Verletzte Liebe
 
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27.08.06

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Verletzte Liebe, die geheilt wurde.

Karfreitag bis Ostern

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Vorbereitet  liegen ein großer schmiedeeiserner Nagel und eine Rose.

Lieder

Beginn                         GL 222: Nun freue dich, du Christenheit
Gloria  GL 218:             Gelobt sei Gott
Zwischengesang            GL 219: Die ganze Welt
Credo  Tr 91:                Manchmal feiern wir
Gabenlied Tr 682:          Andere Lieder wollen wir singen
Zur Kommunion GL 220: Das ist der Tag
Schluss  GL 213:            Christ ist erstanden

Lesungen

Jesus starb und wurde auferweckt: 1 Kor 15,1-8;
Jesus lebt: Mt 28,1-20 oder Mk 16,1-8 oder Lk 24, 1-12;
Die Emmausjünger: Lk 24, 13-35  

Begrüßung und Hinführung

Im Kino: Blutüberströmt, fertig gemacht fiel einer um als Letzter von allen – das war im Western.
In der Kirche: Blutüberströmt, fertig gemacht stand einer auf als Erster von allen – das war Ostern. (Lothar Zenetti)

Kyrie-Ruf

Herr Jesus Christus:

·         Du hast den Tod besiegt: Herr, erbarme dich!

·         Deine Liebe ist stärker als die Schwerkraft unserer Erde: Christus, erbarme dich!

·         Du lässt aus Dornen Rosen wachsen: Herr, erbarme dich!

Lossprechungsbitte: … und stärke uns im Leben wie im Tod.

Tagesgebet

Gott, du Herr allen Lebens, du willst nicht den Tod des Sünders. Darum hast du alle, die an dich glauben, in der Taufe auf festen Grund gestellt. Lass uns aus dieser Geborgenheit immer wieder neuen Mut schöpfen und deine Auferstehung bezeugen. Darum bitten wir durch Jesus Christus.

Ansprache

(L zeigt den Nagel)

Dieser Nagel erinnert mich daran, wie er die Wunden an den Händen und Füßen Jesu verursachte. Diesen Schmerz kann jeder nachfühlen, der sich festgenagelt fühlt auf ein falsches Wort, das er einmal in Wut gesagt hat. Es gibt auch Redensarten, die festnageln, wie z.B.: „Wer einmal lügt, dem glaubt man nicht und wenn er auch die Wahrheit spricht.“ Auch ihr Kinder seid da nicht unschuldig, wenn ihr schon einmal gesagt habt: „Der fängt immer an!“ oder „Guck mal, wie der aussieht!“

Schlimmer wird es, wenn ich auf eine Krankheit oder ein Gebrechen festgenagelt bin.

Der Nagel erinnert mich auch an die vielen Hammerschläge heutzutage in der weiten Welt! Auch ihr Kinder kennt ja die furchtbare Krankheit Aids, gegen die es immer noch keine wirksame Heilung gibt. In Frankfurt gibt es eine Gedenkstätte für Aids-Tote unweit des Denkmals, das für die im Dritten Reich ermordeten homosexuellen Männer und Frauen errichtet wurde. In goldenen Lettern steht zwischen den Steinen: Verletzte Liebe! Jedes Jahr am Welt-Aids-Tag – das ist der 1. Dezember -, wird für jeden, der im vergangenen Jahr in Frankfurt an Aids gestorben ist, ein dicker geschmiedeter Eisennagel in die Grundmauer der Peterskirche getrieben. Seit 1994 bis heute sind es weit über tausend. Wer dieses dumpfe, bis ins Mark gehende Dröhnen der Hammerschläge vernimmt, kann sie weder überhören noch verdrängen. (Vielleicht besteht in der Kirche die Möglichkeit, jetzt ein paar Hammerschläge auf Metall und Stein hören zu lassen, um auch akustisch betroffen werden zu lassen)

Die Grundmauer aus wuchtigen Steinen erinnert an die Klagemauer in Jerusalem. Nicht weit davon wurden ja auch die Nägel durch die Hände und Füße Jesu getrieben.

Dieser Nagel hier steht also für alles Leiden, das Aids-Tote und viele Geschlagene hinter sich haben; die Hammerschläge darauf für alles, was es in unserer Welt an verletzter Liebe gibt! Denn Hammerschlägen gleich hört es sich an, wenn ein Terrorist unschuldige Menschen in die Luft jagt oder eine Ehe und Familie auseinandergebrüllt wird, dass selbst die Nachbarn noch zusammenzucken. Überall verletzte Liebe!

Wahrscheinlich hatten auch die Emmausjünger das dumpfe Dröhnen der Hammerschläge noch in den Ohren. Und jetzt schleppen sie sich mutlos und niedergeschlagen wieder nach Hause zurück. Ihre Lebensträume liegen in Trümmern.

Wenn wir die Welt nur unter dem Gesichtspunkt dieses Nagels sähen, hätten der Tod, die Klagemauern unserer Welt und der Karsamstag das letzte Wort.

