

1. Spr.:  Ich will nicht glauben, dass Träume von einer besseren Welt nur Schäume sind.
Ich will glauben an die kleine Tat und die scheinbar machtlose Liebe.

2. Spr.: Ich will nicht glauben, dass Gerechtigkeit erst nach dem Tod auf uns wartet.
Jesus Christus hat den Tod schon überwunden, darum ist eine neue Erde und ein neuer Himmel jetzt schon Aufgabe der Christen.

Alternativ:

1. Spr.    Gandhi, ein leidenschaftlich gläubiger Hindu, lehnte es ab, die großen Hindutempel zu betreten, deren Tore für die unteren Kasten verschlossen waren.

             Seine öffentlich vorgetragene Begründung: „Hier ist kein Gott! Wenn Gott hier wäre, hätten alle Zutritt. Er ist ja in jedem von uns!“

2.Spr.:    Kraftquelle für Gandhis konsequenten Einsatz war sein Glaube. Er notierte: „Wenn Zweifel mich quälen, wenn die Enttäuschung mir ins Gesicht steht und ich keinen Hoffnungsstrahl am Horizont entdecken kann, greife ich zur Heiligen Schrift, der Bhagavadgita. Dort finde ich bestimmt einen Vers, der mich tröstet, und ich beginne mitten im tiefsten Leid zu lächeln.“

3. Spr.:   Gandhi sagte einmal: „Ein Mensch des Gebetes und der Selbstreinigung wird erkennen, dass er kein Recht hat, Reichtümer zu besitzen, während Elend und Armut ganze Länder beschleichen und Millionen ohne die tägliche Mahlzeit auskommen müssen!“

Schlussgebet

Herr, unser Gott. Wir danken dir für Mahatma Gandhi, der deinem Sohne so nahe kam. Durch diese Feier hast du uns durch das Wort und das Brot deines Sohnes gestärkt, im Geiste der Liebe nachhaltig, aber gewaltlos für Frieden und Gerechtigkeit einzutreten. Das erbitten wir durch Christus, unseren Herrn.

Schlusslied

Lass uns den Weg der Gerechtigkeit gehen   Tr 832
We shall overcome   Tr 975
Gib uns Frieden jeden Tag  Tr 284

Willi  Hoffsümmer

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