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"Heilige Monika - Patronin der Mütter"
(Fest am 27. August)
Lied zu Beginn
Meine engen Grenzen
Begrüßung und Hinführung
Die hl. Monika ist
neben der hl. Anna die Patronin der Mütter, will also besonders über
Mütter die Hand halten. Wir werden in diesem Gottesdienst erfahren,
warum die Kirche sie dazu bestellt hat.
Bußakt
1. Monika, ein
Mädchen aus christlichem Hause, heiratet mit 18 Jahren einen
ungläubigen Mann. Dieser hatte lange Zeit für alles Religiöse und
Christliche nur Spott und Hohn übrig.
Viele Familien sind in Fragen des Glaubens zerrissen:
Herr, erbarme dich.
A.: Herr, erbarme dich.
2. Monikas
sehr begabter Sohn Augustinus hatte auch die schlechten
Eigenschaften des Vaters geerbt, war eigensinnig und leichtlebig.
Viele Eltern entdecken in ihren Kindern negative Eigenheiten, die
manchmal aus vergangenen Generationen vererbt werden. –
Christus, erbarme
dich. A.: Christus, erbarme dich.
3. Lange Zeit
konnte Monika ihren Erstgeborenen, er hatte noch zwei Geschwister,
nicht loslassen. Der aber entzog sich in wilden Auseinandersetzungen
ihrer Bevormundung. –
Viele Eltern vergessen, dass Kinder nicht Eigentum sind, sondern nur
für einige Jahre ihrer Obhut anvertraut sind.
Herr, erbarme dich.
A.: Herr, erbarme dich.
Der mächtige Gott
erbarme sich unser; er helfe, auf krummen Zeilen gerade zu schreiben
und alles zu einem guten Ende zu führen.
Tagesgebet
Lebendiger Gott. In
der hl. Monika stellst du uns eine Mutter vor Augen, die am eigenen
Leib erfahren hat, wie schwierig Erziehung sein kann. Mit Tränen und
Gebet hat sie die Wege ihrer Kinder begleitet. Auf ihre Fürsprache
helfe auch den heutigen Eltern, Kinder zu guten Menschen und
überzeugten Christen heranwachsen zu lassen. Darum bitten wir durch
Christus, unseren Herrn.
Lesung aus dem Römerbrief.
Vorwort:
Wir hören das Bekehrungserlebnis des berühmten Sohnes der hl.
Monika.
Augustinus hörte
die Stimme: „Nimm (die Bibel) und lies!“ Und er schlug folgende
Stelle auf:
Bedenkt die
gegenwärtige Zeit: Die Stunde ist gekommen, aufzustehen vom Schlaf.
Darum lasst uns ablegen die Werke der Finsternis und anlegen die
Waffen des Lichts. Lasst uns ehrenhaft leben wie am Tag, ohne
maßloses Essen und Trinken, ohne Unzucht und Ausschweifung, ohne
Streit und Eifersucht. Legt (als neues Gewand) den Herrn Jesus
Christus an, und sorgt nicht so für euren Leib, dass die Begierden
erwachen. (Röm 13, 11-14)
Zwischengesang
Suchen und fragen
Evangelium nach Lukas
Vorwort:
Zunächst verunsichert das Evangelium
vom Fest der hl. Monika, in dem ein toter Sohn erweckt wird.
Aber in den Augen damaliger Christen waren ungetaufte oder in die
Irre gegangene Söhne vor Gott tot.
Jesus ging in eine
Stadt namens Nain; seine Jünger und eine große Menschenmenge folgten
ihm. Als er in die Nähe des Stadttores kam, trug man gerade einen
Toten heraus. Es war der einzige Sohn seiner Mutter, einer Witwe.
