Liebe ist stärker
 
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05.11.06

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Liebe ist stärker. Von der Vergebung

(Jederzeit, besonders 7. So. i. J. A.)

(ab 2. Schuljahr und Familien)

Gottesdienst als PDF-Datei


Anlass 

Jederzeit, besonders 7. So. i. J.A.

Hinweis

Auf die Idee zu diesem Gottesdienst brachte mich der Welt-Bestseller von Sabine Kuegler, „Dschungelkind“, Droemer Verlag, erweiterte Neuausgabe 2005, S. 219/226, auch als Taschenbuch erhältlich bei Knaur 2006, hier auch S. 219/226.

Lied zu Beginn

Du hast uns, Herr, gerufen   GL 505 

Eröffnung

Wenn wir das Kreuz etwas verschieben, wird daraus ein X. Ein X machen wir immer dann, wenn wir etwas durchstreichen wollen. Heute möchten wir darüber nachdenken: Über das Durchkreuzen der Schuld eines anderen. Darum legen wir das Kreuz, das manche Werte dieser Welt durchkreuzen kann, jetzt bewusst über uns: Im Namen … Die Liebe Gottes sei mit euch! A.: Und mit deinem Geiste.

Hinführung

Immer, wenn wir wütend sind oder hassen, gießen wir unsichtbar Giftstoffe in unseren Körper aus. Wenn wir aber verzeihen oder gut zueinander sind, stärken wir – so nennt man das heutzutage – stärken wir unser Immunsystem, werden also innerlich ganz positiv. Ja, wir kommen sogar Gott nahe, der uns ein verzeihender Gott sein will.

Bußakt

Weil uns das manchmal nicht gelingt, weil wir oft Stunden und Tage brauchen, zum Positiven „Ja“ zu sagen, rufen wir:
Herr, erbarme dich …
Vergebungsbitte:  … und hilf uns, auch uns selbst unsere Fehler zu verzeihen.

Glorialied

Gloria, Ehre sei Gott   Tr 132

Tagesgebet

Guter Gott. Dein Sohn hat gesagt, du hast ein Herz für alle Menschen, du bist barm-herz-ig. Lass uns immer wieder darüber nachsinnen, was dein Sohn zu uns gesprochen hat, damit wir auch barmherzig sein können, gerade wenn uns der Wind ins Gesicht bläst. Darum bitten wir durch Christus, unseren Herrn.

Lesung

Sie entfällt im Schulgottesdienst;
andernfalls die 1. Lesung vom 7. So. i.J.A.: Lev 19,1-2.17-18: Du sollst nichts nachtragen.

Zwischengesang  (wenn Lesung)

Unfriede herrscht auf der Erde   Tr 290

Evangelium nach Matthäus

Einleitung: Die Rache Gott überlassen.

Einmal sagte Jesus und er sagt es jetzt zu uns: Ihr habt gehört, dass gesagt worden ist: Auge um Auge, Zahn für Zahn. Ich aber sage euch: Leistet dem, der euch etwas Böses antut, keinen Widerstand! Wenn dich einer vor Gericht bringen will, um dir das Hemd wegzunehmen, dann lass ihm auch den Mantel. Und wenn dich einer zwingen will, eine Meile mit ihm zu gehen, dann geh zwei mit ihm.

(Mt 5,38-41; der Vers 39 b wurde weggelassen, weil er in der öffentlichen Diskussion „vorbelastet“ ist)

Ansprache

Was würde mit dir geschehen, wenn du gerade ins Schulalter kommst und mit den Eltern, die Sprachforscher und Missionare sind, in den Dschungel ziehen würdest? Ja, den Dschungel gibt es heute noch! Und das Folgende ist auch wirklich so geschehen. Es gibt einen Weltbestseller, „Dschungelkind“, der die Erlebnisse im Urwald von West-Papua schildert; das liegt im heutigen Indonesien, nördlich von Australien. Da gibt es im tiefen Dschungel noch wilde Völker, die nach dem Prinzip der Blutrache oft noch auf Kriegsfuß stehen und sogar das Fleisch des besiegten Feindes aufessen können, um dessen Kräfte zusätzlich zu erhalten.

In diesem Buch wird folgende Begebenheit erzählt: Der halbwüchsige Sohn des brutalsten Häuptlings der Umgebung hat sich näher geschlichen zum Lager der Weißen, um ein Stück Fleisch vom Schwanz eine Krokodils, ein Leckerbissen, vom Holzgestell über den Flammen zu stehlen. Das Stehlen ist eine der größten Sünden im Urwald, weil die Ureinwohner nur durch eine gute Gemeinschaft überleben und sich wehren können. Doch die weiße Frau hat es gesehen und ruft laut und erschrocken: „Hey!“ Der Junge dreht sich geschockt um, wirft das Fleisch wieder auf das Holzgestell und rennt in den Urwald zurück!

In kürzester Zeit wussten alle, dass da jemand die weißen Mitbewohner bestehlen wollte. Und dann noch der Sohn des Häuptlings, der bisher niemals Gnade und Vergebung gezeigt hat! Man hört die empörten und schmerzvollen Schreie des Häuptlings von weither, nachdem er erfahren hat, was sein Sohn getan hat. Nach den Bräuchen der Ureinwohner ist jetzt der Bestohlene berechtigt, die Tat zu rächen und die Strafe zu bestimmen. Der Häuptling bangt um seinen Sohn und sieht ihn schon als verloren an!

