|
zurück zur Übersicht der Bußfeiern
Totenwache
(bei einem plötzlichen Todesfall)
Anlass
Das Gebet für eine(n) Verstorbene(n), dessen/deren plötzlicher Tod viele
betroffen macht.
Hinweise
1.
Geeignete Bilder, die ein Kreuz zeigen, für die Missio-Leuchtbox:
Folien 16/4, 24/1 oder 12/4: Das Kreuz nach rechts verschoben, wird zum
X, das all unsre Pläne durchkreuzt. Wer aber lange genug hinschaut, kann
das große Plus erkennen, das uns im Kreuz geschenkt ist.
2.
Bitte kürzen: So dauert der Gottesdienst ca. 40 Minuten (außer
den Alternativen)
Lied zu Beginn:
Wohin soll ich mich wenden (Schubert-Messe)
Wir sind nur Gast auf Erden GL 656, 1.-3. Str.
Christ ist erstanden GL 868, 1. Str.
Begrüßung
Im Namen des Vaters …
In dieser Stunde der Trauer haben wir uns versammelt, um mit unserer
Ohnmacht vor der Macht des Todes ein wenig besser fertig zu werden. Das
gelingt am besten, wenn wir
dabei – inmitten all unserer Zweifel an einen barmherzigen Vater – doch
auf Gott schauen.
I. Die Tränen
Wir brauchen uns der Tränen nicht zu schämen. Wir
dürfen auch die Trauer nicht mit dem Glauben abkürzen wollen. Aber wir
können mit dem Glauben anders durch die Trauer gehen.
Immer wenn wir weinen, können wir darüber nachdenken: Sind es die Tränen
der Bestürzung und des Schocks über das plötzliche Ereignis? Also Tränen
über uns selbst? Sind es die Tränen über einen Menschen, der uns sehr
nahe stand und den wir jetzt nicht mehr unter uns haben, oder sind es
die Tränen über N.N., die jetzt mit einem leeren Platz an ihrer Seite
fertig werden müssen.
Es ist wichtig, dass wir weinen können. Und nicht hart wie Kruppstahl
sein wollen, liebe Männer! Dazu die Gedanken der großen Theologin
Dorothee Sölle, die vor kurzem
(+ 2003) gestorben ist:
Schenk mir die Gabe
der Tränen, Gott!
Wasche meine falsche
Erziehung ab,
damit ich mich nicht mehr meiner Tränen schäme.
Lass mich nicht mehr alles verschweigen.
Wie kann ich trösten, wenn ich vergessen habe,
warum und wie man weint?
Schenke mir die Worte, den zu erreichen,
der neben mir weint.
Auch der Volksmund
weiß schon aus Erfahrung:
Augen, die geweint
haben, sehen besser. - - -
Tränen zerbrechen die
Mauern des Schweigens. - - -
Die Seele würde keinen
Regenbogen haben,
hätten die Augen keine Tränen. - - -
Darum, Herr, schenke mir die Gabe der Tränen! Stille
Wir beten
für alle, die mit einem Leid nicht fertig werden können, das Gesätz
vom schmerzhaften Rosenkranz: „der für uns Blut geschwitzt hat.“
Wir kürzen das Gesätz aber auf fünf Ave Maria, wie das auch bei
Wallfahrten üblicher wird.
Vater unser, im
Himmel,
geheiligt werde dein
Namen, dein Reich komme,
dein Wille geschehe,
wie im Himmel also auch auf Erden.
Alle:
Unser tägliches Brot gib uns heute und vergib uns unsere Schuld, wie
auch wir vergeben unseren Schuldigern. Und führe uns nicht in
Versuchung, sondern erlöse uns von dem Bösen
Amen.
Gegrüßet seist du
Maria, voll der Gnaden,
der Herr ist mit dir.
Du bist gebenedeit
unter den Frauen und gebenedeit ist die Frucht deines Leibes. Jesus, der
für uns Blut geschwitzt hat.
Alle:
Heilige Maria Mutter Gottes, bitte für uns Sünder. Jetzt und in der
Stunde unseres Todes.
Amen.
Abschluss:
Ehre sei dem Vater und dem Sohn und dem Heiligen Geist. Amen.