(legt den Nagel vor den Altar, nimmt und zeigt die Rose)

Aber Gott sei Dank ist da ja noch die Rose! Sie trägt zwar auch Dornen, denn seit unserer Entfremdung von Gott gibt es keine Liebe ohne Leid. Aber mehr faszinieren ihre leuchtende Schönheit und Zärtlichkeit. Oft werden in Frankfurt rote Rosen an der „Klagemauer“ abgelegt. Sie wollen sagen, dass sich die Liebe vom Tod nicht aufhalten lässt. Heilende Liebe! Wie oft sehen wir die Rosen, Symbol der Liebe, in Brautsträußen und auf Särgen!

Der Duft einer Rose weckt die Sehnsucht, dass der Tod doch nicht das letzte Wort hat und dass es bei Gott eine letzte Geborgenheit gibt, die uns alle wieder zusammenfinden lässt.

Die Jünger von Emmaus empfanden diesen Duft in dem Augenblick, als sie beim Brotbrechen den auferstandenen Herrn erkannten und verstanden – oder besser: ahnten -, dass der Tod nur ein Verwandlungsprozess ist.

Vielleicht hat der große Mahatma Gandhi das auch gemeint, als die christlichen Missionare ihn fragten: „Wie können wir die Herzen der Menschen für die Botschaft Jesu aufschließen?“ Gandhi antwortete: „Sie kennen doch das Geheimnis der Rose: sie duftet! Also duften Sie, meine Herren!“ Nicht nur überzeugendes Handeln ist gefragt, es gilt auch, in allem auszustrahlen: Hinter uns steht der, der alles Leid und den Tod überwunden hat. Heilende Liebe!

Daran wollten auch die Erbauer der Dome und Kathedralen erinnern, die jeweils in die Westwand das so genannte Rosenfenster setzten: Wenn wir aus der Atempause des Gottesdienstes wieder in die laute Welt zurückgehen, dann soll unser Blick auf die Mitte dieses Fensters fallen, in dem der wiederkommende Christus dargestellt ist. Wir gehen auf den zu, der uns im Tod ins eigentliche Leben führt. Letzte heilende Liebe!

Darum möchte ich diese Rose auf den Altar legen, damit ihr Duft in uns in jedem Gottesdienst die Sehnsucht weckt nach der letzten Geborgenheit, die Menschen nicht geben können. Jesus aber hat den Zugang dorthin aufgebrochen. Wir können eintreten durch diese Tür, um alle verletzte Liebe abzulegen und Gottes heilende Liebe zuzulassen. (legt die Rose auf den Altar)

Fürbitten

L.: Wir rufen zum Herrn der Welt:

1.      Für alle, die die Botschaft von der Auferstehung in alle Welt tragen.
– Christus, höre uns!        Alle: Christus, erhöre uns!

2.      Für alle in den Medien und der Gesellschaft, die meinen, der Tod habe das letzte Wort.
– Christus, höre uns!        Alle: Christus erhöre uns!

1.      Für alle Kranken, Traurigen und Sterbenden, die mehr Dornen und Hammerschläge zu spüren bekommen als Rosen. – Christus, höre uns!

2.      Für uns selbst, die wir manchmal an der Liebe leiden. – Christus, höre uns!

1.      Für unsere Verstorbenen, die die Geborgenheit in Gott und das Leben in Fülle ersehnen.
– Christus, höre uns!

L.: So bitten wir den befreienden Gott, der uns in Jesus Christus erschienen ist, der mit seinem Vater und dem Heiligen Geist lebt und liebt in alle Ewigkeit.

Gabengebet

Du Gott des Lebens! Mit der Rose haben wir die Gaben von Brot und Wein auf den Altar gestellt. Lass sie uns helfen, unser Vertrauen in deine liebende Nähe nie zu verlieren. Du hast sie uns schon geschenkt in deinem auferstandenen Sohn, der mit dir liebt in alle Ewigkeit

Vaterunser – Friedensgruß

Meditation nach der Kommunion

1.      Herr, lass uns auferstehen, aus unseren Ängsten
und aus den Vorurteilen, auf die wir manchmal festgenagelt werden.
Herr, lass uns auferstehen aus unserer Niedergeschlagenheit,
wenn uns jemand erniedrigt oder geschlagen hat.

2.      Herr, lass uns auferstehen aus unserer inneren Kälte
und unserer egoistischen Enge.
Damit dein Licht wieder unser Leben durchstrahlt und wir den inneren Frieden finden.

1.      Du sprichst: Steht auf, wenn euch Probleme niederdrücken,
wenn euch so Vieles anwidert
und ihr euch am Boden zerstört fühlt. Auch das ist Auferstehung.

2.      Du sprichst: Steht auf, wenn sie euch aufs Kreuz gelegt haben,
ihr euch verraten und verkauft fühlt:
Der Duft meiner neuen Welt kann Mauern sprengen 
und euch neue Sehnsucht ins Herz legen.

Schlussgebet

Ewiger Gott. Wir haben mit Freude das österliche Mahl gefeiert, durch das deine Kirche immer neu wiedergeboren und gestärkt wird. So richte auch uns wieder auf und führe uns zur Herrlichkeit der Auferstehung, durch Christus, unseren Herrn.

(Willi Hoffsümmer)

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