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Muttertag - Tag des Herzens. Muttertag
(ab 3. Schuljahr
u. Familie)
Gottesdienst als PDF-Datei
Lied zu Beginn
Nun freue dich,
du Christenheit GL 222
Begrüßung
Wir stellen uns wie Maria unter das Kreuz und beginnen:
Im Namen … Der Herr sei mit euch!
Hinführung
Mütter mögen kein billiges Lob. Auch nicht das Feigenblatt eines
Blumenstraußes, wenn an hundert Stellen ein Danke vergessen wurde.
Viele sehen im Muttertag nur Geschäftemacherei: Er kann aber ein Tag
des Herzens sein, der Respekt zeigt vor der Leistung der Frauen und
Mütter in unserer Gesellschaft; denn durch die Doppelbelastung von
Beruf und Haushalt haben sie Mühe, ihre Mitte und Ausstrahlung zu
bewahren.
Wir besinnen uns.
Bußakt
1.
Weil unsere Gesellschaft die Frauen und Mütter bei gleicher Leistung
immer noch benachteiligt und auch Witwen finanziell schlechter
gestellt sind als Witwer, rufen wir:
Herr, erbarme dich! A.: Herr, erbarme dich!
2.
Weil die Mütter in der Regel die größere Last tragen, wenn eine Ehe
zerbricht:
Christus, erbarme dich! A: Christus, erbarme dich!
3.
Weil Frauen und Mütter in der Regel einen längeren Arbeitstag haben:
Herr, erbarme dich! A: Herr, erbarme dich!
Vergebungsbitte: … und schenk ihnen das Verständnis und die
Unterstützung der Gesellschaft und der Kirchen auf ihrem Weg ins
eigentliche Leben.
Glorialied
Lobet den Herren GL 671
Tagesgebet
Herr, unser Gott. Wir danken dir heute besonders für die
Mutter, die Ja sagte zu unserem Leben und seitdem viel mehr als nur
zwei Hände braucht. Wir bitten dich. Schenke unserem Land mehr
Zukunft durch das Allerwichtigste, was Mütter in die Welt bringen:
Liebe! Darum bitten wir auch auf die Fürbitte Mariens durch
Christus, unseren Herrn.
Statt
einer Lesung
Wie wichtig eine
Mutter nach wie vor für das Kind ist, deuten zwei Begebenheiten an:
1.
Ein Gefängnispfarrer sagte auf die Frage „Was sind deine
schwierigsten Fälle?“ spontan und bestimmt: „Die schwierigsten
Menschen im Gefängnis sind die, denen beim Wort ‚Mutter’ nichts
Gutes einfällt!“ – Stille.
2.
Über den folgenden Dialog mag man schmunzeln, er weist aber
in die gleiche Richtung:
„Mutti, warum
willst du nicht mit mir spielen?“ – „Weil ich keine Zeit habe“. –
“Warum hast du keine Zeit?“ – „Weil ich arbeiten muss.“ – „Warum
arbeitest du?“ – „Um Geld zu verdienen.“ – „Warum verdienst du
Geld?“ – „Um dir Essen zu geben.“ Kleine Pause. – Dann sagt Nelly:
„Mutti, ich habe keinen Hunger.“
(Sigmund von
Radecki)
Alternativ:
Lesung
Apg 1,12-14: Sie
verharrten einmütig im Gebet mit Maria.
Zwischengesang
Maria, dich
lieben GL 594
Evangelium nach
Johannes
Einleitung:
Maria ist auch unsere Mutter.
Bei dem Kreuz
Jesu standen seine Mutter und die Schwester seiner Mutter, Maria,
die Frau des Klopas, und Maria von Magdala. Als Jesus seine Mutter
sah und bei ihr den Jünger, den er liebte, sagte er zu seiner
Mutter: Frau, dies ist dein Sohn. Dann sagte er zu dem Jünger: Dies
ist deine Mutter. Und von jener Stunde an nahm sie der Jünger zu
sich. (Joh 19,25–27)
Ansprache
„Die
schwierigsten Menschen im Gefängnis sind die, denen beim Wort
‚Mutter’ nichts Gutes einfällt!“ Wir haben diesen Ausspruch des
Gefängnispfarrers noch im Ohr.