Alle:
Wie im Anfang, so auch jetzt und alle Zeit und in Ewigkeit. Amen.
Lied
Heft 142,1.+ 2. Strophe Lass die kleinen Dinge
II. Betroffen vom plötzlichen Tod
Wir alle sind betroffen vom plötzlichen Tod des/der N.N. Es fällt uns
schwer, jetzt an einen gnädigen Gott zu glauben. Einer hat es einmal so
ausgedrückt:
Manchmal kennen wir
Gottes Willen, manchmal kennen wir nichts.
Erleuchte uns, Herr, wenn die Fragen kommen.
Manchmal sehen wir
Gottes Zukunft, manchmal sehen wir nichts.
Bewahre uns, Herr, wenn die Zweifel kommen.
Manchmal spüren wir
Gottes Liebe,
manchmal spüren wir nichts.
Begleite uns, Herr, wenn die Ängste kommen.
Manchmal wirken wir
Gottes Frieden,
manchmal wirken wir nichts.
Erwecke uns, Herr, dass dein Friede kommt.
(Kurt Marti/Arnim
Juhre 1966) GL 299
Aus dem Lukasevangelium
Jesus ging zum Ölberg. Seine Jünger folgten ihm. Er entfernte sich
ungefähr einen Steinwurf weit von ihnen, kniete nieder und betete:
Vater, wenn du willst, nimm diesen Kelch von mir! Aber nicht mein,
sondern dein Wille soll geschehen. Da erschien ihm ein Engel vom Himmel
und gab ihm (neue) Kraft. Und er betete in seiner Angst noch
inständiger, und sein Schweiß war wie Blut, das auf die Erde tropfte. (Lk
22,39-44) Stille.
Es ist schwer für jeden Menschen, sich in den Willen Gottes zu fügen:
Wir beten gemeinsam GL 621: Ich steh vor dir… 1.-3. Str. (langsam!)
Lied
Heft 61, 6.-10.
Str. Herr, gib
uns Mut
Wir beten
das Gesätz vom schmerzhaften Rosenkranz: „… der für uns das
schwere Kreuz getragen hat“
Vater unser, im
Himmel,
geheiligt werde dein
Namen, dein Reich komme,
dein Wille geschehe,
wie im Himmel also auch auf Erden.
Alle:
Unser tägliches Brot gib uns heute und vergib uns unsere Schuld, wie
auch wir vergeben unseren Schuldigern. Und führe uns nicht in
Versuchung, sondern erlöse uns von dem Bösen
Amen.
Gegrüßet seist du
Maria, voll der Gnaden, (5x!)
der Herr ist mit dir.
Du bist gebenedeit
unter den Frauen und gebenedeit ist die Frucht deines Leibes. Jesus, der
für uns das schwere Kreuz getragen hat.
Alle:
Heilige Maria Mutter Gottes, bitte für uns Sünder. Jetzt und in der
Stunde unseres Todes.
Amen.
Abschluss
Ehre sei dem Vater und dem Sohn und dem Heiligen Geist. Amen.
Alle:
Wie im Anfang, so auch jetzt und alle Zeit und in Ewigkeit. Amen.
III. Wenn wir gewusst hätten
Wenn wir gewusst
hätten,
wie sehr du uns fehlen würdest, N.N.
hätten wir dir noch öfter gesagt, wie sehr wir dich brauchen.
Wenn wir geahnt hätten, wie traurig wir sein würden,
hätten wir noch mehr zusammen gelacht.
Wenn uns jemand gesagt
hätte,
wie viele Fragen offen bleiben würden,
hätten wir noch mehr von uns erzählt.
Wenn uns klar gewesen
wäre,
wie kurz du mit uns zusammen sein würdest,
hätten wir die Zeit noch besser genutzt.
Jetzt überlassen wir dich den Händen Gottes
und wissen dich uns weiter ganz nahe.
oder
Überdenk ich die Zeit,
überdenk ich die viele Zeit,
die ich hab, kann sein:
morgen ist es zu spät.
Genieß ich das Glück,
genieß ich da kleine Glück
hierzuland, kann sein:
morgen ist es zu spät.
Denk ich der Freunde,
denk ich der guten Freunde,
die ich hab, kann sein:
morgen ist es zu spät.
