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27.08.06

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Muttertag - Tag des Herzens. Muttertag

(ab 3. Schuljahr u. Familie)

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Lied zu Beginn

Nun freue dich, du Christenheit   GL 222

Begrüßung

Wir stellen uns wie Maria unter das Kreuz und beginnen:

Im Namen … Der Herr sei mit euch!

Hinführung

Mütter mögen kein billiges Lob. Auch nicht das Feigenblatt eines Blumenstraußes, wenn an hundert Stellen ein Danke vergessen wurde.

Viele sehen im Muttertag nur Geschäftemacherei: Er kann aber ein Tag des Herzens sein, der Respekt zeigt vor der Leistung der Frauen und Mütter in unserer Gesellschaft; denn durch die Doppelbelastung von Beruf und Haushalt haben sie Mühe, ihre Mitte und Ausstrahlung zu bewahren.

Wir besinnen uns.

Bußakt

1.      Weil unsere Gesellschaft die Frauen und Mütter bei gleicher Leistung immer noch benachteiligt und auch Witwen finanziell schlechter gestellt sind als Witwer, rufen wir:

Herr, erbarme dich!         A.: Herr, erbarme dich!

2.      Weil die Mütter in der Regel die größere Last tragen, wenn eine Ehe zerbricht:
Christus, erbarme dich!   A: Christus, erbarme dich!

3.      Weil Frauen und Mütter in der Regel einen längeren Arbeitstag haben:
Herr, erbarme dich!         A: Herr, erbarme dich!

Vergebungsbitte: … und schenk ihnen das Verständnis und die Unterstützung der Gesellschaft und der Kirchen auf ihrem Weg ins eigentliche Leben.

Glorialied

Lobet den Herren   GL 671

Tagesgebet

Herr, unser Gott. Wir danken dir heute besonders für die Mutter, die Ja sagte zu unserem Leben und seitdem viel mehr als nur zwei Hände braucht. Wir bitten dich. Schenke unserem Land mehr Zukunft durch das Allerwichtigste, was Mütter in die Welt bringen: Liebe! Darum bitten wir auch auf die Fürbitte Mariens durch Christus, unseren Herrn.

Statt einer Lesung

Wie wichtig eine Mutter nach wie vor für das Kind ist, deuten zwei Begebenheiten an:

1.      Ein Gefängnispfarrer sagte auf die Frage „Was sind deine schwierigsten Fälle?“ spontan und bestimmt: „Die schwierigsten Menschen im Gefängnis sind die, denen beim Wort ‚Mutter’ nichts Gutes einfällt!“ – Stille.

2.      Über den folgenden Dialog mag man schmunzeln, er weist aber in die gleiche Richtung:

„Mutti, warum willst du nicht mit mir spielen?“ – „Weil ich keine Zeit habe“. –
“Warum hast du keine Zeit?“ – „Weil ich arbeiten muss.“ – „Warum arbeitest du?“ – „Um Geld zu verdienen.“ – „Warum verdienst du Geld?“ – „Um dir Essen zu geben.“ Kleine Pause. – Dann sagt Nelly: „Mutti, ich habe keinen Hunger.“

(Sigmund von Radecki)

Alternativ: Lesung

Apg 1,12-14: Sie verharrten einmütig im Gebet mit Maria.

Zwischengesang

Maria, dich lieben   GL 594

Evangelium nach Johannes

Einleitung: Maria ist auch unsere Mutter.

Bei dem Kreuz Jesu standen seine Mutter und die Schwester seiner Mutter, Maria, die Frau des Klopas, und Maria von Magdala. Als Jesus seine Mutter sah und bei ihr den Jünger, den er liebte, sagte er zu seiner Mutter: Frau, dies ist dein Sohn. Dann sagte er zu dem Jünger: Dies ist deine Mutter. Und von jener Stunde an nahm sie der Jünger zu sich. (Joh 19,25–27)

Ansprache

„Die schwierigsten Menschen im Gefängnis sind die, denen beim Wort ‚Mutter’ nichts Gutes einfällt!“ Wir haben diesen Ausspruch des Gefängnispfarrers noch im Ohr.