Da wird wohl
keiner widersprechen wollen: Mit der Hingabe der Frauen und Mütter
steht und fällt ein Volk.
Wenn ich aber
manchmal höre, was Kinder ihren Müttern zurufen, da fallen mir die
Ohren ab! Und was noch schlimmer ist: Viele schlagen sogar ihre
Mütter, wenn sie ihren Willen nicht bekommen.
Die
Erziehungsmethode unserer Eltern zu sagen: „So einem Kind
wächst die Hand aus dem Grab!“ war sicherlich nicht die richtigste,
aber wir Kinder erschraken und kamen ins Nachdenken. Die
Alternative, dass Mütter dann heute alles widerstandslos einfach
hinnehmen, kann doch auch nicht die wahre Methode sein!
Nirgendwo in der
Welt gibt es so einen Abfall in der zwischenmenschlichen Kultur wie
bei uns! Nirgendwo in der Welt wird der älteren Generation so wenig
Achtung entgegengebracht wie bei uns, obwohl sie doch das Sofa
hingesetzt haben, auf dem das Kind sitzt.
Wenn sich bei
uns momentan eine Kultur des Todes ausbreitet, kann es auch daran
liegen, dass wir den Kindern und Enkelkindern nicht mehr das 4.
Gebot beigebracht haben? Da heißt es nicht: „4. Du sollst den Eltern
gehorchen“, sondern: „Du sollst die Eltern ehren!“
„Gehorchen“ wäre auch nicht das Richtige. Denn es gibt Eltern, die
befehlen ihrem Kind, im Supermarkt zu stehlen oder sagen: „Jetzt ist
die Kommunion und dein Fest vorbei, jetzt lassen wir unser
Privatleben am Wochenende nicht mehr stören!“
Eltern ehren
meint etwas anderes – wie es z.B. im Alten Testament heißt:
Den Vater ehren
ist die Grundlage des eigenen Glücks;
die Mutter verachten der Anfang der eigenen Schande.
Du, Sohn, pflege deinen Vater, wenn er alt ist.
Betrübe ihn nicht, solange er lebt.
Und wenn er kindisch wird, halte es ihm zugute;
verachte ihn nicht, weil du stärker bist.
Wer seinen Vater im Stich lässt, ist wie einer, der Gott lästert;
Wer seiner Mutter Leid zufügt, trennt sich von Gott!!
(Jesus Sirach 3,
11–13.16 nach Zink)
Starker Tobak!
Man muss die Sätze auch auf dem Hintergrund sehen, dass damals die
Kinder die Lebensversicherung der Eltern waren. Woher kommt es aber,
dass Eltern bei uns nicht mehr geehrt werden?
Liebe Eltern!:
Wie ist der Umgangston in Ihrer Familie, vor allem, wenn es zum
Streit kommt? Welche Worte kommen über Ihre Lippen, wenn Sie
im Ehestreit erbost miteinander fechten? Kinder lernen schnell!
Aber es kann
doch nicht sein, dass Sie sich alles gefallen lassen! Können Sie
sich nicht durchsetzen und sagen: „Das magst du so auf dem Schulhof
gehört haben oder bei deinen Freunden, aber hier will ich es
nicht mehr hören!“
Oder färbt schon
das Verhalten der muslimischen Mitschüler ab? Wie Sie wissen, haben
in fast allen Haushalten der Welt die Frauen und Mütter das Sagen.
Aber ab einem bestimmten Alter fangen die Herren Söhne in der
muslimischen Welt an, die Mutter im Rückenwind des Vaters zu
kommandieren. Sie sehen das ja oft in der Öffentlichkeit: Wenn die
muslimische Frau mit den Töchtern oft genug einen Meter hinter Mann
und Söhnen hergeht. Unsere Lehrerinnen müssen sich von denen auf
Schulhöfen das Wort „Hure“ gefallen lassen. Ich möchte jetzt hier
nichts aufheizen, aber diese Wirklichkeit müssen wir auch nüchtern
sehen und bei unseren Kindern gegenlenken!