Bleibt mir doch Zeit,
bleibt mir doch Zeit genug,
sie zu lieben, kann sein:
morgen ist es zu spät.
(Christa Weiß)
oder
Wenn du das Ende
kennst,
setz’ alles,
setz’ alles auf eine Karte,
WENN du das Ende kennst.
Wenn du die Lage
kennst,
zieh’ immer,
zieh’ immer die Konsequenzen,
WENN du die Lage kennst.
Wenn du die Worte
kennst,
verbrenne,
verbrenne dir deine Zunge,
WENN du die Worte kennst.
Wenn du die Wahrheit
kennst,
schenk’ allen,
schenk’ allen den reinen Wein ein,
WENN du die Wahrheit kennst.
(Wolfgang Fietkau)
oder
Gedanken eines fragenden, zweifelnden Menschen,
……Jahre hat sie
bekommen –
Der Mann in der Nachbarstraße, gelähmt, zweiundachtzig bis jetzt.
Er betet seit Jahren um seinen Tod.
……Jahre im ganzen für sie.
Dein Maßstab, Herr, tötet mich fast.
Ich weiß nicht, warum
du „Vater“ heißt?
Ob dein Himmel ihre Liebe birgt, wenn die Kinder fragen?
Ich weiß nicht, warum ich bitten soll „Schenk ihr die ewige Freude!“?
Sie wollte mit uns
noch vieles erleben.
Ich weiß nicht, ob
ihre Hände
zuletzt deinen Willen erfassten. - - -
Ich weiß nicht, warum
ich plötzlich an Ostern denke.
Der da auferstand, war
33.
oder
Wir beten gemeinsam:
Heft 112, 1.4. + 6. Str. Wir werden leben, überleben.
Lied
Heft 238, 1.-3. Str.: Meine Zeit steht in deinen Händen
IV. Wir glauben an die Auferstehung
Die (der) Verstorbene könnte sprechen, wie wir es manchmal auf
Todesanzeigen lesen:
Ich bin in das Zimmer
nebenan gegangen.
Das, was ich für euch war, bin ich immer noch.
Gebt mir den Namen, den ihr mir gegeben habt.
Sprecht mit mir, wie ihr es immer getan habt.
Gebraucht nie eine andere Redeweise,
seid nicht feierlich oder traurig;
lacht weiter über das, worüber wir gemeinsam gelacht haben.
Betet, lacht, denkt an mich!
Warum soll ich nicht mehr in euren Gedanken sein,
nur weil ich nicht mehr in eurem Blickfeld bin?
Ich bin nicht
weit weg.
Ich bin nur auf der
anderen Seite des Weges.
(Charles Peguy)
Unser Glaube bestärkt das. Wir lesen schon im
Buch der Weisheit, das vor Christus niedergeschrieben wurde:
Die Seelen der Gerechten sind in Gottes
Hand und keine Qual kann sie berühren. In den Augen der Toren sind sie
gestorben. Ihr Heimgang gilt als Unglück, ihr Scheiden von uns als
Vernichtung; aber sie sind im Frieden. In den Augen der Menschen wurden
sie gestraft; doch ihre Hoffnung ist voll Unsterblichkeit. Ein wenig nur
werden sie gezüchtigt; doch sie empfangen große Wohltat. Denn Gott hat
sie geprüft und fand sie seiner würdig. Wie Gold im Schmelzofen hat er
sie erprobt und sie angenommen als vollgültiges Opfer. Alle, die auf ihn
vertrauen, werden die Wahrheit erkennen. Und die Treuen werden bei ihm
bleiben in Liebe. (Weish 3,1-6.9a)
Deutlicher steht es bei Paulus im Römerbrief:
Christus Jesus, der gestorben ist, mehr
noch: der auferweckt wurde, sitzt zur Rechten Gottes und tritt für uns
ein. Was kann uns scheiden von der Liebe Christi? Bedrängnis oder Not
oder Verfolgung, Hunger oder Kälte, Gefahr oder Schwert? All das
überwinden wir durch den, der uns geliebt hat. Denn ich bin gewiss:
Weder Tod noch Leben, weder Engel noch Mächte, weder Gegenwärtiges noch
Zukünftiges, weder Gewalten der Höhe oder Tiefe noch irgendeine andere
Kreatur können uns scheiden von der Liebe Gottes, die in Jesus Christus
ist, unserem Herrn. (Röm 8,34-39)
oder
Wisst ihr nicht, dass wir, die wir auf Christus Jesus getauft wurden,
auf seinen Tod getauft worden sind? Wir wurden mit ihm begraben durch
die Taufe auf den Tod, und wie Christus durch die Herrlichkeit des
Vaters von den Toten auferweckt wurde, so sollen auch wir als neue
Menschen leben. Sind wir nun mit Christus gestorben, so glauben wir,
dass wir auch mit ihm leben werden. (Röm 6.3-4.8)
(Wir beten abwechselnd GL 718: Der Herr
ist mein Hirte …)
Wir beten das 1. Gesätz vom glorreichen
Rosenkranz „der von den Toten auferstanden ist.“
Vater unser, im
Himmel.