Die Familie des Missionars – sie hatten drei Kinder – überlegt, was am Besten zu tun sei. Da sagt die Frau: „Du weißt, was in der Bibel steht: Wenn dir jemand etwas wegnimmt, dann gib ihm noch etwas dazu. (Wir haben es eben im Evangelium gehört! –) Also nimm ein schönes Stück Krokodilfleisch, bring es dem Häuptlingssohn und sag ihm, dass wir nicht böse auf ihn sind!“

Alle nicken und finden die Idee gut. Und so geht der Sprachforscher und Missionar mit seiner kleinen Tochter, die später alles aufgeschrieben hat, den schmalen Urwaldpfad entlang bis zur Hütte des Häuptlings. Die ganze Familie sieht unruhig auf, der mächtige Häuptling schaut dabei unendlich traurig aus. Der weiße Mann fragt nach dem Sohn, der sich im Dschungel versteckt hat; er will ihn sprechen!

Als der Sohn langsam, zitternd und in wahnsinniger Angst aus dem Urwald tritt, geht er auf ihn zu und macht, was keiner erwartet: Er nimmt den Halbwüchsigen in den Arm, sagt ihm, das er nicht böse ist und schenkt ihm ein großes Stück Fleisch. Die ganze Familie des Häuptlings starrt den Mann verständnislos an. Keiner weiß, was er sagen oder tun soll. Der Sohn nimmt das Fleisch und läuft wieder in den Urwald.

In diesem Augenblick geschieht etwas Ungeheures im Herzen des Häuptlings: Dieser gefürchtete Krieger, der noch niemals Erbarmen gezeigt und schon Menschen mit dem Pfeil getötet hat, kommt zum Nachdenken. Was der weiße Mann gemacht hat, war ihm vollkommen fremd. Er sagt auch kein Wort, hat aber Tränen in den Augen. Diese kleine Geste des Missionars bewirkt, dass eine Kehrtwende eintritt. Es ist der erste Schritt weg von Hass, Vergeltung und Blutrache hin zu einem Weg, an dessen Ende der Friede steht, den eigentlich alle ersehnen.

Soweit die Begebenheit aus dem Dschungel. Ich weiß nicht, ob du oder ich zu einer solchen Tat fähig wären. Jesus hat uns diesen Weg gewiesen. Sicher ist, dass das mehr Mut erfordert als einfach gleich zurück zu schlagen oder die Rache zu genießen. Aber wenn wir die Kraft für diese Kehrtwende haben, spüren wir im Herzen, dass dieser Weg der Richtige ist.

Credolied

Liebte Gott, der Herr, uns nicht   Tr 4
Zwischen Himmel und Erde,   siehe (1)

Fürbitten

Wir rufen zum barmherzigen Gott und bitten ihn:

1.      Hilf den christlichen Kirchen, das verzeihende Herz über alle notwendigen Gesetze zu stellen.

2.      Schenke den Völkern, die sich in Krieg und Terror gegenseitig umbringen, die Gnade, umzukehren und einander zu vergeben

3.      Bewege die christlichen Gemeinschaften, auch in den eigenen Reihen die Liebe stärker werden zu lassen als den Hass.

4.      Ändere die Herzen derer, die unnachgiebig geblieben sind und deshalb krank oder verbittert leben.

5.      Gib uns Mut, wenn uns Böses widerfährt, den Weg der Güte zu wagen und zu vergeben.

Denn du willst, dass unser Miteinander gelingt. Darum bitten wir durch Christus, unseren Herrn.

Gabenlied

Was uns die Erde Gutes spendet   GL 490

Gabengebet

Herr, unser Gott! Schenke uns in diesen Gaben von Brot und Wein deine himmlischen Geschenke, die uns bewegen, auch in uns die Liebe stärker werden zu lassen als Hass und Vergeltung. Darum bitten wir durch Christus, unseren Herrn.

Vaterunser

Einleitung: Vergib uns – wie auch wir denen vergeben, die an uns schuldig geworden sind.

Vater unser …

Friedensgruß

Einleitung: Im Innersten fühlt jeder und jede, dass unserem Herzen Frieden und Freude gut tun. Eine Familie oder Gemeinschaft im Frieden ist das Schönste mit auf Erden. Darum wünschen wir einander den Frieden: Der Friede des Herrn sei allezeit mit euch!

Lied zur Kommunion

Wo Menschen sich vergessen   Tr 790

Meditation nach der Kommunion

1.      Verzeihen kann unheimlich schwer fallen,
wenn die Nachbarin ihren Hund mehr liebt als ihr Kind;
wenn ein Autofahrer gefährlich, riskant und frech überholt.

2.      Verzeihen kann unheimlich schwer fallen,
wenn sich immer dieselben beim Einkauf vordrängen,
wenn Ältere an den Jüngeren kein gutes Haar lassen.

1.   Herr, wer aber nicht verzeiht:

Dessen Herz wird langsam hart wie Stein;
der klopft sich selbst immer mehr auf die Schulter;
dessen Gesicht strahlt nichts mehr aus.

2.   So hilf mir, Herr, die zu engen Ringe
      um mein Herz zu sprengen;
      Worte zu sprechen, die wie Sonnenstrahlen wirken;
      deine verzeihende Hand anzunehmen
      und einen Finger davon weiterzugeben.

Schlussgebet

Barmherziger Gott: Wir haben die Worte deines Sohnes gehört und sein lebendiges Brot empfangen. Lass uns aus diesen Geschenken des Himmels zum Frieden in der Welt beitragen.

Das bitten wir durch den, der mit dir lebt und liebt in alle Ewigkeit.

Segen – Schlusslied

Gib uns Frieden jeden Tag   Tr 284
Dann ist Pfingsten nicht mehr weit   siehe (2)

(Willi Hoffsümmer)

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