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27.08.06

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Durch sanften Druck zum Leben ermutigen

Familiensonntag


Vorbereitung

Ein Spielzeug, z.B. ein Turner am Reck, der sich durch den sanften Druck an zwei Holzleisten überschlägt.

Sonstige Anlässe

5. So.: i.J.C (siehe alternatives Evangelium),
13. So. i.J.C (siehe alternative Lesung) 

Hinweise

1.      Dem Gottesdienst liegt die Lektüre der beiden Bücher von Albert Wunsch zugrunde: „Die Verwöhnungsfalle“ und mehr noch „Abschied von der Spaßpädagogik“, beide Kösel 2003 und 20027 .

2.      Wenn Sie diesen Gottesdienst für zu instrumentalisiert halten: In den Liedern und der Eucharistiefeier bleibt noch genug Platz für das Lob und den Dank an Gott.

3.      Wegen der Textfülle entfällt der Abdruck von Liedern.

4.      Für jüngere Kinder bitte Mandalas zum Ausmalen bereithalten.

5.      L. = LeiterIn der Liturgie

Lied zu Beginn

Manchmal feiern wir               Tr 91
Lobe den Herren                    GL 258 

Begrüßung und Hinführung

Jeden Morgen wacht in Afrika eine Gazelle auf.
Sie weiß, sie muss schneller laufen als der schnellste Löwe, um nicht gefressen zu werden. –
Jeden Morgen wacht in Afrika ein Löwe auf.
Er weiß, er muss schneller als die langsamste Gazelle sein, wenn er nicht verhungern will. – –
Es ist egal, ob man ein Löwe oder eine Gazelle ist: Wenn die Sonne aufgeht, musst du rennen.

(Klaus Backhaus/Holger Bonus)

In eine solche Umgebung, die Leistung fordert, werden unsere Kinder geboren. Werden sie gut darauf vorbereitet?

Bußakt

L.:   Wir stehen hier vor Gott und besinnen uns:

1.       Unsere Vorfahren bauten Kathedralen, wir bauen Kliniken.
 Unsere Vorfahren machten Kniebeugen, wir machen Liegestütze.
 Unsere Vorfahren retteten ihre Seelen, wir unsere Figur. –

      Herr, erbarme dich!             A.: Herr, erbarme dich!

2.      Beim Terrorangriff am 11. Sept. 2001, wurden fast 3000 Menschen in den Tod gerissen. Mehr als hundertmal so viele sterben jährlich in Amerika an den Folgen von Überernährung. Gegen diesen Wohlstandsterror wird kein heiliger Krieg ausgerufen. – Für sie ist kein Mahnmal geplant.

      Christus, erbarme dich!   A.: Christus, erbarme dich!

3.   Eine dicke Brieftasche behindert den Herzschlag. Überfluss lässt die Seele verarmen. Paare schweigen sich an. Es verdunsten Sehnsucht, Staunen und Dankbarkeit. Es wachsen Einsamkeit und Unzufriedenheit. Der Ton wird rauer. Die Kriminalstatistik bedrohlicher. Das Wunschkind wird zum Störfall. –

      Herr, erbarme dich!         A.: Herr, erbarme dich!

Alternativ 1:

1.      Noch nie hatten Menschen so viel Geld. Aber auch noch nie so viele Schulden.
Herr, erbarme dich!  A.:  Herr, erbarme dich!

2.      Viele in der jungen Generation quasseln, chatten, surfen, senden ständig SMS’s und bleiben trotzdem einsam.

Christus, erbarme dich!     A.: Christus, erbarme dich!

3.      Eheberater sagen: Ungefähr 70 Prozent der Paare in Krisensituationen bräuchten sich nicht zu trennen, wenn sie andere Konfliktlösungen erlernt hätten als: Weglaufen.

Herr, erbarme dich!         A.: Herr, erbarme dich!

Alternative 2:

1.           Wenn ein Fluss kräftig über die Ufer tritt, bricht für die dort Lebenden große Not aus. – Wenn ein Volk ständig den Überfluss steigert, besteht die Gefahr, dabei unterzugehen – vor allem, wenn das soziale Netz als Spaß-Trampolin oder Verweil-Hängematte missbraucht wird.

