Totenwache II
 
Home
Nach oben
Aktuelles
Informationen
Personen
Einrichtungen
Was tun, wenn
Historisches
Links
Impressum
Stand
27.08.06

zurück zur Übersicht der Bußfeiern


Totenwache
(bei einem plötzlichen Todesfall)

Anlass

Das Gebet für eine(n) Verstorbene(n), dessen/deren plötzlicher Tod viele betroffen macht.


Hinweise

1.      Geeignete Bilder, die ein Kreuz zeigen, für die Missio-Leuchtbox: Folien 16/4, 24/1 oder 12/4: Das Kreuz nach rechts verschoben, wird zum X, das all unsre Pläne durchkreuzt. Wer aber lange genug hinschaut, kann das große Plus erkennen, das uns im Kreuz geschenkt ist.

2.      Bitte kürzen: So dauert der Gottesdienst ca. 40 Minuten (außer den Alternativen)


Lied zu Beginn:

Wohin soll ich mich wenden (Schubert-Messe)

Wir sind nur Gast auf Erden  GL 656, 1.-3. Str.

Christ ist erstanden               GL 868, 1. Str.

Begrüßung

Im Namen des Vaters …

In dieser Stunde der Trauer haben wir uns versammelt, um mit unserer Ohnmacht vor der Macht des Todes ein wenig besser fertig zu werden. Das gelingt am besten, wenn wir
dabei – inmitten all unserer Zweifel an einen barmherzigen Vater – doch auf Gott schauen.

I. Die Tränen

Wir brauchen uns der Tränen nicht zu schämen. Wir dürfen auch die Trauer nicht mit dem Glauben abkürzen wollen. Aber wir können mit dem Glauben anders durch die Trauer gehen.

Immer wenn wir weinen, können wir darüber nachdenken: Sind es die Tränen der Bestürzung und des Schocks über das plötzliche Ereignis? Also Tränen über uns selbst? Sind es die Tränen über einen Menschen, der uns sehr nahe stand und den wir jetzt nicht mehr unter uns haben, oder sind es die Tränen über N.N., die jetzt mit einem leeren Platz an ihrer Seite fertig werden müssen.

Es ist wichtig, dass wir weinen können. Und nicht hart wie Kruppstahl sein wollen, liebe Männer! Dazu die Gedanken der großen Theologin Dorothee Sölle, die vor kurzem
(+ 2003)  gestorben ist:

Schenk mir die Gabe der Tränen, Gott!

Wasche meine falsche Erziehung ab,
damit ich mich nicht mehr meiner Tränen schäme.
Lass mich nicht mehr alles verschweigen.

Wie kann ich trösten, wenn ich vergessen habe,
warum und wie man weint?
Schenke mir die Worte, den zu erreichen,
der neben mir weint.

Auch der Volksmund weiß schon aus Erfahrung:

Augen, die geweint haben, sehen besser. - - -

Tränen zerbrechen die Mauern des Schweigens. - - -

Die Seele würde keinen Regenbogen haben,
hätten die Augen keine Tränen. - - -
Darum, Herr, schenke mir die Gabe der Tränen!   Stille

 

Wir beten für alle, die mit einem Leid nicht fertig werden können, das Gesätz vom schmerzhaften Rosenkranz: „der für uns Blut geschwitzt hat.“

Wir kürzen das Gesätz aber auf fünf Ave Maria, wie das auch bei Wallfahrten üblicher wird.  

Vater unser, im Himmel,

geheiligt werde dein Namen, dein Reich komme,

dein Wille geschehe, wie im Himmel also auch auf Erden.

Alle:    Unser tägliches Brot gib uns heute und vergib uns unsere Schuld, wie auch wir vergeben unseren Schuldigern. Und führe uns nicht in Versuchung, sondern erlöse uns von dem Bösen Amen.

Gegrüßet seist du Maria, voll der Gnaden,

der Herr ist mit dir.

Du bist gebenedeit unter den Frauen und gebenedeit ist die Frucht deines Leibes. Jesus, der für uns Blut geschwitzt hat.

Alle:    Heilige Maria Mutter Gottes, bitte für uns Sünder. Jetzt und in der Stunde unseres Todes. Amen.                                                                                   

Abschluss: Ehre sei dem Vater und dem Sohn und dem Heiligen Geist. Amen.