Da wird wohl keiner widersprechen wollen: Mit der Hingabe der Frauen und Mütter steht und fällt ein Volk.

Wenn ich aber manchmal höre, was Kinder ihren Müttern zurufen, da fallen mir die Ohren ab! Und was noch schlimmer ist: Viele schlagen sogar ihre Mütter, wenn sie ihren Willen nicht bekommen.

Die Erziehungsmethode unserer Eltern zu sagen: „So einem Kind wächst die Hand aus dem Grab!“ war sicherlich nicht die richtigste, aber wir Kinder erschraken und kamen ins Nachdenken. Die Alternative, dass Mütter dann heute alles widerstandslos einfach hinnehmen, kann doch auch nicht die wahre Methode sein!

Nirgendwo in der Welt gibt es so einen Abfall in der zwischenmenschlichen Kultur wie bei uns! Nirgendwo in der Welt wird der älteren Generation so wenig Achtung entgegengebracht wie bei uns, obwohl sie doch das Sofa hingesetzt haben, auf dem das Kind sitzt.

Wenn sich bei uns momentan eine Kultur des Todes ausbreitet, kann es auch daran liegen, dass wir den Kindern und Enkelkindern nicht mehr das 4. Gebot beigebracht haben? Da heißt es nicht: „4. Du sollst den Eltern gehorchen“, sondern: „Du sollst die Eltern ehren!“ „Gehorchen“ wäre auch nicht das Richtige. Denn es gibt Eltern, die befehlen ihrem Kind, im Supermarkt zu stehlen oder sagen: „Jetzt ist die Kommunion und dein Fest vorbei, jetzt lassen wir unser Privatleben am Wochenende nicht mehr stören!“

Eltern ehren meint etwas anderes – wie es z.B. im Alten Testament heißt:

Den Vater ehren ist die Grundlage des eigenen Glücks;
die Mutter verachten der Anfang der eigenen Schande.
Du, Sohn, pflege deinen Vater, wenn er alt ist.
Betrübe ihn nicht, solange er lebt.
Und wenn er kindisch wird, halte es ihm zugute;
verachte ihn nicht, weil du stärker bist.
Wer seinen Vater im Stich lässt, ist wie einer, der Gott lästert;
Wer seiner Mutter Leid zufügt, trennt sich von Gott!!

(Jesus Sirach 3, 11–13.16 nach Zink)

Starker Tobak! Man muss die Sätze auch auf dem Hintergrund sehen, dass damals die Kinder die Lebensversicherung der Eltern waren. Woher kommt es aber, dass Eltern bei uns nicht mehr geehrt werden?

Liebe Eltern!: Wie ist der Umgangston in Ihrer Familie, vor allem, wenn es zum Streit kommt? Welche Worte kommen über Ihre Lippen, wenn Sie im Ehestreit erbost miteinander fechten? Kinder lernen schnell!

Aber es kann doch nicht sein, dass Sie sich alles gefallen lassen! Können Sie sich nicht durchsetzen und sagen: „Das magst du so auf dem Schulhof gehört haben oder bei deinen Freunden, aber hier will ich es nicht mehr hören!“

Oder färbt schon das Verhalten der muslimischen Mitschüler ab? Wie Sie wissen, haben in fast allen Haushalten der Welt die Frauen und Mütter das Sagen. Aber ab einem bestimmten Alter fangen die Herren Söhne in der muslimischen Welt an, die Mutter im Rückenwind des Vaters zu kommandieren. Sie sehen das ja oft in der Öffentlichkeit: Wenn die muslimische Frau mit den Töchtern oft genug einen Meter hinter Mann und Söhnen hergeht. Unsere Lehrerinnen müssen sich von denen auf Schulhöfen das Wort „Hure“ gefallen lassen. Ich möchte jetzt hier nichts aufheizen, aber diese Wirklichkeit müssen wir auch nüchtern sehen und bei unseren Kindern gegenlenken!