Herr, erbarme dich!                   A.: Herr, erbarme dich!

2.           Der Jugendwart eines Sportvereins stellt fest: Von Jahr zu Jahr nimmt das Interesse an Sportarten ab, in denen körperlich Einsatz und Verlässlichkeit gefragt sind. Es muss Spaß machen zu kommen! Aber nur ab und zu! Nur ja keine Verbindlichkeit!

Christus, erbarme dich!            A.: Christus, erbarme dich!

3.           Verweichlichung ist angesagt: Die dritte Etage per Aufzug erreichen; mit dem Auto zum 200 m entfernten Zigarettenautomaten fahren; Schulaufsätze aus dem Internet herunterladen – immer zum Preis körperlicher und geistiger Schlaffheit. Zlatko aus dem Big-Brother-Container hat’s ja auch geschafft!

Herr, erbarme dich!                   A.: Herr, erbarme dich!

Lossprechungsbitte: Der allmächtige Gott erbarme sich unser und zeige uns den Weg in ein  erfüllteres Leben. 

Lied zum Gloria

Ich lobe meinen Gott Tr 129
Dass du mich einstimmen lässt                   Tr 135

Tagesgebet

Herr, unser Gott, du liebst deine Geschöpfe. Viele haben Angst vor der Zukunft, weil sich die gesellschaftlichen Voraussetzungen zunehmend verschlechtern. Wir bitten dich: Hilf uns und allen, die Weichen für die Zukunft richtig zu stellen und ermutige, die Hürden zu nehmen, die im Wege stehen – durch Christus, unseren Herrn.

Kurzgeschichte

Hinführung: Verweichlichung macht unselbstständig.

Einem Zoo war es gelungen, ein seltenes Vogelpaar erfolgreich im Käfiggehege anzusiedeln. Das Paar hatte mehrere Junge zur Welt gebracht, die prächtig gediehen. Aber zum Zeitpunkt, wo sie flügge werden sollten, machten sie keinerlei Anstalten, das Nest zu verlassen. Sie saßen auf dem Nestrand, sperrten ihre Schnäbel auf und forderten immer ungestümer nach Nahrung, welche die Eltern – unterstützt vom Zoopersonal – auch brav herbeischafften. Schließlich waren die Jungen so groß und schwer wie die Eltern, aber sie machten keine Versuche fortzufliegen. Eine Untersuchung der Flügel ergab, dass sie intakt und funktionsfähig waren. Erst Verhaltensforscher kamen dem Rätsel auf die Spur: In freier Wildbahn fiel es den Eltern viel schwerer, genügend Nahrung für die Jungen zu finden. Sie mussten immer weiter vom Nest auf Suche gehen. Die Folge war, dass die Jungen immer länger sich selbst überlassen blieben und sie, vom Hunger getrieben, sich selbst auf die Suche machten und dabei auch lernten, ihre Flügel zu gebrauchen. Warum sollten die Jungen unter den paradiesischen Zuständen des Zoolebens den unbequemen Schritt in die Selbstständigkeit tun?

(Willi Hoffsümmer, Kurzg. 7 Nr. 18))

Alternativ:  Lesung

Gal 5,13-18: Das Begehren des Fleisches richtet sich gegen den Geist (2. Lesung 13. So.i.J.C)

Zwischengesang

Suchen und fragen     Tr 171
Selig seid ihr               Tr 622

Evangelium nach Lukas

Einleitung: Es geht nicht ohne Rücksicht und Verzicht. Einmal sagte Jesus und er sagt es jetzt zu uns: Was ihr von anderen erwartet, das tut ebenso auch ihnen. – Bemüht euch mit allen Kräften, durch die enge Tür zu gelangen; denn viele, sage ich euch, werden versuchen hineinzukommen, aber es wird ihnen nicht gelingen. (Lk 6,31: 13,24)

Alternativ:

Lk 5,1-11: Die Jünger warfen auf den sanften Druck durch Jesus erneut die Netze aus (5. So.i.J.C)

Predigt

(L. zeigt das Spielzeug:) Ihr seht hier einen jungen Mann, kräftig und dynamisch. Aber er hat einfach keine Lust, sich anzustrengen und hängt tatenlos an der Reckstange. Nur auf den sanften Druck hin (L. tut es), schwingt er sich leicht und beschwingt zur Riesenwelle.  Dieser junge Mann steht beispielhaft für das, was sich in unserem Land abspielt:

1.  Es ist folgender Teufelskreis zu beobachten: Antriebslos, ausbildungslos, arbeitslos. 20.000 Lehrstellen zu wenig, heißt eigentlich: Die 20.000 will keiner haben, weil sie Grundvoraussetzungen nicht mehr mitbringen. Es gibt Berufsschüler, die können die Prüfungsfragen nicht mehr lesen oder ihren Namen samt Adresse nicht fehlerfrei schreiben. Die Wirtschaft klagt seit Jahren, unfähige Jugendliche zu bekommen, die ohne Motivation oder Wettbewerbswillen daherkommen. Gründe: Verwöhnt – und die Glotze hat sie dick und dumm gemacht. Darüber sind Eigeninitiative und Kreativität verschwunden. 70 % der Arbeitslosen, die Sozialhilfe bekommen, haben keine Berufsausbildung; 50 % keinen Schulabschluss.

2.   Alte Werte sind verloren gegangen: Ohne Fleiß (und Schweiß) kein Preis. Lernen darf, aber muss nicht Spaß machen. Satte Bäuche mögen sich nicht anstrengen. Sie schielen sehnsüchtig nach dem Wochenende, um dann in den Pool der Spaßkultur abzutauchen. 20-30 Prozent unserer Jugendlichen brechen ihre Berufsausbildung oder das Studium ab. Aber zum Erfolg und zum Lebensglück gibt es keinen Lift, da muss man die Treppe benutzen. (L. zeigt wieder den Turner)

Schaut mal, was der könnte. Aber solange ihm die Eltern alle Probleme abnehmen und ihm genug Geld zustecken, warum soll er sich anstrengen? Aber was alles steckt in ihm, wenn nur sanfter Druck – kein Zwang! –  angewandt würde (L. lässt ihn mehrfach die Riesenwelle machen).

Wahrscheinlich habe ich bei dem Gesagten hier wieder einmal die Falschen vor mir,  denn in der Regel erlebe ich in den Messdienergruppen Kinder und Jugendliche, die schon unter zu viel Druck stehen: die sich freitags von der Fahrt in die Jugendherberge abmelden, weil montags eine Klassenarbeit geschrieben werden soll oder die Schulbücher mit in diese Freizeit nehmen; ich finde auch nicht richtig, dass Kinder sonntags hinter die Schulbücher gezwungen werden.

3.  Aber grundsätzlich: Der Mensch wächst nur an Herausforderungen, am Widerstand. Bei jedem Fitness-Programm wird danach gehandelt. Ohne Kraft und Mut keine Tat; ohne fähiges Handeln kein Erfolg; ohne Erfolg keine Anerkennung und innere Zufriedenheit. Da werden Kinder in Watte gepackt, da bedroht uns der „homo schlaraffiensis“ überall. Aber wer sich in seiner Jugend zu sehr am Spaß fixiert, hat den Rest seines Lebens keinen mehr!

