Heilige Monika
 
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27.08.06

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"Heilige Monika - Patronin der Mütter"

(Fest am 27. August) 


Lied zu Beginn

Meine engen Grenzen

Begrüßung und Hinführung

Die hl. Monika ist neben der hl. Anna die Patronin der Mütter, will also besonders über Mütter die Hand halten. Wir werden in diesem Gottesdienst erfahren, warum die Kirche sie dazu bestellt hat.

Bußakt

1.      Monika, ein Mädchen aus christlichem Hause, heiratet mit 18 Jahren einen ungläubigen Mann. Dieser hatte lange Zeit für alles Religiöse und Christliche nur Spott und Hohn übrig.
Viele Familien sind in Fragen des Glaubens zerrissen:

Herr, erbarme dich.          A.: Herr, erbarme dich.

2.      Monikas sehr begabter Sohn Augustinus hatte  auch die schlechten Eigenschaften des Vaters  geerbt, war eigensinnig und leichtlebig.
Viele Eltern entdecken in ihren Kindern negative Eigenheiten, die manchmal aus vergangenen  Generationen vererbt werden. – 

Christus, erbarme dich.  A.: Christus, erbarme dich.

3.      Lange Zeit konnte Monika ihren Erstgeborenen, er hatte noch zwei Geschwister, nicht loslassen. Der aber entzog sich in wilden Auseinandersetzungen ihrer Bevormundung. –
Viele Eltern vergessen, dass Kinder nicht Eigentum sind, sondern nur für einige Jahre ihrer Obhut anvertraut sind.

Herr, erbarme dich.          A.: Herr, erbarme dich.

Der mächtige Gott erbarme sich unser; er helfe, auf krummen Zeilen gerade zu schreiben und alles zu einem guten Ende zu führen.

Tagesgebet

Lebendiger Gott. In der hl. Monika stellst du uns eine Mutter vor Augen, die am eigenen Leib erfahren hat, wie schwierig Erziehung sein kann. Mit Tränen und Gebet hat sie die Wege ihrer Kinder begleitet. Auf ihre Fürsprache helfe auch den heutigen Eltern, Kinder zu guten Menschen und überzeugten Christen heranwachsen zu lassen. Darum bitten wir durch Christus, unseren Herrn.

Lesung aus dem Römerbrief.

Vorwort:          Wir hören das Bekehrungserlebnis des berühmten Sohnes der hl. Monika.

Augustinus hörte die Stimme: „Nimm (die Bibel) und lies!“ Und er schlug folgende Stelle auf:

Bedenkt die gegenwärtige Zeit: Die Stunde ist gekommen, aufzustehen vom Schlaf. Darum lasst uns ablegen die Werke der Finsternis und anlegen die Waffen des Lichts. Lasst uns ehrenhaft leben wie am Tag, ohne maßloses Essen und Trinken, ohne Unzucht und Ausschweifung, ohne Streit und Eifersucht. Legt (als neues Gewand) den Herrn Jesus Christus an, und sorgt nicht so für euren Leib, dass die Begierden erwachen. (Röm 13, 11-14)

Zwischengesang

Suchen und fragen

Evangelium nach Lukas

Vorwort:          Zunächst verunsichert das Evangelium vom Fest der hl. Monika, in dem ein toter Sohn  erweckt wird. Aber in den Augen damaliger Christen waren ungetaufte oder in die Irre gegangene Söhne vor Gott tot.

Jesus ging in eine Stadt namens Nain; seine Jünger und eine große Menschenmenge folgten ihm. Als er in die Nähe des Stadttores kam, trug man gerade einen Toten heraus. Es war der einzige Sohn seiner Mutter, einer Witwe. Und viele Leute aus der Stadt begleiteten sie. Als der Herr die Frau sah, hatte er Mitleid mit ihr und sagte zu ihr: Weine nicht! Dann trat er an die Totenbahre und berührte sie. Die Träger blieben stehen. Und er sprach: Junger Mann, ich sage dir: Steh auf“ Da richtete sich der Tote auf und begann zu sprechen, und Jesus gab ihn seiner Mutter zurück. Alle wurden von Furcht ergrifffen; sie priesen Gott und sagten: Ein großer Prophet ist unter uns aufgetreten; Gott hat seinem Volk Gnade erwiesen. Und man erzählte davon überall in Judäa und den Nachbarländern. (Lk 7, 11-17)

Ansprache

Eine Mutter sagt: Unsere Tochter, 18 Jahre, begabt, folgt bedingungslos ihrem 20jährigen Freund – ohne jede Bindung – ohne Existenzminimum – ohne berufliche Bildung. „Meine Sache!“ lautet brüsk und stereotyp ihr einziges Argument. „Wir sorgen uns um dich!“ „Eure Sache!“ die harte Antwort. „Wir fürchten, dass du unglücklich wirst, weil du Werte aufgibst, die unwiederbringlich sind.“ „Meine Sache!“

Ist das die Quittung für 18 Jahre Leben mit uns? – Wie werden wir unser Kind wiederfinden?