Die Verehrung der Gottesmutter Maria hat das Christentum davor bewahrt, die Frau so tief abzustufen – wenn die Kirche auch hier noch das Anti-Diskriminierungsgesetz umsetzen muss, also eine Benachteiligung aufgrund des Geschlechtes nicht gutzuheißen. Aber freuen wir uns doch zunächst darüber, dass den Frauen in unserem Glauben eine Würde eingeräumt wird wie sonst in keiner anderen Religion.

Ich möchte zum Abschluss noch eine Begebenheit vorlesen, die mich betroffen machte:

Joachim  zog seine Mütze vom Kopf. „Entschuldige, Mutter, aber ich konnte wirklich nicht eher kommen.“ Er legte die Rosen in ihren Schoß.  „Ich war bei Petra im Krankenhaus. Wir haben gestern eine kleine Tochter bekommen.“ Er ließ seine Mütze auf einen der leeren Stühle fallen und nahm eine Hand seiner Mutter in die seine. „Wir nennen sie Lucia, nach dir.“

Joachim strich liebevoll über die faltige Haut: „Du hast fünf Söhne und wolltest immer ein kleines Mädchen. Jetzt hast du eine Enkeltochter. Und sie hat deine Augen.“ Er lächelte: „Weißt du noch, als ich ein kleiner Junge war? Die Leute sahen mich an und sagten: ‚Du gehörst der Lucia, nicht wahr? Du hast die gleichen lachenden Augen!’ Und ich habe immer nur genickt, weil ich das gar nicht verstehen konnte. Aber ich konnte als kleiner Junge manches nicht verstehen. Warum du so hartnäckig darauf bestanden hast, dass ich das Abi mache und später studieren sollte? Ich glaube, ich war ziemlich lange ein kleiner Junge.“

Sein Lächeln wurde traurig. „Dann bin ich immer in der Welt umhergereist, bis ich Petra kennen lernte und sie aus Spanien mitbrachte. Ich bin sesshaft geworden, aber wir wohnen viel zu weit weg.“

Joachim sah auf die kleine Hand, die so ungewohnt ruhig in seiner lag. „Ich dachte immer, meine Brüder sind ja in deiner Nähe, da ist es nicht so schlimm, wenn ich nicht so oft komme. Jetzt weiß ich, dass das falsch war. Geburtstage und Weihnachten sind zu wenig. Und ein Blumenstrauß zum Muttertag ist nur eine dürftige Ausrede. Dabei sind es nur drei Stunden Autofahrt bis nach Hause.“

Er betrachtete durch einen Tränenschleier ihr Gesicht. Ein Lächeln schien ihren Mund zu umspielen, doch ihre Augen waren geschlossen. „Warum hast du deswegen nie mit mir geschimpft? So wie damals, als ich nicht mehr zur Schule gehen wollte? Als ich das Studium schmeißen wollte?“ Eine Träne rollte über seine Wange. „Habe ich dir jemals gesagt, wie sehr ich dich liebe? Es ausgesprochen? Ich weiß, du hast es immer gewusst. Obwohl du es manchmal so schwer mit mir hattest.“ Er drückte ihre Hand an seine Lippen. „Jetzt werde ich öfter kommen. Versprochen.“

Behutsam legte er ihre Hand auf den Platz zurück, „übermorgen komme ich ganz bestimmt.“ Joachim küsste seine Mutter zärtlich auf die Stirn, setzte seine Mütze auf und verließ – die Leichenhalle.