Und viele Leute aus der Stadt begleiteten sie. Als der Herr die Frau
sah, hatte er Mitleid mit ihr und sagte zu ihr: Weine nicht! Dann
trat er an die Totenbahre und berührte sie. Die Träger blieben
stehen. Und er sprach: Junger Mann, ich sage dir: Steh auf“ Da
richtete sich der Tote auf und begann zu sprechen, und Jesus gab ihn
seiner Mutter zurück. Alle wurden von Furcht ergrifffen; sie priesen
Gott und sagten: Ein großer Prophet ist unter uns aufgetreten; Gott
hat seinem Volk Gnade erwiesen. Und man erzählte davon überall in
Judäa und den Nachbarländern. (Lk 7, 11-17)
Ansprache
Eine
Mutter sagt: Unsere Tochter, 18 Jahre, begabt, folgt bedingungslos
ihrem 20jährigen Freund – ohne jede Bindung – ohne Existenzminimum –
ohne berufliche Bildung. „Meine Sache!“ lautet brüsk und stereotyp
ihr einziges Argument. „Wir sorgen uns um dich!“ „Eure Sache!“ die
harte Antwort. „Wir fürchten, dass du unglücklich wirst, weil du
Werte aufgibst, die unwiederbringlich sind.“ „Meine Sache!“
Ist das die
Quittung für 18 Jahre Leben mit uns? – Wie werden wir unser Kind
wiederfinden?
(aus
„Signale“ von Christa Peikert-Flaspöhler)
Damals
wie heute. Das Begleiten der Jugendlichen ist durch die vielen
geheimen Miterzieher noch schwieriger als früher geworden.
Die
hl. Monika wäre nie in unser Gesichtsfeld geraten, wenn ihr Sohn
Augustinus nicht so ein berühmter Kirchenvater geworden wäre. (Sein
Fest wird in der Kirche am Tag nach dem Fest der Mutter gefeiert.)
Wir wissen auch nur über seine Bücher von dieser Frau. Augustinus
schreibt später ungewöhnlich liebevoll und zärtlich über seine
Mutter, obwohl es in früheren Jahren zu endlosen Konflikten und
größten Streitigkeiten zwischen beiden kam. Sein wildes Leben in
Karthago ist zum Teil der Protest gegen den hartnäckigen Druck, den
die Mutter auf ihren Sohn ausübte. Sie wurde übrigens um 330 in
Tunesien geboren: wenn sie eine Berberin war, äußerte sich das von
Natur her als energiegeladen, heißblütig und aufbegehrend.
Zwei
Gründe trugen dazu bei, dass sie zur Patronin der Mütter wurde:
1. Ihr Glaube war so stark, dass sie Menschen bekehren
konnte.
Das
fällt ja besonders in der eigenen Familie schwer.
a) Da
war zunächst ihr Mann: Er war ungläubig, jährzornig und sinnlich;
hielt es mit der Treue nicht so genau; manchmal wurde sie
geschlagen; gemeine Bemerkungen über das Christentum ertrug sie
still.
Entgegen ihrem Temperament erhob sie
hier keine Vorwürfe, sondern blieb stets freundlich. Dies mag mit
der damaligen Stellung der Frau erklärbar sein, denn das würde sich
heute nicht mehr jede Frau und Mutter gefallen lassen. Vielleicht
war es aber auch eine Weisheit, die später dem hl. Vinzenz
zugeschrieben wird: Er hatte einem Vater empfohlen, der nicht mehr
ertragen konnte, dass ein Streit in der Familie immer sofort hoch
kochte: Nimm einen Schluck Wasser zu Beginn der Auseinandersetzung
in den Mund, damit du nicht antworten kannst. Und viel schneller
kehrt Ruhe ein, wenn du den Gegenpart nicht mehr reizt. – Das gilt
natürlich auch umgekehrt in der Geschlechterrolle. Heute hört man
noch ab und zu im Mittelmeerraum den Satz: „Trink doch
Vinzenzwasser!“
Jedenfalls bekehrte sie ihren Mann. Er
ließ sich auf dem Sterbebett taufen.