(aus „Signale“ von Christa Peikert-Flaspöhler)

Damals wie heute. Das Begleiten der Jugendlichen ist durch die vielen geheimen Miterzieher noch schwieriger als früher geworden.

Die hl. Monika wäre nie in unser Gesichtsfeld geraten, wenn ihr Sohn Augustinus nicht so ein berühmter Kirchenvater geworden wäre. (Sein Fest wird in der Kirche am Tag nach dem Fest der Mutter gefeiert.) Wir wissen auch nur über seine Bücher von dieser Frau. Augustinus schreibt später ungewöhnlich liebevoll und zärtlich über seine Mutter, obwohl es in früheren Jahren zu endlosen Konflikten und größten Streitigkeiten zwischen beiden kam. Sein wildes Leben in Karthago ist zum Teil der Protest gegen den hartnäckigen Druck, den die Mutter auf ihren Sohn ausübte. Sie wurde übrigens um 330 in Tunesien geboren: wenn sie eine Berberin war, äußerte sich das von Natur her als energiegeladen, heißblütig und aufbegehrend.

Zwei Gründe trugen dazu bei, dass sie zur Patronin der Mütter wurde:

1.      Ihr Glaube war so stark, dass sie Menschen bekehren konnte.

Das fällt ja besonders in der eigenen Familie schwer.

a)                Da war zunächst ihr Mann: Er war ungläubig, jährzornig und sinnlich; hielt es mit der Treue nicht so genau; manchmal wurde sie geschlagen; gemeine Bemerkungen über das Christentum ertrug sie still.

Entgegen ihrem Temperament erhob sie hier keine Vorwürfe, sondern blieb stets freundlich. Dies mag mit der damaligen Stellung der Frau erklärbar sein, denn das würde sich heute nicht mehr jede Frau und Mutter gefallen lassen. Vielleicht war es aber auch eine Weisheit, die später dem hl. Vinzenz zugeschrieben wird: Er hatte einem Vater empfohlen, der nicht mehr ertragen konnte, dass ein Streit in der Familie immer sofort hoch kochte: Nimm einen Schluck Wasser zu Beginn der Auseinandersetzung in den Mund, damit du nicht antworten kannst. Und viel schneller kehrt Ruhe ein, wenn du den Gegenpart nicht mehr reizt. – Das gilt natürlich auch umgekehrt in der Geschlechterrolle. Heute hört man noch ab und zu im Mittelmeerraum den Satz: „Trink doch Vinzenzwasser!“

     Jedenfalls bekehrte sie ihren Mann. Er ließ sich auf dem Sterbebett taufen.

b)      Bei ihrem Sohn Augustinus wurde die Auseinandersetzung erbitterter geführt: Sie erkannte seine große Begabung. Mit 17 Jahren ging er zur Uni und schlug eine glänzende Professorenlaufbahn ein. Er verfiel aber sittlichen Verstrickungen, zeugte mit einer Studentin ein uneheliches Kind und gehörte zeitweise der Sekte der Manichäer an. Monika mischte sich immer wieder in sein Leben ein, verbot ihm zeitweise sogar das Haus. Es gelang ihr, die Liebe zu der Studentin Melanie zu zerstören. Der Streit erreichte seinen Höhepunkt wohl in dem Moment, als sie im Gottesdienst weilte und er mit dem Schiff nach Mailand floh.

Sicher hat die Mutter Monika hier manchmal den Bogen überspannt, der am starken Charakter des Augustinus zersplitterte. Aber sie hat gekämpft und ihn nie aufgegeben.

Zur Bekehrung ihres Sohnes trug aber auch der große Kirchenvater Ambrosius bei, der in Mailand lehrte und Augustinus sehr beeindruckte. Er war es auch, der tröstend zu Monika sagte: „Ein Sohn so vieler Tränen kann nicht verloren gehen!“ – Das Bekehrungserlebnis – wir hörten es in der Lesung – brachte dann das Glas der Entscheidung zum Überlaufen.

2.      Der zweite Grund, warum Monika zur Ehre der Altäre erhoben wurde.
Sie begleitete all ihr Handeln mit inständigem Gebet.

Vielleicht las sie das beim beginnenden Lebensprinzip der Mönche ab: Bete und arbeite! Oder wie es das Hauptgebot ausdrückt: Liebe Gott und die Menschen! Das heißt: Aus deinem Vertrauen auf Gott kann eine Kraft fließen, die in der Nächstenliebe spürbar wird.

Erst mit 33 Jahren ließ sich dann Augustinus in der Osternacht 387 taufen. Übrigens zusammen mit seinem Sohn Adeodatus, der später im Alter von 17 Jahren starb. Monika erlebte nicht mehr die steile Karriere ihres Sohnes, der mit zu den größten lateinischen Kirchenväter zählt. Seine berühmtesten Bücher wie die „Confessiones“, d.h. seine „Bekenntnisse“, und die 22 Bücher über den „Gottesstaat“ beeinflussten das ganze Mittelalter bis in die Neuzeit. Monika starb mit 56 Jahren in dem Jahr, in dem ihr Sohn getauft wurde, als sie mit Augustinus nach Afrika zurückreisen wollte.