Alle: Wie im Anfang, so auch jetzt und alle Zeit und in Ewigkeit. Amen.

Lied     Heft 142,1.+ 2. Strophe   Lass die kleinen Dinge

II. Betroffen vom plötzlichen Tod

Wir alle sind betroffen vom plötzlichen Tod des/der N.N. Es fällt uns schwer, jetzt an einen gnädigen Gott zu glauben. Einer hat es einmal so ausgedrückt:

Manchmal kennen wir Gottes Willen, manchmal kennen wir nichts.
Erleuchte uns, Herr, wenn die Fragen kommen.
 

Manchmal sehen wir Gottes Zukunft, manchmal sehen wir nichts.
Bewahre uns, Herr, wenn die Zweifel kommen.
 

Manchmal spüren wir Gottes Liebe,
manchmal spüren wir nichts.
Begleite uns, Herr, wenn die Ängste kommen.
 

Manchmal wirken wir Gottes Frieden,
manchmal wirken wir nichts.
Erwecke uns, Herr, dass dein Friede kommt.

(Kurt Marti/Arnim Juhre 1966) GL 299

Aus dem Lukasevangelium

Jesus ging zum Ölberg. Seine Jünger folgten ihm. Er entfernte sich ungefähr einen Steinwurf weit von ihnen, kniete nieder und betete: Vater, wenn du willst, nimm diesen Kelch von mir! Aber nicht mein, sondern dein Wille soll geschehen. Da erschien ihm ein Engel vom Himmel und gab ihm (neue) Kraft. Und er betete in seiner Angst noch inständiger, und sein Schweiß war wie Blut, das auf die Erde tropfte. (Lk 22,39-44) Stille.

Es ist schwer für jeden Menschen, sich in den Willen Gottes zu fügen:

Wir beten gemeinsam GL 621: Ich steh vor dir… 1.-3. Str. (langsam!)

Lied     Heft 61, 6.-10. Str.      Herr, gib uns Mut

Wir beten das Gesätz vom schmerzhaften Rosenkranz: „… der für uns das schwere Kreuz getragen hat“

Vater unser, im Himmel,

geheiligt werde dein Namen, dein Reich komme,

dein Wille geschehe, wie im Himmel also auch auf Erden.

Alle:    Unser tägliches Brot gib uns heute und vergib uns unsere Schuld, wie auch wir vergeben unseren Schuldigern. Und führe uns nicht in Versuchung, sondern erlöse uns von dem Bösen Amen.

Gegrüßet seist du Maria, voll der Gnaden,        (5x!)

der Herr ist mit dir.

Du bist gebenedeit unter den Frauen und gebenedeit ist die Frucht deines Leibes. Jesus, der für uns das schwere Kreuz getragen hat.

Alle:    Heilige Maria Mutter Gottes, bitte für uns Sünder. Jetzt und in der Stunde unseres Todes. Amen.

Abschluss Ehre sei dem Vater und dem Sohn und dem Heiligen Geist. Amen.

Alle: Wie im Anfang, so auch jetzt und alle Zeit und in Ewigkeit. Amen.

III. Wenn wir gewusst hätten

Wenn wir gewusst hätten,
wie sehr du uns fehlen würdest, N.N.
hätten wir dir noch öfter gesagt, wie sehr wir dich brauchen.
Wenn wir geahnt hätten, wie traurig wir sein würden,
hätten wir noch mehr zusammen gelacht.

Wenn uns jemand gesagt hätte,
wie viele Fragen offen bleiben würden,
hätten wir noch mehr von uns erzählt.

Wenn uns klar gewesen wäre,
wie kurz du mit uns zusammen sein würdest,
hätten wir die Zeit noch besser genutzt.
Jetzt überlassen wir dich den Händen Gottes
und wissen dich uns weiter ganz nahe.

oder

Überdenk ich die Zeit,
überdenk ich die viele Zeit,
die ich hab, kann sein:
morgen ist es zu spät.

Genieß ich das Glück,
genieß ich da kleine Glück
hierzuland, kann sein:
morgen ist es zu spät.