geheiligt werde dein
Namen, dein Reich komme,
dein Wille geschehe,
wie im Himmel also auch auf Erden.
Alle:
Unser tägliches Brot gib uns heute und vergib uns unsere Schuld, wie
auch wir vergeben unseren Schuldigern. Und führe uns nicht in
Versuchung, sondern erlöse uns von dem Bösen.
Amen.
Gegrüßet seist du
Maria, voll der Gnaden, (5x!)
der Herr ist mit dir.
Du bist gebenedeit
unter den Frauen und gebenedeit ist die Frucht deines Leibes. Jesus, der
von den Toten auferstanden ist.
Alle:
Heilige Maria Mutter Gottes, bitte für uns Sünder. Jetzt und in der
Stunde unseres Todes.
Amen.
Abschluss:
Ehre sei dem Vater und dem Sohn und dem Hl. Geist. Amen.
Alle:
Wie im Anfang, so auch jetzt und alle Zeit und in Ewigkeit. Amen.
Lied Heft 120: Von guten
Mächten, 1. +2. Strophe.
V. Es aushalten und durchhalten
Dieser Dietrich Bonhoeffer, von dem wir eben
das Glaubensbekenntnis im Angesichte seines Todes gesungen haben, sagt
an einer anderen Stelle in seinen Schriften:
Es gibt nichts, was uns die Abwesenheit eines lieben Menschen
ersetzen kann, und man soll das auch gar nicht versuchen. Man muss es
einfach aushalten und durchhalten. Das klingt zunächst sehr hart, aber
es ist doch zugleich ein großer Trost; denn indem die Lücke wirklich
unausgefüllt bleibt, bleibt man durch sie miteinander verbunden. Es ist
verkehrt, wenn man sagt, Gott füllt die Lücke aus; er füllt sie gar
nicht aus, sondern er hält sie vielmehr gerade unausgefüllt und hilft
uns dadurch, unsere echte Gemeinschaft miteinander - wenn auch unter
Schmerzen - zu bewahren. Stille.
Wir können leichter durchhalten im Blick auf
das, was uns versprochen ist, was im letzten Buch der Bibel steht:
Ich hörte eine laute Stimme vom Thron her rufen: Er wird alle Tränen
von ihren Augen abwischen: Der Tod wird nicht mehr sein, keine Trauer,
keine Klage, keine Mühsal. Denn was früher war, ist vergangen. Er, der
auf dem Thron saß, sprach: Seht, ich mache alles neu. Ich bin das Alpha
und das Omega, der Anfang und das Ende. Wer durstig ist, den werde ich
umsonst aus der Quelle trinken lassen, aus der das Wasser des Lebens
strömt. Wer siegt, wird dies als Anteil erhalten: Ich werde sein Gott
sein, und er wird mein Sohn (meine Tochter) sein. (Offb 21, 3-7)
Lied: Das Grab ist leer GL
862, 1. Strophe
oder ein
Marienlied GL 595 Maria, breit den Mantel aus
Heft 136 Segne du, Maria
Segen
Entlassgruß
Zusammenstellung: Willi Hoffsümmer

Home | Aktuelles | Informationen | Personen | Einrichtungen | Was tun, wenn | Historisches | Links | Impressum |