4. Die Volksdroge „Verwöhnung“ macht uns kaputt. Sie ist eine Falle, eine feine Form von Kindesmisshandlung. Eigentlich hat jedes Kind das Recht, vor Eltern geschützt zu werden, die es maßlos verwöhnen. Ein Beispiel: Schauen Sie sich viele Kleinkinder an, die immer die Nuckelpulle im Mund haben. Als ob ein Kleinkind permanent verdursten würde! So ist es aber ruhig gestellt. Bedürfnisbefriedigung sofort! Wie soll es mal lernen, Durststrecken zu überwinden, wenn es so immer an der Nabelschnur der Überverwöhnung gehalten wird? Und schon Kleinkinder reagieren panikartig, wenn dieser Zustand nicht anhält, ja die Kleinen werden schon zu aggressiven Bestien. Eltern nehmen dem Kind jede Anstrengung ab: Die Entmutigung beginnt. Freude, Stolz, Zuversicht, Erfolg werden schon da verhindert, wenn ein Kind nur immer ruhig gestellt wird. Der natürliche Ruf des Kindes „kann allein“ oder „will nicht“ wird hier schon gebrochen. Geht natürlich schneller und ist nervenschonender für alle, wenn Sie seine Wünsche gleich befriedigen oder alles für das Kind tun. Die ersten drei Lebensjahre prägen den weiteren Lebensstil, ob Selbstversorger oder Schnorrer. – Woran erkenne ich ein verwöhntes Kind?: Übervolles Kinderzimmer; alle Wünsche sofort erfüllen; zu viel Taschengeld; kaum geregelter Fernsehkonsum; Berge an Süßigkeiten; Unordnung wird von Mutter weggeräumt; bei Konflikten sofort für das Kind Partei ergreifen; Absprachen willkürlich aufgeben. Und wenn Mütter von sich geben: „Mein Kind ist mein Ein und Alles“, also mein kuscheliger Schoßhund sozusagen, dann wissen wir, wo die Sünde anfängt. – Erzieher sagen: Nichts abnehmen, was Kinder selbst tun können. Wie sagte Montessori?: „Hilf mir, es selbst zu tun.“ Wie soll ein Kind aber seelische Muskeln entwickeln, wenn alle Hürden weggeräumt und keine Begrenzungen gesetzt werden? Deutschlands Schüler gehören nach einer Studie der WHO zu den Müdesten in Europa. Da wissen Abiturienten oft noch nicht, was sie werden wollen.

5.  Wo maßlose Verwöhnung ist, fangen schnell die psychischen Beschwerden an: Die Hälfte unserer 14- bis 17-Jährigen leidet unter krankhafter Angst, Essstörungen, Suchtverhalten, Depressionen. Die Konzentrationsfähigkeit sinkt. Tiefe Löcher in der Seele lassen sich aber nicht mit Konsumgütern füllen. Aus Kindern, die zu viel dürfen, werden Jugendliche, die zu wenig können. Und worin gipfelt das manchmal?: „Es macht keinen Spaß, sich gegenseitig zu helfen!“ So 77 Prozent der 14- bis 29-Jährigen bei einer Umfrage im Jahre 2000. Wie heißt die Goldene Regel, die wir im Evangelium hörten: „Was ihr von anderen erwartet, das tut ebenso auch ihnen.“ Oder im Volksmund: „Was du nicht willst, das man dir tu …“ Solche Binsenweisheiten gehen bei uns verloren!  – Kinder sind Gäste, die nach dem Weg fragen. Wenn wir sie dabei ruhig stellen, wachsen keine Flügel, weil Körper und Geist erschlafft sind. (L. zeigt wieder den Sportler) Was alles steckt in dir, Turner! Riesenwellen kannst du schlagen, wenn sie dir Anstrengungen, Phantasie und Interesse gelassen hätten in unseren oft sprachlosen Familien. Darum sind schon 25 Prozent der eingeschulten Kinder schulunfähig, weil sprachlos.

6. Warum halte ich eigentlich diese Predigt in der Kirche und nicht als Vortrag in der Volkshochschule? Weil die Gründe, die ich nannte, auch unsere Kirchen leeren. Vor 15-20 Jahren kamen 30 Jugendliche um 6.20 Uhr zur Frühschicht. Zweimal die Woche! Heute ernten Sie bei einer Einladung dazu nur ein müdes Lächeln. Die den Messdienerplan erstellen, meinten schon vor zehn Jahren: In den Ferien schreiben wir keine Messdiener auf, die sollen sich doch ausruhen.  Bei unseren vielen Ministranten – dafür sind wir sehr dankbar – hätte das eigentlich geheißen, einmal morgens in den Ferien etwas früher aufstehen. Jetzt macht das ein 83-Jähriger – gerne. Wer als Ministrant einen anderen um Ersatz anruft, bekommt äußerst selten eine positive Antwort: Die können alle nicht! Manchmal fehlt fast die Hälfte derer, die aufgeschrieben sind. Liegt das weit entfernt von dem Rat einer Mutter?: „Im Bus brauchst du für andere nicht aufzustehen, schone dich fürs Leben!“ Wie viele Familien kamen noch vor ein paar Jahren geschlossen zum Gottesdienst! Jetzt meinen viele, dafür keine Zeit mehr zu haben, schlafen aus oder treffen sich zum Brunch.