Die Verehrung
der Gottesmutter Maria hat das Christentum davor bewahrt, die Frau
so tief abzustufen – wenn die Kirche auch hier noch das
Anti-Diskriminierungsgesetz umsetzen muss, also eine Benachteiligung
aufgrund des Geschlechtes nicht gutzuheißen. Aber freuen wir uns
doch zunächst darüber, dass den Frauen in unserem Glauben eine Würde
eingeräumt wird wie sonst in keiner anderen Religion.
Ich möchte zum
Abschluss noch eine Begebenheit vorlesen, die mich betroffen machte:
Joachim zog
seine Mütze vom Kopf. „Entschuldige, Mutter, aber ich konnte
wirklich nicht eher kommen.“ Er legte die Rosen in ihren Schoß.
„Ich war bei Petra im Krankenhaus. Wir haben gestern eine kleine
Tochter bekommen.“ Er ließ seine Mütze auf einen der leeren Stühle
fallen und nahm eine Hand seiner Mutter in die seine. „Wir nennen
sie Lucia, nach dir.“
Joachim strich
liebevoll über die faltige Haut: „Du hast fünf Söhne und wolltest
immer ein kleines Mädchen. Jetzt hast du eine Enkeltochter. Und sie
hat deine Augen.“ Er lächelte: „Weißt du noch, als ich ein kleiner
Junge war? Die Leute sahen mich an und sagten: ‚Du gehörst der
Lucia, nicht wahr? Du hast die gleichen lachenden Augen!’ Und ich
habe immer nur genickt, weil ich das gar nicht verstehen konnte.
Aber ich konnte als kleiner Junge manches nicht verstehen. Warum du
so hartnäckig darauf bestanden hast, dass ich das Abi mache und
später studieren sollte? Ich glaube, ich war ziemlich lange ein
kleiner Junge.“
Sein Lächeln
wurde traurig. „Dann bin ich immer in der Welt umhergereist, bis ich
Petra kennen lernte und sie aus Spanien mitbrachte. Ich bin sesshaft
geworden, aber wir wohnen viel zu weit weg.“
Joachim sah auf
die kleine Hand, die so ungewohnt ruhig in seiner lag. „Ich dachte
immer, meine Brüder sind ja in deiner Nähe, da ist es nicht so
schlimm, wenn ich nicht so oft komme. Jetzt weiß ich, dass das
falsch war. Geburtstage und Weihnachten sind zu wenig. Und ein
Blumenstrauß zum Muttertag ist nur eine dürftige Ausrede. Dabei sind
es nur drei Stunden Autofahrt bis nach Hause.“
Er betrachtete
durch einen Tränenschleier ihr Gesicht. Ein Lächeln schien ihren
Mund zu umspielen, doch ihre Augen waren geschlossen. „Warum hast du
deswegen nie mit mir geschimpft? So wie damals, als ich nicht mehr
zur Schule gehen wollte? Als ich das Studium schmeißen wollte?“ Eine
Träne rollte über seine Wange. „Habe ich dir jemals gesagt, wie sehr
ich dich liebe? Es ausgesprochen? Ich weiß, du hast es immer
gewusst. Obwohl du es manchmal so schwer mit mir hattest.“ Er
drückte ihre Hand an seine Lippen. „Jetzt werde ich öfter kommen.
Versprochen.“
Behutsam legte
er ihre Hand auf den Platz zurück, „übermorgen komme ich ganz
bestimmt.“ Joachim küsste seine Mutter zärtlich auf die Stirn,
setzte seine Mütze auf und verließ – die Leichenhalle.