b) Bei ihrem Sohn Augustinus wurde
die Auseinandersetzung erbitterter geführt: Sie erkannte seine große
Begabung. Mit 17 Jahren ging er zur Uni und schlug eine glänzende
Professorenlaufbahn ein. Er verfiel aber sittlichen Verstrickungen,
zeugte mit einer Studentin ein uneheliches Kind und gehörte
zeitweise der Sekte der Manichäer an. Monika mischte sich immer
wieder in sein Leben ein, verbot ihm zeitweise sogar das Haus. Es
gelang ihr, die Liebe zu der Studentin Melanie zu zerstören. Der
Streit erreichte seinen Höhepunkt wohl in dem Moment, als sie im
Gottesdienst weilte und er mit dem Schiff nach Mailand floh.
Sicher hat die Mutter Monika hier
manchmal den Bogen überspannt, der am starken Charakter des
Augustinus zersplitterte. Aber sie hat gekämpft und ihn nie
aufgegeben.
Zur Bekehrung ihres Sohnes trug aber
auch der große Kirchenvater Ambrosius bei, der in Mailand lehrte und
Augustinus sehr beeindruckte. Er war es auch, der tröstend zu Monika
sagte: „Ein Sohn so vieler Tränen kann nicht verloren gehen!“ – Das
Bekehrungserlebnis – wir hörten es in der Lesung – brachte dann das
Glas der Entscheidung zum Überlaufen.
2.
Der zweite Grund, warum Monika zur Ehre
der Altäre erhoben wurde.
Sie begleitete all ihr Handeln mit
inständigem Gebet.
Vielleicht
las sie das beim beginnenden Lebensprinzip der Mönche ab: Bete und
arbeite! Oder wie es das Hauptgebot ausdrückt: Liebe Gott und die
Menschen! Das heißt: Aus deinem Vertrauen auf Gott kann eine Kraft
fließen, die in der Nächstenliebe spürbar wird.
Erst mit
33 Jahren ließ sich dann Augustinus in der Osternacht 387 taufen.
Übrigens zusammen mit seinem Sohn Adeodatus, der später im Alter von
17 Jahren starb. Monika erlebte nicht mehr die steile Karriere ihres
Sohnes, der mit zu den größten lateinischen Kirchenväter zählt.
Seine berühmtesten Bücher wie die „Confessiones“, d.h. seine
„Bekenntnisse“, und die 22 Bücher über den „Gottesstaat“
beeinflussten das ganze Mittelalter bis in die Neuzeit. Monika starb
mit 56 Jahren in dem Jahr, in dem ihr Sohn getauft wurde, als sie
mit Augustinus nach Afrika zurückreisen wollte.
Über
Jahrzehnte handelte, weinte und betete sie für ihr Kind. Darum ist
sie besonders den Eltern ein Vorbild, die spüren, wie sich ihnen
Kinder entfremden oder in Sackgassen geraten. Wenn alle Worte nichts
mehr fruchten, wenn ein Kind die Vorhänge vor seiner Seele zugezogen
hat, durch die nichts mehr dringt, dann bleibt immer noch das Gebet.
Fürbitten
L.: Gott, du Quelle des Lebens, wir rufen
zu dir, der du größere Hände zum Auffangen und Halten hast als wir.
Wir begleiten die Bitten still mit unserem Gebet:
1. Wir bitten für Kirche und Staat als
wichtigste Stütze der Familie. – Stille.
2. Wir bitten für alle Eltern, die sich
sorgen um die Zukunft der Kinder. – Stille
1. Für alle, im Kindergarten, Schule und
Ausbildung, die sich bemühen,
die Erziehung der Eltern weiterzuführen. – Stille.
2. Für alle, die zu viel Kräfte in das
Ringen um den Unterhalt stecken müssen. – Stille.
1. Für alle Alleinerziehenden, die für
das gute Miteinander das kleinere Übel gewählt haben.
– Stille.