7.  Wie heißen die Konsequenzen?

Es muss ganz oben und ganz unten anders werden: Ohne Verzicht, ohne Askese kommen wir aus dem Dilemma nicht mehr heraus! Unten heißt das: Kinder wohlwollend, aber konsequent zur Eigenständigkeit ermutigen und dabei mit gutem Beispiel vorangehen. Die Pubertät ist dabei eine große Chance, gemeinsam aneinander zu wachsen. – Eine afrikanische Weisheit sagt: „Für die Erziehung eines Kindes braucht es ein ganzes Dorf.“ Das Ich reift erst in der Begegnung mit dem Du. Auch in unserem Dorf haben wir vergessen, dass wir mit zu erziehen haben und uns nicht alles gefallen lassen dürfen. Wenn wir allein auf Granit stoßen, dann eben mit mehreren!

Nach oben heißt das: Die Elternteile, die um der Kinder willen zu Hause bleiben und nicht erwerbstätig sind, dürfen nicht die „Deppen der Nation“ sein. Die anderen verdienen mehr und bekommen noch einen Zuschuss für die öffentliche Ganztagsbetreuung, die nur noch ein familiäres Nachtquartier zulässt. Wie sagte ein Schulleiter: „Was haben wir davon, wenn wir das Elend des Vormittags auch noch auf den Nachmittag ausdehnen!“ Da muss ein sog. Familiengeld her, das das Elternhaus stärkt. Oder wer seinem Erziehungsauftrag nicht nachkommt, sollte mit einer Kürzung des Kindergeldes bestraft werden. – Die Lehrer dürfen nicht von oben als „faule Säcke“ abgestempelt werden. Gehen Sie doch mal in die Schule!:  Da sind zu viele Probleme; zu viele Schüler; oft eine Horde lernunwilliger, ungezogener Raubtiere, die die Schulzeit zur Störzeit machen. Mancherorts fällt 50 % der Unterrichtszeit Disziplinlosigkeiten zum Opfer.

Eltern sollten zu einem Erziehungsseminar verpflichtet werden! Heutzutage ist selbst ein Hundeführerschein nötig. Nur am Kostbarsten, das wir haben, darf jeder herumbasteln!

Jedenfalls: Wenn Eltern gezwungen sind, zwischen einem glücklichen Familienleben oder einer erfolgreichen Karriere zu wählen, haben wir alle verloren. (L. zeigt den Turner und lässt ihn viele Riesenwellen vollenden:) Zeig, was in dir steckt!

(Ich habe als zölibatärer Priester dann noch hinzugefügt: Als ich mich durch die 450 Seiten der beiden Bücher hindurchgearbeitet hatte, hab’ ich gedacht: Wie wären deine Kinder ausgefallen? Aber hat der Zölibat nicht auch Vorteile?: Wenn ich Kinder hätte, würden Sie diese Gedanken vielleicht nie zu hören bekommen!)

Meditationsmusik

Credolied

Liebe ist nicht nur ein Wort    Tr 2
Gott ist dreifaltig einer                        GL 489

Fürbitten

L.:  Wir rufen zu Gott – wie zu einem guten Vater und einer liebenden Mutter:

1.      Hilf den Kirchen, die Botschaft vom rettenden Gott besonders den leeren und abgeschlafften Herzen nahe zu bringen. – Liedruf.

2.      Lass den staatlichen Stellen der Brückenschlag zwischen Lebens-Ernst und Dauer-Spaß gelingen, um der Sehnsucht nach Wärme, Sinn und Persönlichkeit auf die Beine zu helfen.
Liedruf.

3.      Gib den Eltern und Alleinerziehenden den Mut, ihren Kindern Grenzen zu setzen und Zuwendung und Geborgenheit nicht durch materielle Geschenke zu ersetzen. – Liedruf.

4.      Schenke besonders den christlichen Gemeinschaften wieder den Blick für eine Kultur der Anstrengung und der Pflichten. – Liedruf.

5.      Lass beim Streben nach äußerem Gewinn und Erfolg die Schwachen, Armen und Kranken nicht auf der Strecke bleiben. – Liedruf.

L.:  Denn du willst das Leben in Fülle für alle Menschen.  Darum bitten wir dich – durch Christus, unseren Herrn.