(Joseph Weissmann, Bohlinger Dorfstr.29, 78224 Singen,

in Kurzg. 8, Herbst 06)

Ja, Sie haben richtig gehört: Er verließ die Leichenhalle! Darum möchte ich diese Begebenheit noch einmal lesen, weil Sie sie jetzt mit anderer Brille „hören“. Aber Sie brauchen nicht ein zweites Mal zuzuhören. Sie können sich auch fragen: Wie gehe ich mit meiner Mutter, mit meiner Oma um? Oder: Wie bin ich mit ihnen umgegangen?

Joachim … wie oben

Credolied

Lasst uns erfreuen herzlich sehr   GL 585

Fürbitten

L.: Herr, unser Gott. Wir richten voller Zuversicht unsere Augen auf dich und bitten:

1.      Du hast Maria zur Mutter deines Sohnes gemacht:
Auf ihre Fürsprache lass Mütter und Väter und besonders die Alleinerziehenden ihren Kindern gerecht werden. – Liedruf.

2.      Du hast Maria Josef zur Seite gestellt, damit er ihr eine Hilfe sei:
Lass mehr Männer partnerschaftlich mit ihren Frauen Haushalts- und Erziehungsarbeit teilen. – Liedruf.

1.      Du hast Maria unter dem Kreuz gestärkt.
Stärke alle, die an ihren Kindern oder Eltern leiden, und lass die Gemeinschaften die gewaltige Leistung der Frauen in Familie und Gesellschaft achten. – Liedruf.

2.   Du hast Maria durch die Auferweckung deines Sohnes froh gemacht:
Höre auf ihre Fürsprache und lass entwurzelte Kinder und Jugendliche wieder ein Zuhause finden. – Liedruf.

L.:  Denn du willst, dass Leben gelingt.
Dir danken wir durch Christus, unseren Herrn.

Gabenlied

Manchmal feiern wir mitten im Tag   Tr 91

Gabengebet

Herr, unser Gott. Wir danken dir für Brot und Wein und die Gaben der Erde. Wir danken dir vor allem für die Menschen, die uns Vertrauen und Geborgenheit schenken. Durch die verwandelten Gaben hilf uns, das Empfangene weiter zu schenken. Darum bitten wir durch Christus, unseren Herrn.

Vaterunser – Friedensgruß

Lied zur Kommunion

Den Herren will ich loben   GL 261 (Magnificat)

Meditation nach der Kommunion

1.      Nie warst du mit einem Menschen so eins,
nie mit einem so innig verbunden wie mit deiner eigenen Mutter.
Sie hat dich getragen, genährt, gebildet –
Fleisch von ihrem Fleisch, Blut von ihrem Blut.
Du hast dein Leben getrunken aus dem Kelch ihrer Liebe.
Deine Geburt war für sie nach allen Wehen eine wunderbare Freude.
Und es wäre ein Jammer, wenn du heute
für deine Mutter keine Freude mehr wärst.

2.      Echte Mütter sind phantastisch, die älteren
wie die jüngeren, die eben erst Mutter wurden.
In aller Regel machen sie keine Erfindungen;
haben keinen Lehrstuhl, bauen keine Straßen und Brücken und Städte.
Sie machen unendlich viel mehr: Sie machen Menschen für morgen.
Mütter bringen in die Welt, was das allerwichtigste ist: die Liebe.

1.   Gott liebt jedes Kind mit dem Herzen seiner Mutter.
Wo Mütter kapitulieren, stirbt die Liebe.
Und wo die Liebe tot ist, kann kein Mensch mehr
an Gott oder an das Leben glauben.

(Phil Bosmans, Leben jeden Tag, Herder 99, 4. Mai)
 

Schlussgebet

Guter Gott. Was wären wir ohne dich? Wir danken dir für alles, was wir immer wieder empfangen dürfen. Schenke denen Mut, die in der Familie Liebe und Vertrauen kreisen lassen – durch Christus, unseren Herrn.

Schlusslied

Maria – Himmelskönigin   Kölner GL 951

Freu dich, du Himmelskönigin   GL 576

(Willi Hoffsümmer)

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