Über Jahrzehnte handelte, weinte und betete sie für ihr Kind. Darum ist sie besonders den Eltern ein Vorbild, die spüren, wie sich ihnen Kinder entfremden oder in Sackgassen geraten. Wenn alle Worte nichts mehr fruchten, wenn ein Kind die Vorhänge vor seiner Seele zugezogen hat, durch die nichts mehr dringt, dann bleibt immer noch das Gebet.

Fürbitten

L.:       Gott, du Quelle des Lebens, wir rufen zu dir, der du größere Hände zum Auffangen und Halten hast als wir. Wir begleiten die Bitten still mit unserem Gebet:

1.         Wir bitten für Kirche und Staat als wichtigste Stütze der Familie. – Stille.

2.         Wir bitten für alle Eltern, die sich sorgen um die Zukunft der Kinder. – Stille

1.         Für alle, im Kindergarten, Schule und Ausbildung, die sich bemühen,
  die Erziehung der Eltern weiterzuführen. – Stille.

2.         Für alle, die zu viel Kräfte in das Ringen um den Unterhalt stecken müssen. – Stille.

1.         Für alle Alleinerziehenden, die für das gute Miteinander das kleinere Übel gewählt haben.

– Stille.

2.         Für alle, die jedes Bemühen mit ihrem Gebet begleiten. – Stille.

L.:        Auf die Fürbitte der hl. Monika: Erhöre unser Gebet!

Alle:     Und lass unser Rufen zu dir kommen.

Gabenlied

Wenn das Brot, das wir teilen

Gabengebet

Barmherziger Gott. Mit diesen Gaben von Brot und Wein bringen wir dir auch unsere Sorgen und Hoffnungen, unser Scheitern und Bemühen dar. Erfülle sie mit deiner Gegenwart, damit sie uns Kraft und Segen schenken – durch Christus, unseren Herrn.

Hinführung zum Vaterunser

Als große Familie, in die wir hineingetauft sind, verbinden wir uns mit den Händen untereinander und sprechen gemeinsam: Vater unser ...

Friedensgruß

(Alle heben ihre verbundenen Hände zum Gruß)

L.:        Der Friede des Herrn sei allezeit mit euch!

Alle:     Und mit deinem Geiste.

Lied zur Kommunion

Wo Menschen sich vergessen

Meditation zur Kommunion

Eine Mutter schreibt:

1.      Es fällt mir ganz schwer, einzusehen,
dass meine Kinder längst in eigenen Schuhen stehen
und in ihr eigenes Schicksal wachsen müssen.
Nun hilft kein Streicheln mehr und Küssen.
Ich kann das Schwere zwar mit ihnen tragen,
sie dürfen hier bei mir auch jammern, klagen.
Doch gehen müssen sie allein.

2.      Es fällt mir schwer, mit anzusehen,
wie meine Kinder ihre eigenen Wege gehen
und Fehler machen und am Leben leiden.
Und ich kann sie nicht schützen,
die mir so ähnlich sind in ihren Schwächen.
Ich sehe ihre Flügel Stück für Stück zerbrechen.
Schon traf sie mancher harte Stein.

1.   Es fällt mir schwer, die Kinder abzugeben
an Gott, das Schicksal, an ihr eigenes Leben.
Ich wollte immer über ihrem Glücke wachen
und spüre voller Ohnmacht: Ich kann wenig machen.

2.   Sie selber müssen an den Schwierigkeiten reifen,
und irgendwann nach ihren eigenen Sternen greifen.
Wer wird dereinst ihr Sternendeuter sein?

(Ute Latendorf in KA + Das Zeichen 2002/2, S. 58)

alternativ:

1.      Eine neue Armut ist ausgebrochen,
- wo in zerbrechenden Familien die Bezugspersonen ständig wechseln.
- Wo die Sehnsucht nach Geborgenheit nicht mehr gestillt werden kann.
- Wo Menschen einander oft als Sexualobjekte benützen.

2.   Eine neue Armut ist ausgebrochen,
- wo Kinder nicht geliebt, nur geduldet sind.
- wo Zeit und Zuwendung durch Konsum ersetzt werden.
- wo psychisch Kranke dem Leistungsdruck nicht standhalten.

1.   - Wo Gefühle keinen Ausdruck mehr finden.
- wo das Gespräch dem Fernseher weicht,.
- wo fehlende Ausbildung in die Arbeitslosigkeit führt.,
- wo wirtschaftliche Benachteiligung Menschen aus der Gesellschaft herausdrängt.

2.   Dort, mitten unter uns wächst die Armut und mit ihr

   - Minderwertigkeitsgefühl  - und Gewalt.

Ihr zu begegnen geht alle an.

(Almut Haneberg, in „Das Zeichen“ 1/96, S. 18)

Schlussgebet

Herr, unser Gott. Was wir in dieser Feier empfangen haben in deinem Wort und Brot, im Vorbild der hl. Monika und in unserem Miteinander, das verhelfe uns zur Liebe und Geduld im Miteinander – durch Christus, unseren Herrn.  

Schlusslied

Möge die Straße uns zusammenführen

Willi Hoffsümmer

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