Gabenlied

Brot, das die Hoffnung nährt  Tr 194

Gabengebet

Guter Gott. In diesen Gaben von Brot und Wein bringen wir dir unseren Dank, aber auch unsere Sorgen um eine gute Zukunft. Erfülle sie mit deiner Kraft, damit uns Schritte der Zuversicht und des Vertrauens gelingen – durch Christus, unseren Herrn.

Vaterunser

Einleitung:  Gemeinsam geht alles leichter. Darum verbinden wir uns mit den Händen untereinander und bilden ein Netz des guten Willens, während wir sprechen: Vater unser…

Friedensgruß

Nach dem Vaterunser erheben wir die Hände und schütteln sie bei den Worten des Priesters:
Der Friede des Herrn … 

Lied zur Kommunion

Wo Menschen sich vergessen          Tr 790
Kleines Senfkorn Hoffnung    Tr 707

Meditation nach der Kommunion

1.  Kinder will ich achten wie mich selbst.
Nichts will ich ihnen vorenthalten, was mir wichtig ist.
Alles will ich ihnen schenken, was unser Leben erfüllt.
Alles will ich mit ihnen besprechen, auch das Unwahre und Schlechte.

2.  Nichts will ich ihnen ersparen, auch nicht die Angst, Trauer und Schmerz.
Alles will ich in ihnen wecken, auch Phantasie, Neugier und Freude.
Nichts will ich ihnen vorenthalten:
vor allem nicht Vertrauen, Zärtlichkeit und Liebe.  

1.      Eher will ich sie fordern als verwöhnen.
Ihnen Verantwortung übertragen, damit sie darin mein Zutrauen und Vertrauen spüren.
Nichts will ich ihnen abnehmen, was sie selbst tun können,
damit sie sich nicht an die Nabelschnur der Versorgung durch andere gewöhnen.

2.      Alles will ich ihnen zeigen, auch die Arbeit, die Pflicht und die Verantwortung.
Nichts will ich an der Welt verändern, was ihre Zukunft gefährden könnte.
Alles will ich tun, um ihnen die Welt als kostbares Gut zu überlassen.
Vor allem will ich ihnen das Vertrauen auf Gott schenken, damit sie eine innere Leere nicht durch grenzenlosen Genuss überwinden wollen.

 (z.T. nach Immanuel Jacobs)  

alternativ

1.     Ein Kind, ständig benörgelt und bekrittelt, –
  
     es lernt, andere zu verachten.

 Ein Kind, ständig der Böswilligkeiten verdächtigt, –
  
     es lernt, gegen andere zu kämpfen.

2.     Ein Kind, ständig lächerlich gemacht und bloßgestellt, –
  
     es lernt, sich nichts zuzutrauen.

 Ein Kind, ständig in seinen Gefühlen beschämt, –
  
     es lernt, sich schuldig zu fühlen.

1.     Ein Kind, auch mit seinen Unarten ertragen, –
  
     es lernt, geduldig zu sein.

 Ein Kind, ermutigt zum Wagnis, –
  
     es lernt Vertrauen.

2.     Ein Kind, für seinen Einsatz gelobt, –
  
     es lernt, den anderen zu schätzen.

 Ein Kind, fair als Partner behandelt, –
  
     es lernt, gerecht zu sein.

1.     Ein Kind, beschützt im Nest der Familie, –
  
     es lernt den Glauben an das Gute.

 Ein Kind, angenommen und anerkannt, –
  
     es lernt, sich für wertvoll zu halten.

2.    Ein Kind, geborgen in Freundlichkeit und Zuneigung, –
  
     es lernt, die Liebe in der Welt zu entdecken.

Schlussgebet

Barmherziger Gott. Wir danken dir für unser Zusammensein hier. Lass uns gestärkt mit deinen Gaben jetzt mit neuem Mut an einer besseren Welt arbeiten – durch Christus, unseren Herrn.

Aktion

Wir hatten den Text der Predigt ausgedruckt bereitliegen: Zum Nachlesen und Weitergeben. Davon wurde reger Gebrauch gemacht!

Es kam nur Zustimmung, von Eltern und besonders von Lehrpersonen und SchulleiterInnen.

Segen - Schlusslied

Bewahre uns Gott      Tr 335
Nun danket all             GL 267

(Willi Hoffsümmer)


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