(Joseph
Weissmann, Bohlinger Dorfstr.29, 78224 Singen,
in Kurzg. 8,
Herbst 06)
Ja, Sie haben
richtig gehört: Er verließ die Leichenhalle! Darum möchte ich diese
Begebenheit noch einmal lesen, weil Sie sie jetzt mit anderer Brille
„hören“. Aber Sie brauchen nicht ein zweites Mal zuzuhören. Sie
können sich auch fragen: Wie gehe ich mit meiner Mutter, mit meiner
Oma um? Oder: Wie bin ich mit ihnen umgegangen?
Joachim … wie
oben
Credolied
Lasst uns
erfreuen herzlich sehr GL 585
Fürbitten
L.: Herr, unser Gott. Wir richten voller Zuversicht unsere Augen auf
dich und bitten:
1.
Du hast Maria zur Mutter deines Sohnes gemacht:
Auf ihre Fürsprache lass Mütter und Väter und besonders die
Alleinerziehenden ihren Kindern gerecht werden. – Liedruf.
2.
Du hast Maria Josef zur Seite gestellt, damit er ihr eine Hilfe sei:
Lass mehr Männer partnerschaftlich mit ihren Frauen Haushalts- und
Erziehungsarbeit teilen. – Liedruf.
1.
Du hast Maria unter dem Kreuz gestärkt.
Stärke alle, die an ihren Kindern oder Eltern leiden, und lass die
Gemeinschaften die gewaltige Leistung der Frauen in Familie und
Gesellschaft achten. – Liedruf.
2. Du hast Maria durch die Auferweckung deines Sohnes froh
gemacht:
Höre auf ihre Fürsprache und lass entwurzelte Kinder und Jugendliche
wieder ein Zuhause finden. – Liedruf.
L.: Denn du willst, dass Leben gelingt.
Dir danken wir durch Christus, unseren Herrn.
Gabenlied
Manchmal feiern wir mitten im Tag Tr
91
Gabengebet
Herr, unser Gott. Wir danken dir für Brot und Wein und die Gaben der
Erde. Wir danken dir vor allem für die Menschen, die uns Vertrauen
und Geborgenheit schenken. Durch die verwandelten Gaben hilf uns,
das Empfangene weiter zu schenken. Darum bitten wir durch Christus,
unseren Herrn.
Vaterunser –
Friedensgruß
Lied zur
Kommunion
Den Herren will ich loben GL 261 (Magnificat)
Meditation nach
der Kommunion
1.
Nie warst du mit einem Menschen so eins,
nie mit einem so innig verbunden wie mit deiner eigenen Mutter.
Sie hat dich getragen, genährt, gebildet –
Fleisch von ihrem Fleisch, Blut von ihrem Blut.
Du hast dein Leben getrunken aus dem Kelch ihrer Liebe.
Deine Geburt war für sie nach allen Wehen eine wunderbare Freude.
Und es wäre ein Jammer, wenn du heute
für deine Mutter keine Freude mehr wärst.
2.
Echte Mütter sind phantastisch, die älteren
wie die jüngeren, die eben erst Mutter wurden.
In aller Regel machen sie keine Erfindungen;
haben keinen Lehrstuhl, bauen keine Straßen und Brücken und Städte.
Sie machen unendlich viel mehr: Sie machen Menschen für morgen.
Mütter bringen in die Welt, was das allerwichtigste ist: die Liebe.
1. Gott liebt jedes Kind mit dem Herzen seiner Mutter.
Wo Mütter kapitulieren, stirbt die Liebe.
Und wo die Liebe tot ist, kann kein Mensch mehr
an Gott oder an das Leben glauben.
(Phil Bosmans, Leben jeden Tag, Herder 99, 4. Mai)
Schlussgebet
Guter Gott. Was wären wir ohne dich? Wir danken dir für alles, was
wir immer wieder empfangen dürfen. Schenke denen Mut, die in der
Familie Liebe und Vertrauen kreisen lassen – durch Christus, unseren
Herrn.
Schlusslied
Maria – Himmelskönigin Kölner GL 951
Freu dich, du Himmelskönigin GL 576
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