Denk ich der Freunde,
denk ich der guten Freunde,
die ich hab, kann sein:
morgen ist es zu spät.

Bleibt mir doch Zeit,
bleibt mir doch Zeit genug,
sie zu lieben, kann sein:

morgen ist es zu spät.

(Christa Weiß)  

oder

Wenn du das Ende kennst,
setz’ alles,
setz’ alles auf eine Karte,
WENN du das Ende kennst.

Wenn du die Lage kennst,
zieh’ immer,
zieh’ immer die Konsequenzen,
WENN du die Lage kennst.

Wenn du die Worte kennst,
verbrenne,
verbrenne dir deine Zunge,
WENN du die Worte kennst.

Wenn du die Wahrheit kennst,
schenk’ allen,
schenk’ allen den reinen Wein ein,
WENN du die Wahrheit kennst.

(Wolfgang Fietkau)

oder     Gedanken eines fragenden, zweifelnden Menschen,

……Jahre hat sie bekommen –
Der Mann in der Nachbarstraße, gelähmt, zweiundachtzig bis jetzt.
Er betet seit Jahren um seinen Tod.
……Jahre im ganzen für sie.

Dein Maßstab, Herr, tötet mich fast.

Ich weiß nicht, warum du „Vater“ heißt?
Ob dein Himmel ihre Liebe birgt, wenn die Kinder fragen?
Ich weiß nicht, warum ich bitten soll „Schenk ihr die ewige Freude!“?

Sie wollte mit uns noch vieles erleben.

Ich weiß nicht, ob ihre Hände
zuletzt deinen Willen erfassten. - - -

Ich weiß nicht, warum ich plötzlich an Ostern denke.

Der da auferstand, war 33.

oder

Wir beten gemeinsam:  Heft 112, 1.4. + 6. Str.  Wir werden leben, überleben.

Lied     Heft 238, 1.-3. Str.:     Meine Zeit steht in deinen Händen

IV. Wir glauben an die Auferstehung

Die (der) Verstorbene könnte sprechen, wie wir es manchmal auf Todesanzeigen lesen:

Ich bin in das Zimmer nebenan gegangen.
Das, was ich für euch war, bin ich immer noch.
Gebt mir den Namen, den ihr mir gegeben habt.
Sprecht mit mir, wie ihr es immer getan habt.
Gebraucht nie eine andere Redeweise,
seid nicht feierlich oder traurig;
lacht weiter über das, worüber wir gemeinsam gelacht haben.
Betet, lacht, denkt an mich!
Warum soll ich nicht mehr in euren Gedanken sein,
nur weil ich nicht mehr in eurem Blickfeld bin?
Ich bin nicht weit weg.
Ich bin nur auf der anderen Seite des Weges.

(Charles Peguy)

Unser Glaube bestärkt das. Wir lesen schon im Buch der Weisheit, das vor Christus niedergeschrieben wurde:

Die Seelen der Gerechten sind in Gottes Hand und keine Qual kann sie berühren. In den Augen der Toren sind sie gestorben. Ihr Heimgang gilt als Unglück, ihr Scheiden von uns als Vernichtung; aber sie sind im Frieden. In den Augen der Menschen wurden sie gestraft; doch ihre Hoffnung ist voll Unsterblichkeit. Ein wenig nur werden sie gezüchtigt; doch sie empfangen große Wohltat. Denn Gott hat sie geprüft und fand sie seiner würdig. Wie Gold im Schmelzofen hat er sie erprobt und sie angenommen als vollgültiges Opfer. Alle, die auf ihn vertrauen, werden die Wahrheit erkennen. Und die Treuen werden bei ihm bleiben in Liebe. (Weish 3,1-6.9a)

Deutlicher steht es bei Paulus im Römerbrief:

Christus Jesus, der gestorben ist, mehr noch: der auferweckt wurde, sitzt zur Rechten Gottes und tritt für uns ein. Was kann uns scheiden von der Liebe Christi? Bedrängnis oder Not oder Verfolgung, Hunger oder Kälte, Gefahr oder Schwert? All das überwinden wir durch den, der uns geliebt hat. Denn ich bin gewiss: Weder Tod noch Leben, weder Engel noch Mächte, weder Gegenwärtiges noch Zukünftiges, weder Gewalten der Höhe oder Tiefe noch irgendeine andere Kreatur können uns scheiden von der Liebe Gottes, die in Jesus Christus ist, unserem Herrn. (Röm 8,34-39) 

oder

Wisst ihr nicht, dass wir, die wir auf Christus Jesus getauft wurden, auf seinen Tod getauft worden sind? Wir wurden mit ihm begraben durch die Taufe auf den Tod, und wie Christus durch die Herrlichkeit des Vaters von den Toten auferweckt wurde, so sollen auch wir als neue Menschen leben.  Sind wir nun mit Christus gestorben, so glauben wir, dass wir auch mit ihm leben werden. (Röm 6.3-4.8)

(Wir beten abwechselnd GL 718:      Der Herr ist mein Hirte …)

Wir beten das 1. Gesätz vom glorreichen Rosenkranz „der von den Toten auferstanden ist.“

Vater unser, im Himmel.

geheiligt werde dein Namen, dein Reich komme,

dein Wille geschehe, wie im Himmel also auch auf Erden.

Alle:    Unser tägliches Brot gib uns heute und vergib uns unsere Schuld, wie auch wir vergeben unseren Schuldigern. Und führe uns nicht in Versuchung, sondern erlöse uns von dem Bösen. Amen.

Gegrüßet seist du Maria, voll der Gnaden,      (5x!)

der Herr ist mit dir.

Du bist gebenedeit unter den Frauen und gebenedeit ist die Frucht deines Leibes. Jesus, der von den Toten auferstanden ist.

Alle:    Heilige Maria Mutter Gottes, bitte für uns Sünder. Jetzt und in der Stunde unseres Todes. Amen.                                                                                   

Abschluss: Ehre sei dem Vater und dem Sohn und dem Hl. Geist. Amen.

Alle: Wie im Anfang, so auch jetzt und alle Zeit und in Ewigkeit. Amen.

Lied     Heft 120:         Von guten Mächten, 1. +2. Strophe.

V. Es aushalten und durchhalten

Dieser Dietrich Bonhoeffer, von dem wir eben das Glaubensbekenntnis im Angesichte seines Todes gesungen haben, sagt an einer anderen Stelle in seinen Schriften:

Es gibt nichts, was uns die Abwesenheit eines lieben Menschen ersetzen kann, und man soll das auch gar nicht versuchen. Man muss es einfach aushalten und durchhalten. Das klingt zunächst sehr hart, aber es ist doch zugleich ein großer Trost; denn indem die Lücke wirklich unausgefüllt bleibt, bleibt man durch sie miteinander verbunden. Es ist verkehrt, wenn man sagt, Gott füllt die Lücke aus; er füllt sie gar nicht aus, sondern er hält sie vielmehr gerade unausgefüllt und hilft uns dadurch, unsere echte Gemeinschaft miteinander - wenn auch unter Schmerzen - zu bewahren.   Stille.

Wir können leichter durchhalten im Blick auf das, was uns versprochen ist, was im letzten Buch der Bibel steht:

Ich hörte eine laute Stimme vom Thron her rufen: Er wird alle Tränen von ihren Augen abwischen: Der Tod wird nicht mehr sein, keine Trauer, keine Klage, keine Mühsal. Denn was früher war, ist vergangen. Er, der auf dem Thron saß, sprach: Seht, ich mache alles neu. Ich bin das Alpha und das Omega, der Anfang und das Ende. Wer durstig ist, den werde ich umsonst aus der Quelle trinken lassen, aus der das Wasser des Lebens strömt. Wer siegt, wird dies als Anteil erhalten: Ich werde sein Gott sein, und er wird mein Sohn (meine Tochter) sein. (Offb 21, 3-7)

Lied:    Das Grab ist leer        GL 862, 1. Strophe

oder ein Marienlied     GL 595  Maria, breit den Mantel aus

Heft 136 Segne du, Maria

Segen

Entlassgruß

Zusammenstellung: Willi Hoffsümmer


Zurück


Home | Aktuelles | Informationen | Personen | Einrichtungen | Was tun, wenn | Historisches | Links | Impressum