2. Für alle, die jedes Bemühen
mit ihrem Gebet begleiten. – Stille.
L.: Auf die Fürbitte der hl.
Monika: Erhöre unser Gebet!
Alle: Und lass unser Rufen zu dir
kommen.
Gabenlied
Wenn das Brot, das wir teilen
Gabengebet
Barmherziger Gott. Mit diesen Gaben von
Brot und Wein bringen wir dir auch unsere Sorgen und Hoffnungen,
unser Scheitern und Bemühen dar. Erfülle sie mit deiner Gegenwart,
damit sie uns Kraft und Segen schenken – durch Christus, unseren
Herrn.
Hinführung zum Vaterunser
Als große Familie, in die wir
hineingetauft sind, verbinden wir uns mit den Händen untereinander
und sprechen gemeinsam: Vater unser ...
Friedensgruß
(Alle heben ihre verbundenen Hände zum
Gruß)
L.: Der Friede des Herrn sei
allezeit mit euch!
Alle: Und mit deinem Geiste.
Lied zur Kommunion
Wo Menschen sich vergessen
Meditation zur Kommunion
Eine Mutter schreibt:
1.
Es fällt mir ganz schwer, einzusehen,
dass meine Kinder längst in eigenen Schuhen stehen
und in ihr eigenes Schicksal wachsen müssen.
Nun hilft kein Streicheln mehr und Küssen.
Ich kann das Schwere zwar mit ihnen tragen,
sie dürfen hier bei mir auch jammern, klagen.
Doch gehen müssen sie allein.
2.
Es fällt mir schwer, mit anzusehen,
wie meine Kinder ihre eigenen Wege gehen
und Fehler machen und am Leben leiden.
Und ich kann sie nicht schützen,
die mir so ähnlich sind in ihren Schwächen.
Ich sehe ihre Flügel Stück für Stück zerbrechen.
Schon traf sie mancher harte Stein.
1. Es fällt mir schwer, die Kinder
abzugeben
an Gott, das Schicksal, an ihr eigenes Leben.
Ich wollte immer über ihrem Glücke wachen
und spüre voller Ohnmacht: Ich kann wenig machen.
2. Sie selber müssen an den
Schwierigkeiten reifen,
und irgendwann nach ihren eigenen Sternen greifen.
Wer wird dereinst ihr Sternendeuter sein?
(Ute Latendorf in KA + Das Zeichen
2002/2, S. 58)
alternativ:
1.
Eine neue Armut ist ausgebrochen,
- wo in zerbrechenden Familien die Bezugspersonen ständig wechseln.
- Wo die Sehnsucht nach Geborgenheit nicht mehr gestillt werden
kann.
- Wo Menschen einander oft als Sexualobjekte benützen.
2. Eine neue Armut ist ausgebrochen,
- wo Kinder nicht geliebt, nur geduldet sind.
- wo Zeit und Zuwendung durch Konsum ersetzt werden.
- wo psychisch Kranke dem Leistungsdruck nicht standhalten.
1. - Wo Gefühle keinen Ausdruck mehr
finden.
- wo das Gespräch dem Fernseher weicht,.
- wo fehlende Ausbildung in die Arbeitslosigkeit führt.,
- wo wirtschaftliche Benachteiligung Menschen aus der Gesellschaft
herausdrängt.
2. Dort, mitten
unter uns wächst die Armut und mit ihr
- Minderwertigkeitsgefühl
- und Gewalt.
Ihr zu begegnen
geht alle an.
(Almut Haneberg,
in „Das Zeichen“ 1/96, S. 18)
Schlussgebet
Herr, unser Gott.
Was wir in dieser Feier empfangen haben in deinem Wort und Brot, im
Vorbild der hl. Monika und in unserem Miteinander, das verhelfe uns
zur Liebe und Geduld im Miteinander – durch Christus, unseren Herrn.
Schlusslied
Möge die Straße uns zusammenführen
Willi Hoffsümmer
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